© Schwäbische Zeitung 30.04.2016

Sie feiern am Sonntag Konfirmation: Die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Ochsenhausen.

Sie feiern am Sonntag Konfirmation: Die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Ochsenhausen. Foto: Kirchengemeinde

Ju­gend­li­che fei­ern am Sonn­tag Kon­fir­ma­ti­on
Gottesdienst beginnt um 10.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kapelle in Ochsenhausen

Ochsenhausen - Die diesjährige Konfirmation der evangelischen Jugendlichen aus Ochsenhausen findet am Sonntag, 1. Mai, statt. Gefeiert wird die Konfirmation - ermöglicht durch die ökumenische Gastfreundschaft der katholischen Kirchengemeinde und der Zustimmung von Dekan Schänzle, der auch ein Grußwort an die Jugendlichen gerichtet hat - in der katholischen Herz-Jesu-Kapelle. Beginn ist um 10.30 Uhr, die Konfirmanden treffen sich ab 9.45 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum zu einem Fototermin und zur Einstimmung auf den Festgottesdienst.

Im Konfirmandenunterricht, der bereits mit dem Besuch des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Stuttgart begann, haben sich die Jugendlichen auf das Fest vorbereitet. Die diesjährigen Konfirmanden kommen aus Ochsenhausen, Hattenburg und Mittelbuch. In der Vorbereitungszeit haben sie bereits mitgewirkt beim eigenen Vorstellungsgottesdienst am ersten Advent, am Gemeindefest in der Begegnung mit den Goldkonfirmanden, die vor 50 Jahren konfirmiert wurden, beim Krippenspiel an Weihnachten sowie beim Tauferinnerungs- und Abendmahlsgottesdienst. Begegnungen über die Generationen hinweg stand auch auf dem Programm beim Besuch des Altenzentrums Goldbach. Spannend war zudem das Konfirmandenprojekt mit dem Polizeiposten Ochsenhausen. Von Anfang an war es in diesem Jahr ein "interkulturelles" Konfirmandenjahr: An einem Nachmittag nahmen Gastschüler aus Frankreich teil und bis zu seinem Wegzug aus Ochsenhausen auch ein Asylbewerber aus Nigeria, der in der Konfirmandenzeit darüber hinaus getauft wurde.

Den Abschluss der Konfirmandenzeit bildete der ökumenische Kreuzweg der Jugend zusammen mit Jugendlichen der katholischen Kirchengemeinde und eine Konfirmandenfreizeit am Ende der Osterferien mit den Kirchengemeinderäten Uschi Sesselmann und Roland Münch, die neben gemeinsamen Unternehmungen, Kreativem und Abenteuern auch einen Besuch des Bibelmuseums in Meersburg beinhaltete.


© Schwäbische Zeitung 30.04.2016

Konfirmandinnen und Konfirmanden Stadtpfarrkirche Biberach

31 Konfirmanden haben morgen ihren großen Tag. Foto: privat

Das be­wuss­te "Ja" zur Tau­fe
Konfirmation in der Stadtpfarrkirche


Biberach - 31 Konfirmanden der Bonhoeffer-, Stadtpfarr- und Heilig-Geist-Gemeinde feiern am Sonntag ihre Konfirmation in der Stadtpfarrkirche Sankt Martin.

Als Abschluss der knapp einjährigen Vorbereitungszeit im Konfirmandenunterricht gestaltet die Konfirmandengruppe zunächst am Samstagabend um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche den Katechismusgottesdienst zum Thema "Haus des Lebens". In Form eines Jugendgottesdienstes stellen die Konfirmanden den Eltern und der Gemeinde einige Stationen aus der Zeit des Konfirmandenunterrichts vor und geben so Rechenschaft über das Gelernte. Zwei Konfirmanden werden getauft, eine Gruppe Konfirmanden macht Musik im Gottesdienst.

