© Schwäbische Zeitung 26.07.2017

Steffen Mohr ist Jugendreferent beim evangelischen Jugendwerk Biberach. (tab)


In­ter­view: "Das Hölz­le be­glei­tet mich ei­nen Groß­teil mei­nes Le­bens"
Jugendreferent Steffen Mohr leitet seit 14 Jahren das Ferienwaldheim Hölzle und freut sich auf das 60. Mal

 

Biberach - Das evangelische Ferienwaldheim Hölzle gibt es dieses Jahr zum 60. Mal. Mittlerweile sind es mehr als 1000 Kinder, die sich in den Sommerferien im Hölzle vergnügen. Rund 250 ehrenamtliche Mitarbeiter sind dafür nötig. Ein Kraftakt, den unter anderem Jugendreferent Steffen Mohr leistet. Er ist seit 14 Jahren hauptamtlicher Leiter des evangelischen Ferienwaldheims. Im Gespräch mit Tanja Bosch erzählt er, warum ihm das Hölzle so am Herzen liegt.

Herr Mohr, was ist das Besondere am Hölzle?

Für mich ist das Hölzle sehr wichtig und eine Herzensangelegenheit, es begleitet mich schon einen Großteil meines Lebens. Mit sechs Jahren war ich zum ersten Mal selbst im Hölzle und dann hat es mich nicht mehr losgelassen. Seit rund 19 Jahren bin ich ehrenamtlich und beruflich dabei. Ich erinnere mich auch, dass ich es als Kind immer toll fand, und das sehe ich auch heute bei den Kindern. Das Hölzle ist einfach eine andere Welt, die spannend ist und Spaß macht.

Gibt es Unterschiede von damals zu heute?

Klar. Wir sind sehr gewachsen. 2003 beispielsweise waren es knapp 800 Kinder, die das Hölzle besucht haben. 2016 waren es 1070 Kinder. 2003 waren es unter 150 Mitarbeiter, jetzt sind wir bei 250. Früher konnten Eltern ihre Kinder für vier Wochen hier anmelden, jetzt sind es sechs Wochen. Die Nachfrage ist einfach groß und das freut uns natürlich. Seit 2009 gibt es zusätzlich das Hölzle-Camp. Das ist ein Zeltlager für 13- bis 15-Jährige, das vor allem von Christoph Fuchs ausgebaut und gestaltet wurde. Wir versuchen immer, uns etwas Neues zu überlegen.

Was gibt es dieses Jahr, wenn das Hölzle zum 60. Mal stattfindet?

Wir haben uns viele tolle Dinge und was echt Cooles überlegt, was mir als Kind richtig in Erinnerung geblieben ist. Aber das wird jetzt noch nicht verraten, das soll eine Überraschung werden.

Haben sich die Kinder in den vergangenen Jahren verändert? Auch was die Mediennutzung betrifft?

Im Hölzle spüre ich das eher weniger, da herrscht sowieso Handyverbot für Kinder. Außerdem gibt es dort so viel zu erleben und zu entdecken, dass das Handy ein bisschen in den Hintergrund rückt. In der normalen Jugendarbeit ist die Veränderung allerdings schon krass. Ohne Handy geht gar nichts mehr. Und das nicht nur bei Jugendlichen. Auch wir im Hölzle bespielen natürlich unsere Facebook-Seite täglich.

Glauben Sie, das Hölzle wird irgendwann mal "uncool"?

Ich glaube nicht, denn Kinder sind einfach gerne draußen und spielen gerne mit anderen Kindern. Bei uns gibt es alles, von allen möglichen Ballsportarten über alles, was das Bastelherz begehrt, bis hin zu Gelände- und Outdoorspielen. Seit ein paar Jahren habe wir auch einen eigenen Kletterturm. Was uns jetzt noch fehlt, ist ein neues "Kindergartengebäude". Wir brauchen dringend zwei Gruppenräume statt nur einem und weitere sanitäre Anlagen. Das "Kindergartengebäude" wurde circa 1970 gebaut, da gab es um die 500 Kinder, jetzt sind wir bei mehr als doppelt so viel Kindern. Um uns diesen Wunsch zu erfüllen, sind wir allerdings auf Spenden angewiesen. Wir hoffen, dass wir das neue Gebäude nächstes Jahr in Angriff nehmen können.

Das Hölzle ist für Kinder von drei bis 14 Jahren geeignet. Es gibt noch freie Plätze im zweiten und dritten Abschnitt. Weitere Infos und Anmeldung: www.hoelzle-online.de.

© Schwäbische Zeitung 25.07.2017

Kernteamleiter Matthias Knecht (links) überreicht Zeltmeister Martin Heubach (mitte) und Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert zum Abschluss einen USB-Stick mit Bildern von allen Veranstaltungen. Foto: Privat

Zelt­kir­che zählt mehr als 8500 Be­su­cher
150 Helfer arbeiteten Hand in Hand für ökumenisches Mammutprojekt


Von Harald Kächler 25. Juli 2017

Balzheim/Wain - Über 8500 Menschen sind zu den insgesamt 37 Veranstaltungen der Zeltkirche in 15 Tagen nach Balzheim gekommen.
Die veranstaltenden Gemeinden und Institutionen sind näher zusammengerückt, die Ökumene in der Region ist im Jahr des Reformationsjubiläums sichtbar gestärkt worden.

Zum Abschluss kommen 660 Menschen

Exakt 8565 Besucher zählte der Zeltmeister Martin Heubach, nachdem zum Abschlussgottesdienst am vergangenen Sonntag 660 Menschen geströmt waren. Das war Tagesrekord. So konnte der "christliche Vagabund" Heubach feststellen: "Der Granatenaufwand hat sich gelohnt." Das bestätigte auch der katholische Pfarrer Gerhard Bundschuh aus Dietenheim: "Sehr vieles ging Hand in Hand, menschlich und geistlich, mit Gott."

Tatsächlich ist die Zeltkirche in Balzheim ihrem anspruchsvollen Motto "Hand in Hand" gerecht worden, fast 200 Helfer haben laut Kernteamleiter Matthias Knecht 18 Tage lang "am Reich Gottes mitgearbeitet." Für Knecht und seinen Stellvertreter Rudi Stetter ist es nun wichtig, "dass die Zeltkirche nachwirkt, dass ihr Ton weiterklingt" (Knecht) und dass "die Pflänzchen des Glaubens weiterwachsen (Stetter)."

Der Dritte im Bunde der Kernteamleitung, Emanuel Unterweger, war überrascht darüber, wie viele Personen bereit waren, für den Auf- und Abbau der Zelte drei Urlaubstage zu opfern. Auch Unterweger sieht die vielen Mühen belohnt: "Das Zelt bot eine hervorragende Möglichkeit, mit anderen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Konfession ins Gespräch zu kommen und über den Glauben zu reden." Das empfinden Matthias Knecht und der Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert genauso. Für Wingert war es die Zeltkirche "mit den meisten tiefgehenden Gesprächen" unterschiedlichster Art, man habe "frei vom Herzen gelacht, aber auch Tränen vergossen." Für den Geistlichen aus Sulz am Eck ist die Zeltkirche in Balzheim "innerlich noch lange nicht vorbei."

