© Schwäbische Zeitung 30.06.2017

Sind stolz auf die Entwicklung der Bonhoeffergemeinde in den vergangenen 40 Jahren: (v. l.) Pfarrerin Birgit Niedermeyer, Pfarrer Roland Groner, Elisabeth Gießer, Else Grell und Katharina Kugele. Foto: Gerd Mägerle

40 Jah­re le­ben­di­ge Ge­mein­de­ar­beit

Evangelische Bonhoefferkirche auf dem Mittelberg feiert am Sonntag Jubiläum

Biberach - Mit einem Jubiläumsgottesdienst und einem anschließenden Fest rund um den neugestalteten Kirchplatz wird am Sonntag, 2. Juli, das 40-jährige Bestehen der evangelischen Bonhoefferkirche auf dem Mittelberg gefeiert.

Als Gemeindezentrum Mittelberg wurde der Gebäudekomplex im Mai 1977 eingeweiht. Grund für das 1,8 Millionen D-Mark teure Gebäude war die städtebauliche Entwicklung am Mittelberg. "Viele Einfamilienhäuser standen bereits, es wurden zahlreiche Wohnblocks gebaut und auch die Bebauung im Hühnerfeld sollte noch folgen. Für uns war deshalb die Frage, wie wir diese vielen Menschen erreichen können", sagt Roland Groner, ab 1978 Pfarrer der Bonhoefferkirche. Sein Vorgänger Hermann Riek hatte den Bau des Gemeindezentrums samt Kirche maßgeblich vorangetrieben. Den Namen Bonhoefferkirche erhielt sie allerdings erst 1983 nach einem längeren Diskussionsprozess. Zu dieser Zeit entstand auch die Bonhoeffergemeinde mit eigenem Kirchengemeinderat innerhalb der evangelischen Gesamtkirchengemeinde.

Schon seit den frühen 70er-Jahren hatte sich auf dem Mittelberg ein reges evangelisches Gemeindeleben etabliert. "So gab es bereits früh offene Abende für Frauen", erinnert sich Else Grell, die ab 1970 Mitglied im Gesamtkirchengemeinderat war. Daraus entwickelte sich im Lauf der Jahre ein Frauenkreis. Gerade die Frauen seien für den Aufbau des Gemeindelebens sehr wichtig gewesen, sagt Katharina Kugele, die sich ebenfalls im Frauenkreis engagierte. Die 2013 verstorbene Kirchengemeinderätin Anneliese Lutz rief außerdem einen regelmäßigen Seniorenkreis und den Besuchsdienst ins Leben, der beispielsweise auf Neubürger zuging und sie ins Gemeindeleben integrierte. "Sie war die Seele der Gemeinde", sagt Else Grell. Es gab Basare, Adventsverkäufe und auch eine Männerkochgruppe hat sich etabliert, weiß Elisabeth Gießer, ebenfalls von Anfang an in der Gemeindearbeit engagiert.

Jugendliche erleben Freiheit

Diese Arbeit strahlte offenbar in die Stadt aus. "Wir hatten in dieser Zeit auch immer viele Konfirmanden aus anderen Bereichen der Stadt", sagt Roland Groner, "wir waren für manche mit unserer Arbeit offenbar sehr attraktiv." Für manche Kinder und Jugendlichen sei das Gemeindezentrum in dieser Zeit eine Art zweites Zuhause geworden, sagt Else Grell. "Es wurde gebastelt, es gab Discos. Die Jugendlichen lebten und erlebten das Gefühl von Freiheit.

Von Anfang an spielte auch der Gedanke der Ökumene eine wichtige Rolle. Evangelische und katholische Seelsorger hätten sich immer gut verstanden und zusammengearbeitet, sagt Roland Groner. Und auch die beiden Kirchengemeinden auf dem Mittelberg stellten sich gegenseitig ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, wenn in der anderen Gemeinde Umbauten anstanden und ein Ausweichquartier gebraucht wurde. "Die Ökumene ist am Mittelberg fest verankert", sagt die heutige Pfarrerin der Bonhoeffergemeinde, Birgit Niedermeyer

Herausforderungen stellte sich die Bonhoeffergemeinde auch in den vergangenen Jahren unter ihrem damaligen Pfarrer Edzard Albers, als der diakonische Träger Mariaberg die Immobilen übernahm, sanierte und dort auch ein Wohnangebot für Menschen mit Behinderung schuf. "Anfangs waren wir uns nicht sicher, wie das mit dem Zusammenleben klappt", sagt Birgit Niedermeyer, "inzwischen finde ich großartig wie es läuft. Unser Auftrag ist, auch diesen Menschen ein Zuhause zu sein."