Im Mittelpunkt des Konfirmationsgottesdienstes am Sonntag ab 10 Uhr in der Stadtpfarrkirche steht das bewusste "Ja" zur Taufe sowie die Einsegnung der Konfirmanden. Die Konfirmierten werden per Handschlag als ab jetzt wahlberechtigte Mitglieder der evangelischen Kirche begrüßt und bekommen ein Kreuz überreicht. Die gemeinsame Abendmahlfeier bestätigt die Gemeinschaft der Getauften.

Konfirmiert werden: P. Limbeck, E. Weißer, K. Koch, S. Bösing, A. Brenner, L. Traulsen, J. Mack, P. Schwarz, L. Stohlmann, V. Hepperle, I. Wagner, K. Wiedemann, J. Kloos, S. Rasch, J. Schirrmeister, H. Held, M. Kley, J. Pogrzeba, D. Lange, L. Wern, J. Wientges, F. Benirschke, L. Kramer, P. Munz, E. Bär, R. Bottek, Ch. Thut, J. Miller, H. Müller, L. Tannert.

L. Heisler wird am 8. Mai im Rahmen der Feier der Jubelkonfirmation nachkonfirmiert.

© Schwäbische Zeitung 30.04.2016

Annette Ege (links) und Martina Hasenknopf sind sich einig: Familie und Beruf sind vereinbar.

Annette Ege (links) und Martina Hasenknopf sind sich einig: Familie und Beruf sind vereinbar. Foto: Scherer

Fa­mi­lie und Be­ruf sind ver­ein­bar
Bei der Diakonie-Sozialstation der Zieglerschen Altenhilfe in Biberach läuft es gut

Biberach - Die Diakonie-Sozialstation der Zieglerschen Altenhilfe hat das Prädikat "Familienbewusstes Unternehmen" erhalten. Mütter und pflegende Angehörige finden dort die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinen.

Wie kann ein ambulanter Pflegedienst funktionieren, wenn junge Mütter keinen Wochenenddienst übernehmen oder morgens nicht vor 8 Uhr zum Dienst kommen können? Können die Kunden wie gewohnt zuverlässig versorgt werden, wenn ein pflegender Angehöriger kurzfristig ausfällt? Diese Fragen hat sich das Team um Annette Ege, Leiterin der Diakonie-Sozialstation der Zieglerschen Altenhilfe in Biberach, einige Male gestellt. Am Ende waren sich alle einig: "Wir probieren das aus."

Beide Seiten sind stolz

Gestartet wurde mit einer jungen Mutter, die ihren Wiedereinstieg nach einer Familienpause plante. Was aus Bewerbermangel heraus begann, hat sich zwischenzeitlich zu einem mit dem Prädikat "Familienbewusstes Unternehmen" ausgezeichneten Projekt entwickelt, auf das beide Seiten stolz sind. Das haben Annette Ege und Martina Hasenknopf, eine der jungen Mütter im Team der Diakonie-Sozialstation, beim Netzwerktreffen "Family Net" in Biberach vor interessierten Besuchern erklärt.

Das Prädikat "Familienbewusstes Unternehmen" wird gemeinsam mit dem Landesfamilienrat Baden-Württemberg im Rahmen des landesweiten Projekts "Family Net" vergeben. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg. "Uns war es wichtig, unsere Mitarbeiter zu entlasten und gleichzeitig auch das Potenzial der jungen Mütter zu nutzen. Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, der sich für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ganz konkret einsetzt", erzählt Annette Ege. Zwischenzeitlich kennen sie und ihr Team gute Adressen in und um Biberach, die sie ihren Bewerberinnen für Kinderbetreuung oder auch für Tagespflege weiterempfehlen können und die im Bedarfsfall für Entlastung sorgen können. Sie bieten einen verlässlichen Dienstplan sowie gute Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für neue Mitarbeiter. Und zur Dienstbesprechung dürfen die Kinder auch mal mitgebracht werden.