Besondere Akzente dieser Zeltkirche waren für Thomas Wingert die vier Themenabende der vier Gemeinden Dietenheim (Brauchtum), Wain (Heimat), Kirchberg (Musik) und Balzheim (Sport), welche die sehr unterschiedliche Prägungen der Orte auf kreative Weise verbunden hätten.

Rückmeldung ist positiv

Auch Rudi Stetter hebt die unterschiedlichen Formate der Veranstaltungen hervor, Matthias Knecht nennt sie "vielfältig, bunt und tiefgehend". Stetter hat nach eigenem Bekunden bisher nur positives Feedback bekommen. Dazu zählte er auch die Aussage "Ich habe zwar mit der Kirche nichts am Hut, aber das, was die Kirche hier macht, finde ich Klasse".

© Schwäbische Zeitung 25.07.2017

Melanie Haas (vorne, Zweite von links) und Marlies Ostgathe (mit Scheck) vom Diakonieladen "Ansichtssache" übergaben insgesamt 3500 Euro Spenden. Foto: Klaus Weiss

3500 Euro für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke
Bad Buchauer Diakonieladen "Ansichtssache" unterstützt einmal mehr soziale Projekte

Von Klaus Weiss 25. Juli 2017

Bad Buchau - Das Züglefest der Stadtkapelle hat der Bad Buchauer Diakonieladen "Ansichtssache" genutzt, um 3500 Euro Spenden an verschiedene Gruppen zu übergeben. Dazu gehört auch die Stadtkapelle Bad Buchau, die 1000 Euro für ihre neuen Uniformen in Empfang nehmen konnten.

Mit weiteren 3500 Euro haben die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen aus dem Diakonieladen "Ansichtssache" soziale Projekte und Einrichtungen im Federseeraum unterstützt. Auch wenn die Erlöse aus dem Ladengeschäft teilweise für Rücklagen, etwa für die Miete, bestimmt sind, konnten die ehrenamtlichen Helferinnen in der Vergangenheit bereits einige Projekte und Einrichtungen rund um den Federsee unterstützen. Was als Experiment begann, hat sich zu einer festen Adresse für schöne, gut erhaltene Second-Hand-Kleidung in Bad Buchau etabliert.

Profitieren können dabei nicht nur die Kunden des Diakonieladens mit preiswerten Artikeln, hauptsächlich Bekleidung. Beim Züglefest der Stadtkapelle überreichte Melanie Haas mit einer Abordnung des Diakonieladens den großen Scheck an die dankbaren Spendenempfänger. Je 500 Euro gingen an die Jugendmusikschule, an die Förderschule für einen Ausflug, an die Notfallseelsorge, an die Kolpingsfamilie Bad Buchau für neue Nikolausbärte und an das Hospiz Federsee für das ambulante Hospiz. Die Stadtkapelle konnte sich sogar über 1000 Euro zur Beschaffung der neuen Uniformen freuen. Insgesamt verteilten die Helferinnen 3500 Euro an Spenden.

© Schwäbische Zeitung 24.07.2017

Foto T. Warnack

Beim öku­me­ni­schen Ge­mein­de­fest ist für Groß und Klein was ge­bo­ten

Riedlingen - Luftballons und Spiele für die Kinder, ein Gottesdienst, Kirchenführungen, musikalische Unterhaltung mit den "Dappers" und der Stadtkapelle, Mittagessen und eine Sammelaktion für ausgediente Handys - all das war am Sonntag beim ökumenischen Gemeindefest der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Riedlingen geboten. Und trotz des unbeständigen Wetters waren viele gekommen, um in guter ökomenischer Tradition gemeinsam zu feiern.

Foto: Thomas Warnack


© Schwäbische Zeitung 21.07.2017

Im kleinen Park zwischen den beiden Kirchen soll das ökumenische Gemeindefest steigen. Foto: uno

"Ge­mein­sam(e) Schät­ze he­ben"
Ökumenisches Gemeindefest am Sonntag, 23. Juli, in Riedlingen
 
Von Bruno Jungwirth 21. Juli 2017

Riedlingen - Im Jahr des Reformationsjubiläums feiern die evangelische und die katholische Kirchengemeinde in Riedlingen wieder ein gemeinsames, ökumenisches Gemeindefest. "Gemeinsam(e) Schätze heben" lautet das Motto des Fests, das am kommenden Sonntag, 23. Juli, im Park zwischen den beiden Kirchen über die Bühne gehen wird.

Bereits vor acht Jahren gab es eine Auflage des ökumenischen Gemeindefests. Nun im Jubiläumsjahr "500 Jahre Reformation" findet die Neuauflage statt. "Das ist ein Ausdruck von einem guten Miteinander", sagt Pfarrer Walter Stegmann. Und Pfarrerin Anne Mielitz ergänzt: Das Reformationsjubiläum sei nicht gegen die katholische Kirche gerichtet.

Im Gegenteil: Mit dem Motto "Gemeinsam(e) Schätze heben" wollen die beiden großen christlichen Kirchen am Ort das Augenmerk bewusst auf die Themen lenken, die die Kirchen miteinander teilen. Die Kirchen verbindet die gemeinsame Grundlage: Der Glaube an den gleichen Gott, der Glaube an Jesus Christus und die Grundlage des Glaubens, die Bibel. Und beide Geistliche sind sich darin einig, dass die Konfessionen in vielen Bereichen, die sie einst trennten, bereits eng zusammengerückt sind. So gibt es längst ökumenische Trauungen oder die Taufen werden gegenseitig anerkannt.

Taufe verbindet

Auch bei einst strittigen Themen haben sich die Kirchen aus ihrer Sicht bewegt. Der von Reformator Martin Luther so heftig angeprangerte Ablasshandel ist in der katholischen Kirche inzwischen längst über Bord geworfen. Und in der evangelischen Kirche haben auch einst verpönte Zeichen und Symbole Einzug gehalten: "Unsere Liturgie ist reicher geworden", sagt Pfarrerin Mielitz, "Rituale und Gesten können heilsam sein". Manche Symbolik hätte die evangelische Kirche übernommen, wie etwa die Taufkerze, die es früher kaum gab.

Von daher sehen er und Pfarrerin Mielitz trennende Elemente weniger in Glaubensinhalten, als mehr in unterschiedlichen Traditionen, in unterschiedlich gewachsenen Strukturen. Und auch ein unterschiedliches Amtsverständnis herrscht vor. Den hierarchischen Aufbau mit einem Papst an der Spitze gibt es nur bei den Katholiken. Das Priestertum ist in der katholischen Kirche ein Sakrament, in der evangelischen Kirche nicht. Dort gelte das "Priestertum der Gläubigen". Frauen als Priesterinnen sind eine Normalität, von der die katholische Kirche noch weit entfernt ist.