Rund 1500 Gemeindeglieder zählt die Bonhoeffergemeinde zurzeit. Veränderungen in der Kirchenstruktur und auch der demografische Wandel stellen sie auch künftig vor Herausforderungen. "Wir werden aber auch in Zukunft eine lebendige Gemeinde bleiben", ist sich Pfarrerin Niedermeyer sicher.

Der Jubiläumsgottesdienst beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr, danach gibt es um den Kirchplatz Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Musik sowie ganztägige Kinderbetreuung mit Stockbrotbacken.

© Schwäbische Zeitung 29.06.2017

Noch kann Lena in den vertrauten Räumen malen. Doch bald steht ein vorübergehender Umzug an. Fotos: Bruno Jungwirth

Evangelischer Kindergarten zieht vorübergehend um

Generalsanierung steht an – Ab September findet der Kindergarten im „Regenbogen“ Unterschlupf

 Der evangelische Kindergarten zieht um – zumindest vorübergehend. Weil der über 40 Jahre alte Kindergarten in der Grüninger Siedlung grundlegend saniert werden muss, wird der Kindergarten ab den Sommerferien geschlossen. Bis Ende Januar kommen die Kinder und Erzieherinnen im Kindergarten „Regenbogen“ auf der Klinge unter.

Der 21. August öffnet der evangelische Kindergarten nach der Sommerpause wieder seine Pforten. Ab dem Tag müssen sich die 56 Kinder und die Erzieherinnen an eine andere Situation gewöhnen – zumindest für rund fünf Monate. BisEnde Januar – so der aktuelle Stand – beziehen sie ihr Ausweichquartier im Kindergarten „Regenbogen“. Dort werden ihnen von der Stadt zwei Gruppenräume überlassen. „Das ist ein Glücksfall, dass uns die Räumlichkeiten von der Stadt dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt werden“, sagt die Leiterin des evangelischen Kindergartens, Heike Berron. „Wir sind froh, dass es klappt“, sagt auch Pfarrerin Anne Mielitz.

Denn für die Zeit des Umbaus musste eine andere Lösung gefunden werden. Das wäre nicht so einfach gewesen, denn auch für provisorische Räumlichkeiten gelten die gleichen Sicherheitsbestimmungen wie für dauerhafte Räume, sagt die Pfarrerin. Eine Containerlösung wäre eine andere Möglichkeit gewesen. Aber das ist nun alles gar nicht nötig. Denn im Regenbogen können die zwei Räume abgegeben werden.

Damit kann ab August im neuen Kindergarten der „Alltag“ einkehren, auch wenn es wohl eine Weile dauern wird, bis sich Kinder und die sieben Erzieherinnen in den neuen Räumen eingewöhnt haben. Nächste Woche werden sie die Räumlichkeiten nochmals genauer ansehen. Doch Heike Berron ist sich sicher, dass sie im Laufe der Wochen nach dem Einzug, das eine oder andere noch verändert wird. Da sei man flexibel.

Lärmschutzdecken

Doch die Kindergartenleiterin und ihre Kolleginnen freuen sich, dass die Räume in der Grüninger Siedlung erneuert werden. 1974 wurde der evangelische Kindergarten gebaut. Seither wurde immer wieder etwas verändert oder angepasst, aber eine Generalsanierung hat noch nicht stattgefunden. Die steht nun an. So werden alle Elektroinstallationen erneuert, die Sanitäranlagen und die Wasserleitungen ausgetauscht. Zudem sollen in den Räumen Lärmschutzdecken eingezogen werden. Auch die Beleuchtung in den Gruppenräumen und im großzügigen Eingangsbereich entspricht nicht mehr den aktuellen Vorgaben. Auch diese wird gegen ein neues Beleuchtungskonzept ausgetauscht.