Gutes Miteinander


Und wie läuft das Ganze? "Alles gut", sagen Annette Ege und Martina Hasenknopf unisono. Mütter und Team kommen sehr gut miteinander zurecht. Das 20-köpfige Team hat zwischenzeitlich insgesamt fünf Mütter und eine pflegende Angehörige aufgenommen. "Ich habe meinen Einstieg bei der Altenhilfe der Zieglerschen bisher nicht bereut, es funktioniert insgesamt wirklich gut. Wichtig ist, dass das Miteinander im Team gut funktioniert und man miteinander redet, wenn es zu einem Engpass kommt. In unserem Team versuchen wir Mütter, uns gegenseitig zu vertreten, und sprechen uns ab", sagt Martina Hasenknopf.

© Schwäbische Zeitung 27.04.2016

Konfirmandinnen und Konfirmanden Oberbalzheim

KonfirmandInnen Oberbalzheim Foto: Heidi Halder

"Got­tes Se­gen auf un­se­rem Weg"

Oberholzheim - "Gottes Segen auf unserem Weg" - zu diesem Thema haben am Sonntag in der evangelischen Peter-und-Paul-Kirche Oberholzheim elf Konfirmandinnen und Konfirmanden zusammen mit Pfarrerin Doris Seitz-Kernen den Gottesdienst zu ihrer Konfirmation gestaltet. Musikalisch bereichert wurde der Gottesdienst durch die Organistin Petra Knäuer und den Musikverein Oberholzheim unter Leitung von Roland Guther. Eingesegnet wurden S. Eckartsberg, L. Lucas und S. Richter; S. Halder, K. Strauß und T. Symanek; E. Gugumus, L. Knäuer, Y. Maiser und M. Mäschle, C. Blümel.

© Schwäbische Zeitung 27.04.2016

Ein Mango-Stand in Burkina Faso. Ab Freitag werden die Früchte in der Region verkauft.

Ein Mango-Stand in Burkina Faso. Ab Freitag werden die Früchte in der Region verkauft. Foto: privat


Man­go-Ak­ti­on un­ter­stützt Aus­bau ei­ner Haus­halts­schu­le
Der Förderverein Piéla-Bilanga Ochsenhausen erwartet die Früchte aus Burkina Faso am Donnerstag
 sz 27. April 2016

Ochsenhausen - Von vielen werden sie bereits sehnlichst erwartet: die Mangos aus Burkina Faso. Die Früchte sollen am Donnerstag, 28. April, ankommen - rechtzeitig für den Wochenmarkt in Ochsenhausen, der am Freitagmorgen beginnt. Der Förderverein Piéla-Bilanga in Ochsenhausen bezieht die Früchte nach eigenen Angaben zu fairen Preisen von Mango-Feldern aus dem Südwesten von Burkina Faso. Vermittelt werden die Mangos von dem Verein eines Burkiners in Tuttlingen mit ähnlicher Zielsetzung wie der Ochsenhauser Förderverein. Dieser hat direkte Beziehungen in das Anbaugebiet. Die Verantwortlichen des Fördervereins haben sich vorgenommen, 10 000 Früchte in Oberschwaben an die Frau und den Mann zu bringen.

Die Mangos der Sorte "Amelie" stammen aus der Gegend um Banfora und Orodara südwestlich von Bobo Diaoulasso. Für den Export nach Europa werden ausschließlich reife, jedoch nicht überreife Früchte ausgewählt, teilt der Förderverein mit. Bereits bei der Ernte werde darauf geachtet, dass nur die qualitativ besten Exemplare in die Kisten kommen. Nach dem Waschen, Selektieren und Verpacken werden die Mangos in Kühlwagen zum 500 Kilometer entfernten Flughafen in die Hauptstadt Ouagadougou transportiert, nach Luxemburg geflogen und über den Verein aus Tuttlingen nach Oberschwaben geliefert. In nur wenigen Tagen kommen so die Früchte aus dem Süden Burkina Fasos nach Oberschwaben. Das rechtfertigt, so der Förderverein, den höheren Preis gegenüber nachgereiften Früchten aus dem Supermarkt.