Im täglichen Miteinander vor Ort gibt es bereits viele Überschneidungen und eine gute Zusammenarbeit, betonen beide: Ob in der Flüchtlingsarbeit, bei den Kinderbibeltagen, der Sozialstation oder beim Frauenweltgebetstag - in diesen Bereichen findet Zusammenarbeit und Austausch statt. "Es gibt in den Gemeinden eine große Offenheit", sagt Stegmann. Und Pfarrerin Mielitz ergänzt: "In Riedlingen habe ich das Gefühl gleichberechtigt anerkannt zu sein."



© Schwäbische Zeitung 17.07.2017

Mit der Kritik am Ablasshandel beginnt die Geschichte der Reformation. Damit beginnt auch das Luther-Schauspiel in Altshausen. Foto: Barbara Baur

Geschichtsunterricht im Freilichttheater

Luther-Schauspiel in Altshausen fesselt die Zuschauer auch bei niedrigen Temperaturen

Altshausen sz Das Freilichtschauspiel „Martin Luther“ hat am Wochenende zahlreiche Besucher nach Altshausen gezogen. Das Stück wurde anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation an drei Tagen aufgeführt. Alle drei Vorstellungen waren restlos ausverkauft.

Bereits vor dem Stück war die Spannung im Publikum deutlich zu spüren. Immer wieder konnte man ein „Ich bin so gespannt“ vernehmen. Als Pfarrerin Barbara Koch zur Begrüßung ansetzte, war es mucksmäuschenstill. Nach der Rede ertönten dann Paukenschläge. Der eine oder andere Zuschauer zuckte kurz erschrocken zusammen. Die 600 Zuschauer auf der Tribüne auf dem Schlossplatz verfolgten anschließend gespannt das Geschehen vor dem Seminargebäude des Schlosses.

Zu Beginn des Stückes schmunzelten einige Besucher, als ein Statist über den Platz gescheucht wurde. Ansonsten war das Stück eher ernst.

„Es ist interessant zu sehen, wozu Laien fähig sind“, meinte eine Zuschauerin. Der Großteil der Schauspieler hat keine Theatererfahrung. Die Atmosphäre sorgte ebenfalls für Begeisterung. Das Stück wurde vor den Toren des Altshausener Schlosses aufgeführt, das als Kulisse in das Stück eingebaut wurde. Durch die Beleuchtung, die durch die aufkommende Dunkelheit nötig war, wurde das Schloss zudem noch in Szene gesetzt. Lediglich die aufkommende Kälte störte den einen oder anderen Zuschauer. Doch das Geschehen vor dem Seminargebäude des Schlosses lenkte davon ab. „Die Aufführung ist sehr gut“, sagt Hildegard Pfaff. Auch Annika Fischer ist begeistert. „Das Auftreten der Schauspieler ist super. Es ist echt toll gemacht“, sagt sie. Beim Zuschauen orientiere man sich zudem ein wenig an der Geschichte, die man ja doch ein wenig kenne.

Vorwissen ist notwendig

Hildegard Pfaff meint dazu, dass man sich „fast hätte einlesen müssen“, um auch wirklich alles zu verstehen. Die Handlung sei zwar verständlich dargestellt, aber kleinere Details seien für Laien nicht immer erkennbar. Marika Marsovszki aus Bad Saulgau sammelte „gute Eindrücke“. Die Regisseurin Jutta Golitsch habe es „wunderbar“ gemacht. Beeindruckend seien zudem die großen Schauspielgruppen und die gute Inszenierung. Hierbei wirkten auch die Gelben Husaren mit, die im Laufe des Stückes immer wieder über den Platz ritten und auch Streitigkeiten lösten. Die Pferde zogen immer wieder die Blicke der Zuschauer auf sich. Ebenso wanderten die Blicke zur Bühne des Musikvereins, der das Stück unter Leitung von Carmen Hugger musikalisch begleitete.

Auch die Bewirtung durch die Altshausener Vereine vor dem Stück und in der Pause wurde von den Zuschauern dankbar angenommen. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, wurden hierfür mehrere Hütten hinter der Tribüne aufgebaut.

„Es ist bisher alles planmäßig verlaufen“, sagte Pfarrerin Barbara Koch am Sonntagnachmittag, unmittelbar vor der abschließenden Vorstellung am Abend. Alle Aufführungen konnten bisher planmäßig durchgeführt werden. Mit der Hauptprobe, der öffentlichen Generalprobe am Donnerstag, der Premiere am Freitag und den beiden regulären Vorstellungen am Samstag und Sonntag, seien Verantwortliche und Schauspieler nun an insgesamt fünf Tagen auf der Bühne gestanden. Das hat sich auch gelohnt. Schon lange vor den Aufführungen gab es keine Karten mehr.

© Schwäbische Zeitung 14.07.2017

Erstaufführung in Altshausen: Das Freilichtschauspiel „Martin Luther“ Quelle: Schwäbische Zeitung - RegioTV

Freilichtschauspiel zeigt Luther als Menschen

Das Team um Theaterpädagogin Jutta Golitsch zeigt bis morgen vier Vorstellungen in Altshausen


Altshausen sz Erstaufführung in Altshausen: Das Freilichtschauspiel „Martin Luther“ ist bei der Generalprobe auf dem Seminarplatz am Donnerstagabend erstmals der Öffentlichkeit gezeigt worden. Autorin und Regisseurin Jutta Golitsch ist es gelungen, mit 88 Schauspielern Schlüsselszenen aus dem Leben des Kirchenreformators spannend in Szene zu setzen. Der Musikverein Altshausen begleitete das Stück musikalisch. Für alle Akteure gab es am Ende der Aufführung von den Zuschauern kräftigen Applaus und Bravo-Rufe.

Das Drama um Martin Luther beginnt mit kräftigen Paukenschlägen. Die Zuschauer werden in das ausgehende Mittelalter versetzt, als die Gläubigen sich noch bei Pfarrern in Form von Ablassbriefen Seelenheil kaufen konnten: Der Ablassprediger Johann Tetzel, gespielt von Paul Reisch, ist mit seinem Gefolge in der Stadt Jüterbog unterwegs. Er verspricht den Gläubigen die Vergebung aller Sünden, sogar, wenn man sich der Gotteslästerung schuldig gemacht habe. Nach dem Motto „Sobald die Münze in dem Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“ versucht er, den Menschen Ablassbriefe zu verkaufen. Erhältlich seien die Briefe nur an einem heiligen, gesegneten Ort: in der Liebfrauenkirche. Viele Menschen folgen ihm.

 Prediger belächeln Luther

Die Hauptfigur Martin Luther tritt anfangs nur indirekt auf: Die Ablass-prediger unterhalten sich über ihn. „Einige mäkeln über die Ablasspraxis“, sagen sie und machen sich lustig über ihn. „Luder“ sei früher sein eigentlicher Name gewesen, außerdem entstamme er einer unbedeutenden Familie. Sie belächeln ihn auch wegen des Gerüchts, dass er nach einem Blitzschlag ins Kloster eingetreten sein soll. Luther (Michael Bertsch) selbst tritt erstmals als Prediger in Erscheinung. Von einer Kanzel rechts auf dem Seminarplatz wettert er gegen die gängige Ablass-praxis: „Wer wird diesem Humbug ein Ende bereiten?“, fragt er. Später nagelt er seine 95 Thesen wider den Ablass an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg.