Die Sanierung war schon seit Jahren auf der Agenda. Vor rund sechs Jahren war dieses Thema ziemlich konkret. Doch dann wurde der Beschluss zum Neubau einer Krippe gefasst und die Sanierung wieder hinten angestellt. Und nun wird sie Realität. Rund 300 000 Euro werde der Umbau kosten, so Mielitz. Sie hofft, dass der Umbau noch Ende Dezember abgeschlossen werden kann, aber bis Ende Januar wurden die Räume im Regenbogen bislang angefragt.

Die Eltern sind frühzeitig informiert worden, sagt Heike Berron. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres wurden diese erstmalig darauf angesprochen. Kommende Woche soll es nochmals einen Elternabend dazu geben. Auch die Eltern, deren Kinder im September neu dazu kommen, wissen Bescheid. Für die Eltern bedeutet dies, dass sie ihre Kinder dann auf die Klinge bringen müssen. Das sei für manche schon deutlich weiter, ist den Verantwortlichen bewusst, aber es ist die beste Lösung. Und im Februar können die Kinder ja wieder in „ihre“ Räumlichkeiten zurückkehren, dann allerdings in neuem Glanz.

© Schwäbische Zeitung 29.06.2017

25 Jah­re Vil­la Re­gen­bo­gen in Um­men­dorf

Ummendorf ( - ) - Der evangelische Kindergarten Villa Regenbogen in Ummendorf und die Versöhnungskirche laden ein zur 25-Jahrfeier am Sonntag, 2. Juli. Um 10.30 Uhr beginnt der Open-Air-Gottesdienst im Garten des Kindergartens unter dem Motto "Das Leben ist bunt wie ein Regenbogen". Bei Regen findet der Gottesdienst in der Versöhnungskirche statt. Die neuen Konfirmanden erhalten an diesem Sonntag ihre Bibel als Geschenk der Kirchengemeinde überreicht. Im Anschluss an den Gottesdienst feiern alle miteinander das 25-jährige Bestehen der Villa Regenbogen. Pizza, Kuchen und viele Angebote für die Kinder seien vorbereitet, schreibt das Kindergartenteam.

© Schwäbische Zeitung 29.06.2017

Norbert Zeidler hat mit seiner Predigt "Die Fußwaschung nach Johannes 13" die Gottesdienstbesucher in seinen Bann gezogen. Foto: Helmut Lange

"Kir­che und Kom­mu­nen als Fi­li­al­netz"

Oberbürgermeister Norbert Zeidler predigt in der Stadtpfarrkirche St. Martin


Biberach - Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler ist kürzlich Gastprediger in einem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin gewesen. Er sprach dabei über das selbstgewählte Thema "Die Fußwaschung nach Johannes 13". Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Pfarrer Ulrich Heinzelmann zelebrierten wie gewohnt den ökumenischen Gottesdienst, überließen dann aber die Predigt dem OB.

So sagte Zeidler gleich zu Beginn, dass er zwar gewohnt sei, in der Öffentlichkeit zu sprechen, aber in der Kirche zu stehen und zu predigen, sei etwas ganz anderes, Berührendes und Forderndes zugleich. Die Fußwaschung, die Jesus bei seinen Jüngern vorgenommen hat, eine Geste des Dienens, ereignete sich beim letzten Abendmahl. Hier kam dann gleich der Schwenk auf das Persönliche. Der OB genießt es am Abend daheim am Tisch mit seiner Frau, mit Schwarzwurst und Rotwein sowie guten Gesprächen den Tag "absacken" zu lassen.

7000 Nerven enden im Fuß


Zeidler lenkte die Aufmerksamkeit auf die Füße, auf deren Pflege und dass dort etwa 7000 Nerven enden. In der Fußwaschung als Demutsgeste sieht der OB mehr als nur einen körperlichen Dienst und eine geistige Dimension. Er erinnerte, dass es im Gemeinwesen Dienste gebe, "die viele von uns als niedrig oder gar als unwürdig empfunden werden, zum Beispiel im Bahnhof Toiletten säubern, Müll einsammeln, einem alten und kranken Menschen im Pflegedienst den Hintern abwischen. Wir brauchen aber diese Dienste, und ich danke Gott, dass es Menschen gibt, die das einfach und selbstverständlich mit Würde tun."