Verein engagiert sich seit 34 Jahren

Mitglieder des Vereins besuchten im Februar dieses Jahres das Mango-Anbaugebiet und konnten die in der Blüte stehenden Bäume besichtigen und mit den Verantwortlichen sprechen. Die Region im Süden des westafrikanischen Landes an der Grenze zur Elfenbeinküste und Mali hat subtropisches Klima, sodass Orangen, Papayas, Zuckerrohr und eben auch Mangos in einer großen Sortenvielfalt dort wachsen. Sie besichtigten dort die Felder, auf denen die Mangos naturnah angebaut werden, und das Zentrum, in dem die Früchte für den Export nach Europa vorbereitet werden.

Der Reinerlös der aufwendigen Aktion (circa ein Euro pro Mango) wird für die aktuellen Hilfsprojekte des Fördervereins in Piéla und Bilanga verwendet. Der Verein engagiert sich seit mehr als 34 Jahren im Nordosten des Landes an der Grenze zur Sahelzone insbesondere im Bildungsbereich. So wurden in der Zeit mehr als 25 Primarschulen gebaut. Dieses Jahr ist geplant, die Haushaltsschule in Piéla für 120 Mädchen weiter auszubauen. Insbesondere werden einfache Toiletten und Duschen errichtet. Diese ersetzen die zusammengebrochenen Latrinen. Auch eine weitere Werkstatt soll dazukommen, in denen die Mädchen Nähen und Weben lernen können. Im vergangenen Jahr konnte ein Tiefbrunnen in der Nähe finanziert werden. Bis dahin musste das Wasser aus einem fünf Kilometer entfernten Brunnen auf dem Kopf in Eimern zur Schule transportiert werden. Weiter wird die Ausbildung zu Schneidern für junge behinderte Menschen finanziert und momentan zwei Primarschulen in weit vom Zentrum entfernten Dörfern errichtet.

Angeboten werden die Früchte ab Freitagnachmittag unter anderem im Weltladen in Biberach sowie in anderen Geschäften der Region, wie dies auch in den vergangenen Jahren der Fall war. Bestellungen und weitere Informationen, auch über die weiteren Bezugsmöglichkeiten, gibt es bei Erich Reck in Steinhausen/Rottum, Telefon 07352/4705, oder im Internet unter

www.piela.de

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© Schwäbische Zeitung 26.04.2016

Konfirmandinnen und Konfirmanden Bad Saulgau

KonfirmandInnen Bad Saulgau Foto Jörg Barth

Bad Saulgau - 16 Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinde Bad Saulgau haben am vergangenen Sonntag das Fest ihrer Konfirmation in der Christuskirche gefeiert. Sie bekannten sich zu ihrer Taufe und zu einem Leben mit Jesus Christus. Konfirmiert wurden M. Ayasse, E. Bachhofer, H. Beckmann, A. Beyer, F. Dobe, A. Fischer, J. Fischer, M. Huber, N. Kemmler, A. Ludwig, H. Michalski, J. Müller, C. Rapp, F. Schall, M. Schodlock und R. Schuhmann. Foto: Jörg Barth

© Schwäbische Zeitung 26.04.2016

3 Chöre - Kinder - Jugendliche - Erwachsene

Sarah Locher dirigierte. Foto: klaus pasedag

Am Sonn­tag "Kan­ta­te" sin­gen drei Chö­re
Unter der Leitung von Sarah Locher spannt sich der Bogen von Pop-Songs bis zur "Messe 2012" von Klaus Schütz

pas 26. April 2016

Wain - Ein außergewöhnliches Konzert hat es am Sonntag "Kantate" in der Wainer Michaelskirche gegeben. Unter dem Motto "Wain singt" traten drei Projektchöre auf, begleitet von Musikern.

Seit September hatte die Chorleiterin und Ideengeberin Sarah Locher mit den Mitwirkenden geprobt und am Konzertprogramm mit einem modernen Repertoire gefeilt. Jeder, der Freude am Singen hat, war willkommen. Das atmosphärisch dichte Konzert vereinte schließlich Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen fünf und 80 Jahren. Bei dem Projekt hat die Evangelische Kirchengemeinde Wain als Veranstalter mit der Evangelischen Gemeinde im benachbarten Dietenheim zusammengearbeitet.