Luther wird von Hauptdarsteller Michael Bertsch als aufrechter Mann porträtiert, der aber auch von starken Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt ist. „Guter Gott, bin ich fehl?“, fragt er. „Bin nur ich gut und lagen vor mir alle Menschen falsch?“ Er habe doch nur einen Missstand angesprochen, keine neuen Glaubenssätze verbreitet. Obwohl er in Gefahr ist, zum Tode verurteilt zu werden, kann er es nicht unterlassen, die Ablasspraxis anzuprangern. „Was Johann Tetzel den Menschen verheißt, ist Hochverrat an Gott“, sagt er.

Indem er sich gegen die gängige Kirchenpraxis stellt, macht sich der Theologe viele Feinde. Er setzt sich so der Gefahr aus, als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Es dauert nicht lange, bis seine Gegner rufen: „Luther soll brennen!“ Die Situation spitzt sich zu, als er der Ketzerei verdächtigt wird und nach Rom vors höchste Gericht soll. Sein Freund und Beichtvater Johann von Staupitz (Holger Baur) will ihn vor dem Schlimmsten bewahren. Er dürfe die Eminenz nicht provozieren, solle während des Gesprächs niederknien. „Es wird keine Diskussion geben“, sagt von Staupitz. „Er erwartet nur ein Wort: Revoco – ich widerrufe!“ Genau das kann Luther nicht. „Ich will nicht durch den Widerruf der Worte zu einem Ketzer werden, durch die ich überhaupt erst zu einem Christen geworden bin“, entgegnet Luther dem Kardinal Thomas Cajetan (Josef Staudacher) während eines Verhörs. Später verbrennt Luther päpstliche Bücher und eine Bulle (päpstliche Urkunde, d. Red.), was zum endgültigen Bruch mit Rom führt. Auf dem Wormser Reichstag fordert der Kaiser erneut seinen Widerruf, was Luther erneut ablehnt. Auf seinem Heimweg wird der Geistliche zu seinem eigenen Schutz von Soldaten des sächsischen Kurfürsten entführt und auf der Wartburg inhaftiert. Später heiratet er die geflohene Nonne Katharina von Bora (Eva Lupberger).

 Es kommt zum Krieg

Während Luther auf der Wartburg an der Übersetzung der heiligen Schrift in die deutsche Sprache arbeitet, spitzen sich die Auseinandersetzungen vor den Schlossmauern zu. Im Bauernkrieg kommt es zu blutigen Schlachten. Die Schauspieler bringen den blutigen Konflikt eindrucksvoll auf die Bühne: Sie kämpfen mit Mistgabeln und Dreschflegeln, um sich aus der Leibeigenschaft zu befreien. Plötzlich ist der Seminarplatz voller blutiger Gestalten, die nach ihrem Kampf tot zusammenbrechen. Martin Luther verweigert den Bauern die Unterstützung. Trotz dieser Zuspitzung endet das Stück versöhnlich im vom Reformator geschriebenen Schlusschoral „Wir glauben all an einen Gott“.

Jutta Golitsch und den Schauspielern ist es gelungen, Luther nicht idealisiert, sondern als Menschen darzustellen. Obwohl die geschichtlichen Zusammenhänge – zumindest in ihren groben Zügen – allen Zuschauern bekannt sein dürften, war das Stück bis zum Schluss spannend. Trotz der vollbesetzten Tribüne mit ihren 600 Plätzen war es mucksmäuschenstill. Eine beachtliche Leistung zeigte auch der Musikverein Altshausen, der unter der Leitung von Carmen Hugger das Theaterstück musikalisch untermalte. Als sich die Schauspieler und die Gelben Husaren mit ihren Pferden zum Schlussbild aufstellten, erhielten sie und der Musikverein viel Applaus und Bravo-Rufe.

Nach der Premiere, die am Freitagabend stattfand, gibt es noch Aufführungen am Samstag und Sonntag. Die Karten sind restlos ausverkauft.

© Schwäbische Zeitung 10.07.2017

Die Kinder des evangelischen Kindergartens Braithweg machen alles für den Umzug bereit: Die Spielsachen werden gewaschen und mit in die Memelstraße genommen. Foto: Tanja Bosch

Kin­der­gar­ten Braith­weg schließt sei­ne Pfor­ten

Kinder ziehen am 4. August in die Memelstraße um - Erzieher beginnen im neuen Kindergarten im Talfeld

Von Tanja Bosch 10. Juli 2017

Biberach - Im Kindergarten Braithweg herrscht Aufbruchstimmung. Am 4. August heißt es Abschied nehmen, denn der älteste evangelische Kindergarten Biberachs schließt für immer seine Pforten. Die Kinder ziehen dann in den Kindergarten in die Memelstraße um und die Erzieherinnen wechseln in den Kindergarten im Talfeld. Für Inge Ulmer, die den Kindergarten seit 2015 leitet, ist das gar nicht so einfach: "Ich bin sehr traurig, wenn ich an den Umzug denke. Hier ist es so schön und idyllisch, ich will gar nicht weg."

Die Stadt Biberach hat in einem langen Prozess entschieden, dass der Kindergarten Braithweg geschlossen wird. Die Räumlichkeiten sind zu klein, um noch weitere Gruppen zu eröffnen und entsprechen auch nicht mehr den heutigen gestiegenen Anforderungen an unterschiedliche Kinderbetreuungsformen. Jetzt soll die Braith-Grundschule das Grundstück am Ratzengraben übernehmen, denn die Schule benötigt dringend mehr Platz.

Fünf Jahre Diskussion

"Es war keine leichte Entscheidung, wir diskutieren bestimmt schon seit fünf Jahren darüber, wie es hier weitergehen soll", sagt der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann. "Ich bin natürlich einerseits traurig, dass der älteste evangelische Kindergarten schließt, aber ich freue mich über die Lösung, dass die Braith-Schule hier eine Außenstelle bekommt. Der Ort ist einfach wie für Kinder gemacht." Bis die Schule allerdings soweit ist, wird der Tafelladen Biberach vorübergehend in die Räume am Ratzengraben umziehen.

Anja Assfalg, die Geschäftsführerin der Kindergärten der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach, fällt der Standortwechsel schwer: "Für mich als Biberacherin ist das wirklich sehr traurig. Seit ich denken kann, weiß ich, dass hier dieser Kindergarten steht. Ich mag auch das Gebäude sehr gern, auch wenn es langsam bröckelt", sagt sie. "Und so geht es bestimmt vielen Biberachern." Doch auch sie versteht die Sachargumente, die dafürsprechen, den Kindergarten zu schließen.