Zeidler hatte unter anderem das Zitat "Suchet der Stadt Bestes" aus dem Alten Testament mit den Anforderungen der Gesellschaft an das Gemeinwesen interpretiert. Er sagt, dass es nicht nur eine Verantwortung des gläubigen Christen vor Gott gibt, sondern auch eine Verantwortung vor seinen Mitmenschen. Eine Haltung, die "ganz klar Achtung und Engagement vor der und für die kommunale Gemeinschaft fordert". Kirchen sollen möglichst viel und intensiv in der Stadt sein. Sie sind das Gebäude, in dem Bildung und Erziehung, Heimat, Fürsorge und Trost, aber auch ein Ort der Hoffnung wohnen. Er bindet aber auch die Kommunen in dieses Netz ein: "Kirche und Kommunen sind vor Ort das Filialnetz für die Menschen, es sind die zwei Konstanten."

Auch Trump ist Thema

Mit Blick auf Trump sagte Zeidler, Fußwaschung habe nichts mit einem Deal im Trump'schen Sinn zu tun. Denn Fußwaschung habe mit Dienen, dem Primat der Liebe als Kriterium des Miteinanders, zu tun. Der Posaunenchor unter Katharina Bickel umrahmte den Gottesdienst musikalisch, Kantor Ralf Klotz begleitete auf der Orgel.

© Schwäbische Zeitung 27.06.2017

Die Sopranistin Pinelopi Argyropoulou (v. l.), Tenor Alexander Efanow und Bariton Steffen Balbach waren die Solisten bei der Aufführung der "Schöpfung" in der Dreifaltigkeitskirche. Foto: Günter Vogel

Ein mu­si­ka­li­scher Hö­he­punkt

Evangelische Kantorei singt "Die Schöpfung" in der Dreifaltigkeitskirche

Biberach - Unter Leitung von Ralf Klotz hat die Evangelische Kantorei in der Dreifaltigkeitskirche das gewaltige Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn interpretiert.

Das Oratorium übersetzt die Schöpfungsgeschichte in geniale Musik. Die Capella Novanta mit Konzertmeister Günther Luderer übernahm in der Dreifaltigkeitskirche den Orchesterpart. Neben dem Chor der Evangelischen Kantorei sangen die Sopranistin Pinelopi Argyropoulou (Gabriel, Eva), der Tenor Alexander Efanow (Uriel) und der Bariton Steffen Balbach (Raphael, Adam).

Das Werk markiert eine maßstabsetzende Zäsur in der Geschichte des Oratoriums. Es wird eine der maßgeblichen Säulen aufstrebenden bürgerlichen Konzertlebens. Seit der Uraufführung 1798 gilt "Die Schöpfung" als "Gründungswerk" eines neuen Oratorientypus, der das gesamte 19. Jahrhundert prägte. Es besticht durch klangmalerisch fantasievoll gezeichnete Naturschilderungen. Mit Adam und Eva entwickelt Haydn zudem ein Humanitätsideal. Die "Schöpfung" gilt als Krönung seines kompositorischen Schaffens. Der Text des Oratoriums hat eine lange Vorgeschichte. Die drei Quellen sind das Buch Genesis, das Buch der Psalmen und Miltons Genesis-Epos "Paradise Lost".

Nach Händel-Vorbild teilte Haydn das Oratorium in drei Teile. Der erste Teil feiert die Erschaffung des Lichts, der Erde, der Himmelskörper, des Wassers, des Wetters und der Pflanzen. Das Oratorium eröffnet mit sehr langsamen Haydn'schen Harmonien. Der Erzengel Raphael beschreibt die Erde als "ohne Form und leer". Der Chor setzt ein, singt groß und gewaltig: "Es werde Licht." Und Raphael schildert rezitativisch die wilden Wetterbedingungen am ersten Schöpfungstag mit Stürmen, Blitzen, Regen, Schnee.

Herrliche Musik

Teil II feiert die Erschaffung der Fische, Vögel, des Viehs und schließlich des Menschen. Raphael schildert in seinem großen Solo, wie sich die erdlebenden Tiere erstmalig zeigen, beginnt mit dem Löwen, angekündigt durch die Posaunen. Bukolische Töne leiten das Erscheinen des Rinds ein. Uriel feiert die Schöpfung des Menschen mit herrlicher Musik, aber einem seinerzeit gültigen Frauenbild, das behauptet, die Gattin sei "für ihn, aus ihm geformt". Teil III spielt im Garten Eden, erzählt die glücklichen ersten Stunden Adams und Evas, und das wird in fast hollywoodianischer Vollkommenheit geschildert.

