© Schwäbische Zeitung 14.09.2017

Kaum wiederzuerkennen: die Biberacher Stadtpfarrkirche. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Foto: Frank Mosthof

Stadt­pfarr­kir­che be­kommt neue Flie­sen
Zu einem bayerischen Weißwurst-Frühstück lädt die Bauhütte am Sonntag ein


Biberach - Wer sich in den letzten Wochen durch die Gucklöcher in der Stadtpfarrkirche einen Eindruck ihrer Renovierung gemacht hat, der weiß: Auf dieser Baustelle geht es gut voran. Nun steht die Anlieferung der neuen Fußbodenplatten an, die aus Bayern kommen. Die Anlieferung der Platten sehen die Bauhütte Simultaneum und die Bürgerstiftung Biberach nun als guten Grund, alle Interessierten am Sonntag, 17. September, zu einem bayerischen Weißwurst-Frühstück samt zünftiger Musik einzuladen.

Beginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Im Anschluss findet ab 12 Uhr ein deftiges Frühstück auf dem Kirchplatz statt, musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Mettenberg. Hier gibt es reichlich Gelegenheit, den neuen Fußbodenbelag des Simultaneums anzuschauen und sich über alles rund um Werkstoff, Gewinnung, Produktion und Design zu informieren. Und wer sich die Baustelle einmal im Detail von Pfarrern und Architekten zeigen lassen möchte, ist ab 13 Uhr zu einer Führung eingeladen.

Am 20. September um 19 Uhr wird außerdem die nächste Mitgliederversammlung stattfinden. Im Gemeindehaus St. Martin wird es dann um den Stand der Dinge, die Entwicklung der Einnahmen und die Verwendung der Mittel gehen. Und um der Theorie genügend Praxis folgen zu lassen, werden die Architekten der ARGE, Siegfried Locher und Rolf Gurland, durch die Baustelle führen.

© Schwäbische Zeitung 12.09.2017

Ralf Klotz begeistert mit Knecht-Werken an der Jann-Orgel. Foto: privat

Or­gel­kon­zert be­geis­tert Be­su­cher
Kantor Ralf Klotz spielt Werke von Knecht in der Dreifaltigkeitskirche


Biberach - Innerhalb der Konzertreihe "200 Jahre Knecht" hat Kantor Ralf Klotz in der Dreifaltigkeitskirche mit Orgelwerken von Justin Heinrich Knecht die Besucher begeistert. Knecht (1752-1817) war seiner Zeit über den süddeutschen Raum hinaus wegen seiner außerordentlich zahlreicher Menge an komponierter Orgelmusik bekannt.

Neben seinem Können als Komponist wurde auch sein Improvisationstalent von seinen Zeitgenossen gerühmt. In den ausgewählten Musikstücken beeindruckte daher die stilistische Vielseitigkeit des musikalischen Schaffens von Knecht. Diese Vielseitigkeit zeigte sich gleich im ersten Programmpunkt - Capriccio, Fantasie, Toccata und Romanze. Heiter und tänzerisch mit wechselndem Forte und Piano folgten die kurzen Handstücke gefolgt von zwei Nachspielen und einem Vorspiel mit teilweise rasanten Tempi.

Ein musikalischer Block war dem Choralkomponisten Knecht gewidmet: "Allein Gott in der Höh sei Ehr" und "Nun lasst uns Gott, dem Herren Dank sagen". Beide Choräle wurden aus dem "Württembergischen Choralbuch, Zweiter Teil" aus dem Jahr 1816 entnommen und bei dem Konzert wieder aufgeführt. Der Choralblock wurde mit dem bekannten Choral "Nun danket alle Gott" abgeschlossen. Klangschön und eindrucksvoll die sich anschließende Fuge über den Namen B-A-C-H. In der "Hommage à Knecht" waren Improvisationen von Ralf Klotz zum Knecht-Choral "Womit soll ich dich wohl loben - Forte und Piano" sowie "Pastorale für zwei Manuale zur Abwechslung der Forte und Piano" zu hören, beides Uraufführungen. Forte und Piano waren wunderbar herausgespielt und die Pastorale erklang leicht und tänzerisch mit ländlichem Charme.

Ein Höhepunkt des Orgelkonzerts war Knechts "Die Auferstehung Jesu, ein Tongemälde für Orgel" von 1784 mit den Sequenzen: "Die schauerliche Stille des Grabes", "Das allmähliche Verschwinden der Morgendämmerung", "Das Beben der Erde", "Das Herabfahren eines Engels vom Himmel", "Das Emporsteigen Jesu aus dem Grab", "Das Zurückstürzen der römischen Soldaten" und "Der Triumphgesang der Engel" mit Sprecher Michael Pfeiffer. Beginnend mit mystischen Klängen bei der "Schauerlichen Stille", Piano und Forte begleiten "Das Verschwinden der Morgendämmerung", "Die Erde bebt" unter den gewaltigen Klängen der Orgel und nach dem "Herabfahren der Engel" erklingt die Orgel zum "Emporsteigen Jesu" zuerst erdig tief, um dann immer heller das Emporsteigen musikalisch zu begleiten. Nach dem heftigen "Zurückstürzen der Soldaten" erklingt der "Triumphgesang der Engel", leicht, heiter und triumphierend.