Gebäude zu klein

"Es gibt so viele unterschiedliche Betreuungsformen, die Tendenz geht einfach zu größeren Einrichtungen und das können wir mit diesem Gebäude nicht leisten", sagt Pfarrer Heinzelmann. "Die evangelische Kirchengemeinde übernimmt dann aber dafür den neuen viergruppigen Kindergarten im Talfeld, der im November eröffnet werden soll." Dorthin wechselt dann auch das Braithweg-Team. Die Kinder gehen dann künftig in den Kindergarten in der Memelstraße. "Wir wollten sie nicht aus der Stadt wegholen und finden die Lösung gut"; sagt Pfarrer Heinzelmann. "Die freuen sich auch auf den Umzug, für sie ist das ein Abenteuer." Dass die Kinder nicht darunter leiden, ist auch Anja Assfalg sehr wichtig: "Für die Kinder ist das eine super Lösung, sie kommen in tolle neue Räume. Es wäre egoistisch nur an uns zu denken, weil wir an diesem Kindergarten so hängen."

Ihre Lieblingsspielsachen nehmen die Kinder beim Umzug in ihren neuen Kindergarten mit und auch das Geld, das sie beim Flohmarkt während des Fajuki verdient haben. "Mit einem symbolischen Scheck werden wir beim neuen Kindergarten ankommen", sagt Inge Ulmer. Und dann heißt es Abschied nehmen. Von den Kindern und auch von den Räumen im Braithweg.

© Schwäbische Zeitung 10.07.2017

© Foto Artur K. M. Bay

Die aktiven und ehemaligen Choristen freuen sich sichtlich über das Wiedersehen beim Jubiläum. Artur K. M. Bay. Foto Artur K. M. Bay

Jubiläum: Musik und frohe Botschaft gehören zusammen

Evangelischer Kirchenchor feiert sein 40-jährige Bestehen – Gottesdienst und Stehempfang

 

Bad Saulgau sz Mit einem feierlichen Festgottesdienst in der Christuskirche in Bad Saulgau und einem anschließenden Stehempfang im Kirchgarten hat der evangelische Kirchenchor Bad Saulgau sein 40-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche ehemalige Sänger waren gekommen, darunter die Mitbegründerin und frühere Chorleiterin des Kirchenchors, Vera Schreiber aus Stuttgart. Unter den Festgästen befand sich auch der frühere Pfarrer in Saulgau, Theodor Remppis aus Wangen, mit seiner Ehefrau Annegret, ehemalige Sängerin im Sopran des Chores. In ihrer Festpredigt unterstrich Pfarrerin Stefanie Zerfaß den engen Zusammenhang von Verkündigung des Evangeliums und Gesang. Zudem wurden vier Täuflinge in die Kirchengemeinde aufgenommen.

Die große gemeinsame Chorfamilie aus Ehemaligen und Aktiven unter der Leitung von Heidrun Boll intonierte im Wechsel mit der großen Gemeinde einen der schönsten Choräle aus der sakralen evangelischen Literatur: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit.“ Begleitet wurden die Lieder an der Orgel, zum einen von Gerhard Merz und zum andern von Olga Balzer. Es folgte das bekannte „Lobet den Herren alle, die ihn ehren“. Der Text passte zum strahlenden Wettergeschehen beim anschließenden Stehempfang im Kirchgarten. Zuvor, gegen Ende des Gottesdienstes, hatte Pfarrerin Stefanie Zerfaß die langjährigen Sänger im Namen der evangelischen Kirchenmusik auf Landes- und auf Bundesebene mit Urkunden ausgezeichnet

Die amtierende Chorleiterin Heidrun Boll hatte in ihrer Begrüßungsansprache gleich zwei Zitate parat. Das eine stammt von einem überragenden Musiker im Umfeld der evangelischen Kirche, das zweite vom Reformator selbst. Johann Sebastian Bach habe gesagt, „bei einer andächtigen Musik ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart.“ Von Martin Luther stamme der Ausspruch: „Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, die den Teufel vertreibt und die Leute fröhlich macht.“

Bei der Begegnung mit den vielen Gästen, die zum Stelldichein im Grünen unter schattigen Bäumen gekommen waren, stellte sich in einem persönlichen Gespräch heraus, dass ein evangelischer Kirchenchor bereits vor der Gründung des Jubiläumschores im Jahr 1977 existiert hatte, nämlich von 1954 bis 1963. Gegründet hat ihn der damalige Lehrer Kurt Seemüller. Es gab zu jener Zeit noch eine evangelische Konfessionsschule in Saulgau, die Kurt Seemüller geleitet hatte. Damals seien es 18 Sängerinnen und Sänger gewesen, meist Ehepaare, die sich dem Chorgesang verpflichtet fühlten.

Die Geschichte auf Schautafeln

Von Heidrun Boll und Hanne Aichler in Szene gesetzt, wurde beim Stehempfang an zwei großen Schautafeln in Wort und Bild, darunter zahlreiche Artikeln aus der Schwäbischen Zeitung, die 40-jährige Geschichte des Kirchenchors dokumentiert. Mit einem herzlichen „Prosit“ seitens der Chorleiterin Heidrun Boll, bei erfrischenden Getränken und köstlichen Häppchen wurden so manches Ereignis sowie die eine oder andere Anekdote aus früheren Zeiten wieder lebendig.

© Schwäbische Zeitung 07.07.2017

Musikalisch auf hohem Niveau und dazu unterhaltsam ist das ökumenische Serenadenkonzert auf dem Oberamteihof. Foto: Artur K.M. Bay

Musik verbindet christliche Konfessionen

90 Mitwirkende bei ökumenischer Serenade auf dem Oberamteihof – Anlass ist 500 Jahre Reformation

Bad Saulgau sz Einmal mehr ist am Donnerstagabend auf dem Oberamteihof deutlich geworden, dass die beiden christliche Konfessionen mehr verbindet als sie trennt. Das Zauberwort ist die Musik, das die Herzen der Menschen am stärksten berührt. Drei Gesangensembles – der evangelische Kirchenchor, der Chor der katholischen Kirchengemeinde Ultreja und der Gospelchor Joyful Singers bildeten ab und an einen großen Gemeinschaftschor. Instrumental waren es die Bläser des evangelischen Posaunenchors, die das Serenadenkonzert abrundeten.

„Splender of Brass“ intonierte der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Alexander Fischer zur Eröffnung des gut einstündigen Konzerts – ein Stück des 46-jährigen, preisgekrönten Komponisten Martin Schlotz, das sehr erhaben und feierlich ertönte, und einem festlichen Introitus gleichkam.

Danach begrüßten Marika Marsovszki, die stellvertretende Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, und Schwester Marie-Catherine, die als Krankenhaus-Seelsorgerin und Pastoralreferentin in der katholischen Kirchengemeinde tätig ist, das Publikum. Sie stellten das ökumenische gute Miteinander in den Vordergrund und wünschten den Zuhörern viel Vergnügen.

Jetzt konnten alle Protagonisten, Publikum und Chöre gemeinsam ihre Stimmen und Instrumente erklingen lassen – und zwar beim Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Obwohl dieser Choral im neuen Gotteslob keine Berücksichtigung fand, ist dieser prächtige Sommerhymnus, der den älteren Bad Saulgauern nicht unbekannt ist, weil sie schon in den 50er-Jahren bei den damaligen Kinderfesten dieses Lied sangen, ein absolutes Muss.