Der Chor ist in einer Serie monumentaler Chorpassagen eingesetzt. Das Orchester spielt häufig ohne Gesangsbegleitung, vor allem in den tonmalerischen Episoden wie dem Aufgang der Sonne, der Erschaffung der verschiedenen Tiere und in der Beschreibung des Chaos vor dem Schöpfungsakt. Das Uriel-Rezitativ "Aus Rosenwolken bricht" ist die Idealisierung unbedingter Humanität. Nirgendwo werden der Humanitätsanspruch und die Verklärung Adams und Evas als hohes Paar stärker betont als in diesem Rezitativ, das den Geist der sieben Jahre zuvor entstandenen Zauberflöte weiterführt. Die Tugenden, mit denen Tamino charakterisiert wird, Standhaftigkeit, Tugend und Verschwiegenheit, werden auf Adam und Eva übertragen.

Diese "Schöpfung" ist ein Höhepunkt musikalischer Gestaltungskraft. Der Chor ist, wie bei der Kantorei nicht anders üblich, exzellent studiert, phrasiert dynamisch. Das Orchester ist in seiner stilistischen Bandbreite ein für das Werk optimaler Klangkörper.

Die Sänger sind wohlklingende und hoch erfahrene Oratorieninterpreten. Der Bariton, der die Bass-Partie übernommen hatte, verfügt über eine schön gestandene und tenoral sich öffnende Höhe; in der Tiefe wird es etwas dünn.

Der musikalische Leiter Ralf Klotz führt Chor, Orchester, Solisten souverän und mit Bestimmtheit dazu, die immensen Schönheiten dieser Partitur differenziert zu künstlerischer Ausdrucksstärke zu bringen.

© Schwäbische Zeitung 25.06.2017

Investitur Pfarrer Joerg Weag

Eurovisionshymne für Aulendorfs Pfarrer Jörg Weag
Aulendorf feiert Investitur des neuen evangelischen Ortsgeistlichen

Aulendorf (sz) Unter großer Beteiligung von kirchlichen und politischen Gemeindemitgliedern und verschiedener Gemeindegruppen ist der neue evangelische Pfarrer von Aulendorf, Jörg Weag, in sein Amt eingesetzt worden. Dekan Hellger Koepff aus Biberach vollzog die Investitur in einem feierlichen Gottesdienst, bei dem sich die Musiker der Kirchengemeinde ordentlich anstrengten.

Bereits vor dem feierlichen Einzug in die Kirche, den der Biberacher Dekan Koepff mit Pfarrer Jörg Weag anführt, ist eine fröhlich-angespannte Umtriebigkeit zu spüren: Der Kirchenchor probt ein letztes Mal mit Flöten und Orgel das „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von J.S. Bach, während der Kirchengemeinderatsvorsitzende Guido Winkhardt zusammen mit den vielen Helfern ein letztes Mal prüft, ob alles am richtigen Platz ist.

Welchen Stellenwert eine Investitur für eine Stadt hat, lässt sich an den Gottesdienstbesuchern festmachen: Nicht nur, dass die wunderschön geschmückte Kirche randvoll ist, es finden sich der Bürgermeister, Vertreter der Stadt, der katholischer Amtskollege mit etlichen katholischen Gemeindemitgliedern und Vertreter der örtlichen Schulen und Vereine unter den Anwesenden und stehen beim Einzug des neuen Pfarrers auf. Dekan Koepff aus Biberach findet bereits in seinem Eingangsgebet treffende Worte für die Wichtigkeit, Verantwortung in der Kirchengemeinde, aber auch in der Welt zu übernehmen: „…Dank für alle, die sich senden lassen in Gemeinden, …Schulen, Sporthallen bis hin zu den Mikrophonen der Sender“ Er spricht davon, dass dieser Tag der Investitur des neuen evangelischen Pfarrers ein Fest für die ganze Stadt sei. Bevor er die Amtseinsetzung mit dem Segen für Jörg Weag vornimmt, bittet er die Gemeinde mit einem Augenzwinkern auf das sportliche Hobby des Pfarrers: „Nehmen Sie den Dienst von Jörg Weag an und sprechen ihn an – auch wenn er auf dem Fahrrad ist; ein Fahrrad hat Bremsen!“