Die von Ralf Klotz ausgewählte und in die Rubriken "Galanter Stil", "Kontrapunktik", "Programmmusik", "Formenvielfalt" und "Choralkompositionen" zugewiesene Musik überzeugte die Zuhörer, dass Knecht gerade auch als Orgelkomponist in seiner Zeit Einzigartiges und Abwechslungsreiches geschaffen hat. Mit viel Beifall honorierten die Besucher dieses besondere Konzert.

© Schwäbische Zeitung 08.09.2017

Zehn Jahre gibt es das Kidscamp in der Dobelmühle bereits. Foto: privat

Beim Ki­ds­camp in der Do­bel­müh­le steht al­les Kopf

Evangelisches Jugendwerk Biberach feierte in diesem Jahr 10 Jahre Kidscamp


Biberach - Das evangelische Jugendwerk Biberach hat auch in diesem Jahr wieder das Kidscamp in der Dobelmühle bei Aulendorf veranstaltet. 194 Kinder und Jugendliche - so viele Teilnehmer wie noch nie - stellten die Mühle buchstäblich auf den Kopf. Bereits zum zehnten Mal durften die Kids eine Woche voller Spaß, spannenden Abenteuern und tollen Überraschungen auf dem Gelände der Dobelmühle erleben.

Inspiriert vom Kinderfilm "Alles steht Kopf" waren Gefühle ein großes Thema. Ausführlich wurden die fünf Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel besprochen und auch in der Verkündigung aufgegriffen. Die älteren Teilnehmer zwischen 13 und 15 Jahren durften bereits am Samstag anreisen und sich auf der Beachparty vergnügen. Während am Montag dann auch die Kleineren von neun bis zwölf Jahren dazukamen, erforschten die "Großen" bereits die Wiesen beim Stratego-Spiel.

Mit allen Teilnehmenden und 42 Mitarbeitern konnte nun das Kidscamp so richtig losgehen. Bei "Radio Mühle - Eins gehört gemühlt - Mehl" riefen die verschiedensten Beiträge einen Lacher nach dem anderen hervor. Selbst einige Eltern der Teilnehmer hatten einen kleinen Gastauftritt.

Am Dienstag ging es weiter mit einem Stationenlauf zum Thema Gefühle-Inseln, bei dem die Kinder frei zwischen verschiedenen Spielen wählen konnten. Nachmittags maßen sich die Jüngeren im Sportturnier um den Titel des besten Zeltes der Dobelmühle, währenddessen brachen die Älteren vom Kidscamp Plus zu ihrer großen Wanderung auf. In einer Schnitzeljagd ging es für die Zeltgruppen über Blönried und Altshausen nach Ebersbach, wo sich alle zum gemeinsamen Essen wieder trafen und dort unter freiem Himmel übernachteten.

Auch die Kids hatten unterdessen einiges erlebt: Ein Nachtgeländespiel und das "Wirrwarr-Spiel", bei dem die Gefühle ausbüxten und zurückgebracht werden mussten, hielten alle auf Trab. Nachdem auch die Großen wieder angekommen waren, luden verschiedene Workshops zum Basteln und Mitspielen ein. Abends wurde der namensgebende Film gezeigt und das Kidscamp Plus feierte eine Jesus-Night.

Am Donnerstag war es mit dem Sonnenschein vorbei. Das Geländespiel "Pokemon Go" wurde teilweise mit spontanem Programm im Zirkuszelt überbrückt, die freien Angebote nachmittags fanden großteils überdacht statt. Nichtsdestotrotz blieb die gute Laune ungebrochen, und beim Abschlussabend unter dem Motto "Zehn Jahre Kidscamp" mit Party bebte das Zirkuszelt noch einmal so richtig.

Freitags war dann leider schon Aufbruchsstimmung angesagt - das große Aufräumen wurde trotz Regen gut über die Bühne gebracht, und Kinder und Eltern feierten gemeinsam den Abschlussgottesdienst, für den eigens die Kidscamp-Gründerinnen angereist waren.

Einen kleinen Einblick in das Campleben und auf das Gelände kann man am Sonntag, 10. September, erhalten: Die Dobelmühle öffnet ihre Türen für Klein und Groß. Start ist um 11 Uhr mit einem Familiengottesdienst, ab 12.30 Uhr gibt es einen kulinarischen Markt.