Verschiedene Verse

Den ersten Vers begleitete der Posaunenchor. Vers zwei übernahm der Gospelchor, dirigiert von Alexander Schleinitz-Kamps, gemeinsam mit dem katholischen Kirchenchor, am Keyboard Chorleiterin Schwester Antonie Wellmann. Bei „Die Lerche schwingt sich in die Luft“, so die dritte Strophe, war erneut der Posaunenchor gefragt und schließlich übernahm den vierten Vers der evangelische Kirchenchor, dirigiert von Heidrun Boll.

„Das Evangelium weht wie ein laues Lüftchen“, zitierte sinngemäß Pfarrer Paul Bräuchle den Reformator Martin Luther. Die Publikation Luthers „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, habe der katholische Kardinal Walter Kaspar als „die sympathischste reformatorische Schrift“ bezeichnet.

Schwester Marie-Catherine las aus einem Buch des 2005 verstorbenen Kabarettisten Hans Dieter Hüsch vor, der zu Psalm 18 unter anderem feststellte: „Gott lässt mich nicht ins Leere laufen.“ Beim „Go down Moses“ des Gospelchors kam Rhythmusstimmung auf, weil mit geklatscht werden durfte. Beim Taizé-Lied „Nada de turbe“ (Nichts soll dich ängsten), 1582 getextet von Therese von Avila, lag ein weltumspannende Fluidum in der Luft – es war förmlich zu spüren.

 Insgesamt waren es nahezu 90 Mitwirkende, allein 70 Sänger sowie 20 Bläser, die die ökumenische Serenade im Lutherjahr zum Gedenken an 500 Jahre Reformation zu einem erbaulichen und fröhlichen, konzertanten Erlebnis engagiert gestalteten.

Ein gemeinsamer Höhepunkt der Veranstaltung sollte dann, im Stehen gesungen, der Schlusschoral „Großer Gott wir loben dich“ werden. Der große Zuhörerkreis belohnte durch einen dankbaren und lang anhaltenden Beifallssturm das komplette vokale und instrumentale Ensemble.


© Schwäbische Zeitung 07.07.2017

Lärm statt Liturgie: In der Stadtpfarrkirche St. Martin wird der Fußboden entfernt, um die neue Temperierung einzubauen. FOTO: GERD MÄGERLE

Stadt gibt eine Mil­li­on für Kir­chen­sa­nie­rung

Bauarbeiten in der Stadtpfarrkirche kosten drei Millionen Euro und sollen 2019 beendet sein


Biberach - Die Arbeiten zur Generalsanierung der Stadtpfarrkirche St. Martin laufen bereits seit einigen Wochen. Nun hat auch die Stadt Biberach ganz offiziell ihren Teil zur Finanzierung der Arbeiten beigetragen. Der Gemeinderat gab grünes Licht für einen einmaligen Zuschuss von einer Million Euro. Das Geld wird bis 2019 in drei Raten an die Stiftung Gemeinschaftliche Kirchenpflege ausbezahlt.

Laut geht es derzeit im hinteren Teil des Kirchenschiffs von St. Martin zu, der mit einer Konstruktion aus Holz, Folien und Kunststoffplatten so eingehaust wurde, dass kein Staub oder Bauschutt an die Wand und Deckengemälde oder andere Kunstgegenstände der Kirche gelangen kann.

Nachdem das Gestühl inzwischen ausgebaut worden ist, wird nun der Boden um sieben Zentimeter abgefräst. Das ist notwendig, um die neue Temperierung einzubauen, die große Temperaturschwankungen in der Kirche über das Jahr hinweg verhindern soll. Dies ist in erster Linie aus bauphysikalischer Sicht für den Erhalt des Denkmals notwendig, führt aber auch dazu, dass gerade in der kalten Jahreszeit wieder erträglichere Temperaturen für Kirchenbesucher herrschen. Die Baumaßnahme, vor allem das Abfräsen des Bodens, ist mit dem Denkmalamt besprochen und genehmigt.

Die Kirche verfüge am Ende über 20 Heizkreise, die in zwölf Regelzonen unterteilt sind, erläuterte Architekt Rolf-Bernd Gurland im Rat. In der Kirche befinden sich 33 Sensoren für Temperatur und Raumfeuchte in verschiedenen Höhen, deren Daten in die Steuerung der Temperierung einfließen; ebenso die Daten einer Wetterstation, die außen an der Kirche angebracht wird. Selbst die Sonneneinstrahlung in die Kirche wird gemessen und hat Einfluss auf das System. "Ich hoffe nur, dass diese Anlage durch einen handelsüblichen Mesner bedient werden kann", sagte Oberbürgermeister Norbert Zeidler in Anbetracht der vielen technischen Feinheiten.

Rund 1,83 Millionen Euro kostet die neue Temperierung, die über eine Grundwasser-Wärmepumpe (Zieh-Schluck-Brunnen) betrieben werden soll. Weitere 1,1 Millionen soll die Außensanierung kosten, 150 000 Euro die Sanierung der Orgel und nochmals 40 000 Euro sind für den Kirchturm veranschlagt. Bei diesen drei Zahlen handelt es sich aber lediglich um Kostenschätzungen. Neben dem Eine-Million-Zuschuss der Stadt bringen die beiden Kirchen (evangelisch und katholisch) insgesamt 1,12 Millionen auf. Hinzu kommt ein geplanter Zuschuss der Bauhütte Simultaneum von 880 000 Euro. Die Bauhütte fungiert als Spendensammler in der Öffentlichkeit für die Sanierung. "Derzeit haben wir gut 600 000 Euro beisammen, wir freuen uns also noch über weitere Spenden", sagte Hans Beck vom Vorstand der Bauhütte im Gemeinderat.

Die Räte gewährten den Zuschuss der Stadt gerne. "Die Kirche ist das stadtbildprägende Gebäude schlechthin", sagte Herbert Pfender (CDU). Deshalb sei es nur richtig, dass sich die Stadt finanziell beteilige. Seine Fraktion habe den Antrag für den Zuschuss bereits zum Haushalt 2014 gestellt. Das Simultaneum sei ein schönes Zeichen für die Solidarität in Biberach, so Pfender.

Die Temperierung sei sinnvoll, sagte Gabriele Kübler (SPD). Sie hoffe, dass damit auch die gelegentlichen Zuglufterscheinungen in der Kirche verschwinden. Der Gemeinderat begleite die Sanierung wohlwollend.

"St. Martin ist ein Denkmal im allerbesten Sinne", sagte Ulrich Heinkele (CDU), deshalb sei die Temperierung auch wichtig.

"Es geht hier um die Kirche in unserer Stadt", sagte Josef Weber (Grüne), deshalb sei die Notwendigkeit für den Zuschuss klar. Auch die FDP stimme gerne zu, so Christoph Funk, "uns war wichtig, dass die gesamte Maßnahme inzwischen als sinnvoll beurteilt worden ist".