Nachdem Pfarrer Jörg Weag sich als Person vorstellt und dabei auf den Bericht in der „Schwäbischen Zeitung verweist, predigt er nach seiner Einsetzung über Worte aus dem Matthäus-Evangelium, wo den Gottesdienstbesuchern unter anderem die Frage gestellt wird: „Darf der Alltag uns so in Beschlag nehmen, dass wir das Wichtigste – unsere Beziehung zu Gott – vergessen?“ Weag zieht von den Folgen der ausgeschlagenen Fest-Einladung im Bibeltext den Übertrag auf unser heutiges Leben, indem er feststellt, dass das intensive Nachdenken über den Bibeltext nicht gerade bequem, aber lohnenswert sei und die Einladung an jeden, egal was jeder mitbringe, stehen würde.

Einladen lassen sich zumindest viele zu dem kleinen Empfang, nachdem der Gottesdienst feierlich von Orgel und Thomasblockflöten beendet ist. Von der unterhaltsamen Moderationsform des Kirchengemeinderates Martin Elsäßer und den ebenfalls treffend ausgesuchten musikalischen Einlagen des Posaunenchors lassen sich die Festgäste mitreißen, sodass nicht nur die Eurovisionshymne den neuen Pfarrer überrascht, sondern auch die „Schwäb’sche Eisenbahn“ gut gelaunt mitgesungen wird.

Sowohl bei den durchaus kurzweiligen Grußworten der Vertreter von Stadt und beiden Kirchengemeinden, den Grüßen aus den Distrikt-Nachbargemeinden und der Überreichung der Ernennungsurkunde durch Dekan Koepff, als auch beim abschließenden kleinen Mittagessen im Gemeindesaal, ist die gute Stimmung zu spüren, die an diesem Sonntag der Investitur nicht nur von der Sonne kommt: Die evangelische Kirchengemeinde ist froh, endlich wieder einen Pfarrer zu haben, die angereisten Freunde, wie das Ehepaar Beck aus Gomaringen, möchten einen alten Freund in sein neues Amt begleiten und sehen, wo er hinkommt.

Jörg Weag und die gesamte Familie freuen sich über die gute Atmosphäre an diesem Tag und Tochter Rebecca, die mit Mann und Töchterchen Emmi aus Karlsruhe angereist ist, meint: „Ich freue mich und wünsche meinem Vater einen gesegneten Start und schnelles Einleben in Aulendorf“.

Bildbeschreibung:
Der neu ins Amt eingesetzte Pfarrer Jörg Weag mit Dekan Hellger Koepff und dem Kirchengemeinderat. Auf dem Bild von links nach rechts: Guido Winkhardt, Carola Zweifel, Jörg Messner, Susanne Binder, Karin Schmager, Ralf Laichinger, Dekan Hellger Koepff, Pfarrer Jörg Weag, Christa Magauer, Martin Elsässer, Thomas Ahnert.

Quelle: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Eurovisionshymne-fuer-Aulendorfs-Pfarrer-Joerg-Weag-_arid,10690501_toid,84.html

© Schwäbische Zeitung 20.06.2017

Johannes Zwick war Pfarrer in Riedlingen. Foto: Ev. Kirchengemeinde

Auf den Spuren von Johannes Zwick

Ökumenischer Abendspaziergang am Freitag, 23. Juni


Riedlingen sz Im Jahr des Reformationsjubiläums laden die beiden Kirchengemeinden ein zu einem Gang durch Riedlingen auf den Spuren von Johannes Zwick. Es geht um sein Leben und Wirken als Pfarrer, Lehrer und Liederdichter in Riedlingen und an anderen Orten. Der Abendspaziergang findet am Freitag, den 23. Juni statt und beginnt um 19.30 Uhr am Johannes-Zwick-Gemeindehaus.

Johannes Zwick hat seine Bedeutung für die evangelische und katholische Kirchengemeinde in Riedlingen. Er war von den Lehren Martin Luthers und Zwinglis begeistert und gehört doch zugleich in die lange Reihe der katholischen Pfarrer an der Stadtpfarrkirche St. Georg.

Johannes Zwick wurde 1496 in Konstanz geboren. Er studierte Jura und Theologie. Nach der Priesterweihe 1518 und der Promotion 1520 wirkte er kurzzeitig als Jura-Professor an der Universität Basel, wechselte aber 1522 in das Pfarramt nach Riedlingen. Im gleichen Jahr heiratete er in Basel eine Frau namens Anna. In Riedlingen predigte er auf reformatorische Weise. Er wurde deshalb beim Bischof angeklagt und 1525 durch ein kaiserliches Mandat abgesetzt und vertrieben. Zwick starb 1542 im Thurgau.