Alle Stadträte stimmten anschließend für den Zuschuss, was der evangelische Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann mit dem Satz kommentierte: "Wenn ich jetzt was sagen dürfte, würde ich ganz laut ,Halleluja' rufen." Der städtische Zuschuss wird bis 2019 in drei jährlichen Raten ausbezahlt. Dann ist auch der Abschluss der Sanierung geplant.

Ein Video dazu gibt es unter
www.schwäbische.de/kirchensanierung-bc


© Schwäbische Zeitung 06.07.2017

Kurt Die­mer be­fasst sich mit der "Lu­the­rei"


Neues Buch über die Reformation in Biberach und ihre Folgen erschienen - Präsentation am 11. Juli


Biberach - Die Reformation prägt die Geschichte von Stadt und Landkreis Biberach bis heute. Ein neues Buch mit dem Titel "und nahm die Lutherei täglich zu" versammelt Aufsätze von Kurt Diemer, dem ehemaligen Biberacher Stadtarchivar und Kreisarchivdirektor, zu diesem Thema.

Die Reformation hat die Geschichte von Stadt und Landkreis Biberach stark geprägt. Das gilt vor allem für die ehemalige Reichsstadt Biberach, die sich in kirchlichen und politischen Fragen nach zähem Ringen sogar auf die Parität, also die Ausgewogenheit zwischen den Konfessionen geeinigt hat. Doch auch in der Geschichte vieler Gemeinden haben Reformation und Gegenreformation tiefe Spuren hinterlassen. Einer der besten Kenner dieser Entwicklungen ist Kurt Diemer, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feierte. Das neue Buch versammelt gedruckte und unpublizierte Aufsätze. Herausgegeben wird der Band von der Gesellschaft für Heimatpflege, dem Landkreis Biberach und der Stadt Biberach. Die Schützendirektion beteiligt sich finanziell.

Die Reformation und ihre Folgen seien eine Art Lebensthema für Diemer, betonte Landrat Schmid. "Wir haben deshalb gerne das Reformationsjubiläum und den 75. Geburtstag des Autors zum Anlass genommen, dieses Buch zu unterstützen.

Das Buch "und nahm die Lutherei täglich zu" kostet 19,80 Euro und ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-943391-96-1). Eine öffentliche Buchpräsentation findet am Dienstag, 11. Juli, um 19 Uhr im Museum Biberach statt. Es sprechen Kulturdezernent Jörg Riedlbauer, Jürgen Kniep, Leiter des Kreiskultur- und Archivamts, Otmar M. Weigele, Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatpflege (GfH), und Kurt Diemer. Der Eintritt ist frei.

© Schwäbische Zeitung 06.07.2017

Lan­des­bi­schof July be­sucht Rot an der Rot

Rot an der Rot - Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, hat bei einem Besuch in Rot an der Rot die Klosterkirche St. Verena und den Rundschrank des Abts Hermann Vogler im ehemaligen Kloster besichtigt. Zuvor war er bei der Firma JaKo Baudenkmalpflege in Emishalden, die bereits mehrere Aufträge für evangelische Kirchengemeinden im Land ausgeführt hat. Die Geschäftsführer Bernd, Martin und Karlheinz Jäger erläuterten den Werdegang von der Ein-Mann-Zimmerei zum Gesamtdienstleister für denkmalgeschützte Bauten mit 80 Mitarbeitern. Im Bild (v. l.) Verena Rehm (JaKo), Marion Hohenhorst (Kirchengemeinde), Karl Walk (Jugendhaus St. Norbert), Bischof Frank Otfried July, Bernd Jäger, Martin Jäger, Karlheinz Jäger und die Roter Bürgermeisterin Irene Brauchle. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung 04.07.2017

Die evangelische Pfarrerin Stefanie Zerfaß, die katholische Pastoralreferentin Schwester M. Marie-Catherine Müller und Marika Marsovszki vom evangelischen Kirchengemeinderat laden gemeinsam zur ökumenischen Abendserenade morgen, Donnerstag, beim Rath. Foto: Rudi Multer

Bad Saulgau sz Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Bad Saulgau laden morgen, Donnerstag, zu einem ökumenischen Serenadenkonzert auf dem Hof des Rathauses (Oberamtei) ein. Das Konzert erinnert an die Reformation vor 500 Jahren. Musik, gemeinsames Singen und Texte sollen morgen die Gemeinsamkeiten in beiden Konfessionen in den Vordergrund rücken. Beteiligt sind vier Chöre aus beiden Kirchengemeinden. Bei schlechtem Wetter erklingen Lieder und Musik in der katholischen St.-Johannes-Kirche. Beginn ist um 20 Uhr.

„Es ist das erste Reformationsjubiläum, bei dem wir gemeinsam auf das Verbindende schauen“, sagt Schwester M. Marie-Catherine Müller, Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes. 1917, beim letzten Jahrhundertjubiläum während des Ersten Weltkriegs, seien die beiden Kirchen noch weit davon entfernt gewesen. Das Sichtweise hat sich beim Jubiläum 500 Jahre Reformation in diesem Jahr gründlich geändert. Jetzt fordern die Führungen beider Kirchen zum Blick auf die Gemeinsamkeiten auf. Für Pfarrerin Stefanie Zerfaß liegt dieser Blick auf die Reformation nahe: „Wir wollen Jesus Christus als unseren gemeinsamen Gründer in die Mitte stellen.“

Musik und Wortbeiträge

Beim Konzert werden die Gemeinsamkeiten musikalisch und erfahrbar gemacht. Mit dem evangelischen Posaunenchor, dem katholischen Chor Ultreia, dem evangelischen Kirchenchor und dem Gospelchor treten vier Chöre und Musikgruppen aus beiden Kirchengemeinden auf. Zwischen den Musikstücken tragen Pfarrer Paul Bräuchle, Pfarrerin Zerfaß und Schwester M. Marie-Catherine Müller Texte vor, darunter Beiträge von und zu Luther, eine Passage aus der Bibel und eine Passage von Liedermacher, Kabarettist und Autor Hanns-Dieter Hüsch.

Gesang verbindet

„Die Chöre beider Kirchengemeinden sind in der Regel mit Sängern und Musikern aus beiden Konfessionen besetzt“, sagt Marika Marsovszki, die Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats und zuständig für das Organisatorische. Viele Lieder finden sich in den Gesangbüchern beider Konfessionen. Gospels und Taizé-Lieder werden in beiden Kirchen gesungen und gepflegt. Es gibt also genügend Ansätze, um morgen Gemeinsames zu pflegen.

„Martin Luther hat das Lied geschätzt“, sagt Pfarrerin Stefanie Zerfaß. Die Möglichkeit, die christliche Botschaft über Lieder zu transportieren, schätzte er genauso wie das Gemeinschaftsbildende. Deshalb werden bei der Abendserenade Lieder gemeinsam mit dem Publikum angestimmt. Die Organisatoren hoffen auf viele Zuhörer vor dem Rathaus und darauf, dass der Funke überspringt. So wie bei Pfarrerin Stefanie Zerfaß. Als bei der Probe das gemeinsam gesungene „Großer Gott wir loben dich“ angestimmt wurde. zückte sie ihr Handy und ließ ihre Mutter am schönen Klang teilhaben.

Ökumenisches Serenadenkonzert morgen, Donnerstag, ab 20 Uhr auf dem Rathaus-Hof (Oberamtei) in Bad Saulgau.

 

 

© Schwäbische Zeitung 04.07.2017

500 Besucher haben den Eröffnungsgottesdienst der Zeltkirche Balzheim besucht. Deutlich mehr als erwartet. Fotos: Bernd Baur

Gläu­bi­ge fei­ern ihre öku­me­ni­sche Zelt­kir­che

Zur Eröffnung in Balzheim kommen deutlich mehr Gäste als erwartet - Angebot besteht zwei Wochen lang

Balzheim/Illertal - Mit einem ökumenischen Auftaktgottesdienst ist am Sonntag das Großprojekt Zeltkirche in Balzheim gestartet. Zwei Jahre Vorbereitungszeit liegen hinter den Organisatoren, nun fiel der Startschuss.

"Hand in Hand" heißt das Motto der Zeltkirche in den nächsten zwei Wochen. Aus Anlass des Reformationsjubiläums hatten mehrere Kirchen zu dem Projekt eingeladen. Darunter die drei evangelischen Kirchengemeinden Kirchdorf, Wain und Dietenheim; die zwei katholischen Seelsorgeeinheiten Dietenheim-Illerrieden und Illertal sowie weitere, der Kirche nahestehende Organisationen. Die Zeltkirche ist ein Angebot der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. "Es freut uns ganz besonders, dass wir die Zeltkirche ökumenisch feiern, denn als Christen gehören wir zusammen", betonte Wains Pfarrer Ernst Eyrich. Er gestaltete mit seinem katholischen Amtsbruder Walkler Caxilé aus Erolzheim die Liturgie des Gottesdienstes.

Der Auftakt für die Zeltkirche Balzheim war vielversprechend. Mehr als 500 Christen strömten zum Gottesdienst. Zeltmeister Martin Heubach und seine Helfer hatten mit 350 Gästen gerechnet und mussten deshalb permanent weitere Stühle herbeischaffen. Der Musikverein Balzheim und die Chorgemeinschaft "Frohsinn" Regglisweiler wirkten an dem Gottesdienst mit. Mit einem Labyrinthspiel an der Videoleinwand hatte Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert die Thematik seiner Predigt vorbereitet.

Mithilfe der Gottesdienstbesucher lotste er einen Hirten durch das Labyrinth vieler Wege zu seinem verlorenen Schaf, in Anlehnung an das Gleichnis aus dem Lukas-Evangelium. "Sie haben den Hirtenlehrgang bestanden", gratulierte Thomas Wingert den Gläubigen mit einem Lächeln, als der Hirte letztendlich das verlorene Schaf in die Arme nehmen konnte. In dem Hirten, so der Zeltkirchenpfarrer, begegne uns Gott. Er wolle unsere Sehnsucht nach Leben fördern, er lasse uns unseren Weg gehen und gönne uns die Freiheit. Aber Gott schenke uns nicht nur die Freiheit, sondern auch Geborgenheit, erklärte er. Ein Schaf, das sich verletzt hat und vom Weg abgekommen ist, wird vom Hirten gesucht. "Gut zu wissen, ich habe einen Hirten, der mich heimträgt", sagte Thomas Wingert.

Menschen, denen das Leben Wunden geschlagen hat, will Gott für sich gewinnen, weil er uns liebt, "er freut sich über jedes wiedergefundene Schaf". Hier schloss sich der Kreis zwischen den Predigtworten und dem Motto des Gottesdienstes: "Gott sucht und Gott findet."

"Gott ist ein Hausherr der Liebe, in deinem Haus will ich bleiben", gab der Zeltkirchenpfarrer den Gläubigen anschließend mit auf den Weg. Sie haben in den nächsten zwei Wochen die Gelegenheit, in dem etwas anderen Rahmen der Zeltkirche ihren Glauben zu leben und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Vielfältige und interessante Angebote stehen hierzu im Programm der Zeltkirche in Balzheim, die neben dem Sportgelände zu finden ist.

Das Programm gibt es im Internet unter: www.hand-in-hand-2017.de

© Schwäbische Zeitung 01.07.2017

Lutherzitatepflücken heißt es ab Montag auf dem Kirchplatz. Die Verantwortlichen freuen sich auf eine weitere Aktion zu 500 Jahre Reformation (von links): Pfarrer Kaspar Baumgärtner, Adelheid Olischläger, Gisela Wagner und Pfarrer Ulrich Heinzelmann. Foto: Tanja Bosch

Ein hei­te­res Lu­ther­zi­tat ver­süßt den Weg

Evangelische Kirchengemeinde lädt ab Montag zum Zitatepflücken auf den Kirchplatz ein

Biberach - Unter dem Motto "Greifen Sie zu, nehmen Sie sich ein kräftiges Wort mit auf den Weg!" können die Biberacher ab Montag, 3. Juli, Lutherzitate pflücken. Ab 10 Uhr hängt hinter der Kirche auf dem Kirchplatz eine große Wäscheleine, an der die unterschiedlichsten Zitate von Martin Luther hängen. "Es sind erbauliche Worte von Luther und heitere, anregende Zitate, die jeder mitnehmen darf", sagt der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann, der in den vergangenen Wochen mehr als 150 Zitate gesammelt und ausgedruckt hat. "Die Menschen sollen die Zitate einfach pflücken und als Wort mit auf ihren Weg nehmen."

Gedichte hängen bis Freitag

Bis Freitag werden die Zitate immer wieder von den beiden Helferinnen Adelheid Olischläger und Gisela Wagner aufgefüllt. "Wir werden immer mal wieder vorbeischauen und nachlegen", sagt Olischläger. "Wir sind schon gespannt, was passiert und wie die Zitate ankommen."

Die Aktion der evangelischen Kirchengemeinde der Stadtpfarrkirche St. Martin ist Teil von "500 Jahre Reformation". Unterstützung bekommt Pfarrer Heinzelmann natürlich auch von seinem katholischen Kollegen Pfarrer Kaspar Baumgärtner. "Alle Aktionen zum Thema Reformation begehen wir gemeinsam", sagt Baumgärtner. Einer der Höhepunkte wird dann der gemeinsame Thesenanschlag am 31. Oktober sein.

Doch bis es so weit ist, können sich die Biberacher noch ein bisschen von Luthers Worten inspirieren lassen. "Denn Luther war ein richtiges Sprachgenie", sagt Heinzelmann. "Er war zwar als Grobian bekannt, einer, der draufhaut und wortgewaltig ist. Aber er hatte auch eine andere Seite: Er war sehr humorvoll und sensibel und hat viele Gedichte geschrieben." Und genau diese andere Seite von Martin Luther will Pfarrer Heinzelmann beim Zitatepflücken zeigen.

Eines seiner Lieblingszitate ist übrigens: "Wenn Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht im Himmel sein."