Mehrere Stationen


Die Wanderung beginnt am evangelischen Gemeindehaus, dessen Namenspatron Johannes Zwick ist. Die einzelnen Stationen werden unter anderem von Pfarrer Walter Stegmann, Pfarrehepaar Anne und Theo Mielitz und Bezirkskantor Jürgen Berron gestaltet.

© Schwäbische Zeitung 10.06.2017

Got­tes­diens­te fin­den in Kran­ken­haus­ka­pel­le statt
Friedenskirche wird vier Monate lang saniert - Kosten belaufen sich auf 460 000 Euro

Biberach - In dieser Woche haben in der Friedenskirche in Biberach umfangreiche Sanierungsarbeiten begonnen, weshalb die Kirche für voraussichtlich vier Monate geschlossen bleibt. Während der Bauarbeiten finden ab Sonntag, 11. Juni, die Gottesdienste in Kooperation mit der evangelischen Krankenhausseelsorge statt. Daher feiern die Kirchenmitglieder ab sofort die Gottesdienste sonntags um 9.30 Uhr in der Krankenhauskapelle.

Die Krankenhauskapelle ist leicht zu finden: Wer den Haupteingang zur Klinik, Ziegelhausstraße 50, betritt, findet den Weg zur Kapelle ausgeschildert. Und über den unteren Seiteneingang zum Krankenhaus am Ende der Dinglingerstraße gelangt man gleich nach der Eingangstüre rechts zur Kapelle. Parkmöglichkeiten sind auf dem Parkdeck vor dem Krankenhaus vorhanden.

Währenddessen werden in der Friedenskirche Elektro- und Malerarbeiten erledigt. Das in die Jahre gekommene Heizungssystem und die Beleuchtung werden erneuert, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf rund 460 000 Euro.

Für Spenden zur Finanzierung ist die Kirchengemeinde weiterhin dankbar. Spendenkonto: Ev. Friedenskirche Biberach, IBAN: DE12 6005 0101 0004 4706 67, BW-Bank.

 

 

© Schwäbische Zeitung 09.06.2017

Jörg Weag will auch Zweifler für Gott begeistern
Der neue evangelische Pfarrer ist seit 1. Juni in Aulendorf – Offizielle Amtseinsetzung ist am 25. Juni

Aulendorf sz Die evangelische Thomaskirchengemeinde in Aulendorf hat einen neuen Pfarrer: Jörg Weag. Der 54-Jährige war zuletzt zehn Jahre lang Pfarrer in Gomaringen bei Tübingen. Bevor er nach Aulendorf wechselte, verbrachte er die vergangenen sechs Monate in Thessaloniki in Griechenland. Dort absolvierte er im Rahmen eines sogenannten Kontaktstudiums ein Semester an der theologischen Fakultät der Aristoteles-Universität. Seit 1. Juni lebt er mit seiner Frau im Pfarrhaus in Aulendorf. Weag ist Nachfolger von Gebhardt Gauß, der im September nach 22 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Noch sind zwar noch nicht alle Umzugskisten ausgepackt und auch die Küche ist noch nicht da, „aber meine Frau und ich sind froh, dass wir jetzt hier sind“, sagt Jörg Weag. Für das Ehepaar war dieser Umzug etwas Besonderes, denn es war der erste ohne die drei gemeinsamen Kinder. „Sie sind alle erwachsen und teilweise schon verheiratet“, berichtet der Pfarrer beim Besuch in seinem Arbeitszimmer im Pfarrhaus.

Seine drei Kinder hätten die bisherigen Umzüge im Nachhinein jeweils als Bereicherung erlebt, auch wenn im Vorfeld eines Wechsels natürlich nicht nur pure Freude darüber herrschte. „Mit Kindern ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt für einen Ortswechsel zu erwischen. Das hat bei uns immer ganz gut geklappt“, berichtet Weag, der seit Januar stolzer Opa einer Enkelin ist.

Inspiriert hat ihn in jüngster Vergangenheit vor allem sein sechsmonatiger Aufenthalt gemeinsam mit seiner Frau an der Universität in Thessaloniki. „Es war unheimlich spannend und bereichernd, mich mit der orthodoxen Theologie und Spiritualität auseinanderzusetzen.“ Durch das „Fremde und Andere“ habe er neue Impulse gewonnen und sich mit den eigenen Wurzeln des Glaubens neu beschäftigt. „Das war richtig gut“, schwärmt der 54-Jährige, der dabei zwar ganz unaufgeregt spricht, aber dennoch ein ein Funkeln in die Augen bekommt. „Die Frömmigkeit in der orthodoxen Kirche lebt von Symbolen und Ritualen, der Zugang zum Glauben funktioniert, anders als bei evangelischen Christen, durch Herzensfrömmigkeit und weniger durch Verstand und Intellekt. Aber wir haben auch durch Reformation und Aufklärung eine andere Geschichte und Kultur“, erklärt Weag.

Die Anregungen dieser interessanten Zeit möchte er in Aulendorf gerne einbringen. Und im Sinne des Jüngers Thomas, dem Zweifler und Namensgeber der Gemeinde, auch die Menschen ansprechen, die im Glauben noch auf der Suche sind oder gerade eine kritische Phase erleben. Wichtig ist für ihn zudem, einen gemeinsamen Weg mit dem Kirchengemeinderat zu beschreiten und auch ein gutes ökumenisches Miteinander in der Stadt. „Wir fühlen uns hier sehr wohl und es ist eine große Portion Vorfreude auf die neue Zeit hier dabei.“ Am Sonntag hält Weag seinen ersten Gottesdienst in der Thomaskirche. Aufgeregt sei er zwar nicht, aber eine gewisse Anspannung sei natürlich immer dabei.

 Viele Berufsstationen


Seinen Weg zum Pfarrer musste Weag erst finden. Der 54-Jährige mit dem empathischen Blick ist in Frickenhausen im Kreis Esslingen aufgewachsen. Nach der Mittleren Reife macht er eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker. Erst nach dem Zivildienst absolvierte er eine vierjährige theologische Ausbildung in der evangelischen Missionsschule in Unterweissach bei Backnang. Danach war er vier Jahre Jugendreferent in Brackenheim bei Heilbronn.

Nach elf Jahren als Gemeinde-Diakon in Dettingen an der Erms wurde er von der evangelischen Landeskirche ins Pfarramt berufen. „Das passierte auf Vorschlag des Dettinger Ortspfarrers und des Diakons von Bad Urach“, erzählt Weag, der in seiner aufgeschlossenen Art gleichzeitig Ruhe und Neugierde ausstrahlt.

Verbunden mit der Berufung ins Pfarramt war die erste eigene Pfarrstelle in Weil im Schönbuch bei Böblingen. Dazu begleitend absolvierte er parallel ein berufsbegleitendes Pfarrerseminar der Landeskirche. Nach drei Jahren in Weil im Schönbuch wechselte er nach Gomaringen. Nach zehn Jahren in der Gemeinde bei Tübingen heißt seine nächste Station nun also Aulendorf, der südlichste Ort in Weags bisherigen Berufsstationen. „Es gehört zu unserem Beruf dazu, das wir so etwa alle zehn Jahren die Gemeinde wechseln“, erläutert Weag. Die Umzüge seien „immer wieder ein Kraftakt“. Und der Abschied bedeute auch jedes Mal einen „Abbruch von Beziehungen“, besonders als Pfarrer. „Wir leben intensiv mit dem Menschen in einer Gemeinde zusammen.“

Andererseits seien die Neuanfänge auch wichtig. „Der Gemeinde tut es gut, wenn jemand Neues kommt. Und auch für einen selbst ist es wichtig, damit man nicht in eingefahrenen Bahnen stecken bleibt. Es ist immer beides: Wehmut und Freude.“

Die offizielle Amtseinsetzung von Pfarrer Jörg Weag ist am 25. Juni um 9.45 in der Thomaskirche. Nach dem Festgottesdienst, den auch der Kirchenchor und die Kinderkirche mitgestalten, gibt es einen Empfang in der Kirche mit Grußworten und Musik sowie ein Mittagessen im Gemeindesaal.

Quelle:
www.schwaebische.de/region_artikel,-Joerg-Weag-will-auch-Zweifler-fuer-Gott-begeistern-_arid,10682315_toid,84.html