Den Auftakt am Sonntag machte ein elfköpfiger Kinderchor, mit freudigen Liedern wie "Echt elefantastisch" (Hella Heizmann) und "Wie gut, dass es die Sonne gibt" (Rolf Zuckowski). Zwischen den Stücken hieß Pfarrer Ernst Eyrich die Besucher in der Michaelskirche willkommen.

Nach der Lesung und einem Gemeindelied ("Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön") bot der Jugendchor mit 17 Sängerinnen und Sängern Fetziges mit Bandbegleitung, darunter den Pharrell-Williams-Hit "Happy" und "See you again" von Wiz Khalifa.

Der Kirchenchor, dessen Leitung Sarah Locher 2013 von ihrem Vater Gerhard Schließer übernommen hat, führte die "Messe 2012" von Michael Schütz auf. Das zeitgenössische Werk führt verschiedene Formen und Stile zusammen - Barock, Klassik und Romantik sind eng verwoben mit Jazz, Pop und Rock, wobei der Chor von Streicherensemble, Klavier, Gitarren und Schlagzeug begleitet wird. Die halbstündige Aufführung füllte das Gotteshaus mit vollem Klang.

© Schwäbische Zeitung 21.04.2016

Der Motettenchor Ravensburg gastierte in der Christuskirche Riedlingen FOTO: KURT ZIEGER

Mes­sen in cho­ri­scher Schön­heit

Motettenchor Ravensburg gastiert in der Christuskirche Riedlingen

Riedlingen - Kirchenmusikalische Schöpfungen gehören zu den musikalischen Eckpunkten in vielen Epochen. Zu den bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts zählen der wenngleich etwas in Vergessenheit geratene Johann Wenzel Kalliwoda und der gern gehörte Josef Gabriel Rheinberger. Zwei ihrer Messvertonungen waren in der Christuskirche Riedlingen zu hören.

Mit seinem stimmlich bestens geschulten Motettenchor Ravensburg entfaltete Kirchenmusikdirektor Michael Bender die Schönheiten der Missa in a von Kalliwoda zu voller Blüte. 1801 in Prag geboren, wirkte der Komponist 44 Jahre lang bis zu seinem Tod am Hof in Donaueschingen.In musikalisch weit ausladenden Bogen ruft Kalliwoda im Kyrie seiner Messe das Erbarmen Gottes herab. Bereits hier bestach der Chor durch homogene, in sich geschlossene Sangeskunst, die der kompositorischen Vorlage differenzierte Konturen verlieh. In begeisternd frischem Tempo, ohne den textgebundenen dezenten Passagen ihren Stellenwert zu beschneiden, erklang das Gloria. Nach dem "peccata mundi", das eine besondere Ausstrahlung ausübte, ertönte das "in sancte spirite" als jubilierende Chorfuge.

Auch das Credo ließ Chorleiter Michael Bender in recht flüssigem Tempo angehen. Freudige Gesichter bei den Akteuren unterstrichen deren sängerisches Vermögen, ganz unterschiedliche Stimmungen eines stets umfangreichen Credos in eine akzentuierte Interpretation zu kleiden. Auffallend breit hingegen erklang das Sanctus mit fast elegisch empfundenen Partien, die in einem feinsinnigen Piano endeten. Wesentlicher beschwingter das Benedictus, das nach organisch gestalteten crescendo-Partien mit einem fast geflüsterten "in excelsis" beschlossen wurde Mit der mehrmaligen Bitte "dona nobis pacem", oft in verinnerlichtem Piano, hinterließ dieses relativ unbekannte Werk ob seiner Melodienschönheit und der variablen, gut durchdachten Interpretation einen tiefen Eindruck bei den Zuhörern.

In derselben Tonart a-moll stellte Jürgen Berron an der Orgel die 1876 komponierte Sonate Nr. 4 von Josef Rheinberger vor. Neben hellen Partien im Eingangssatz widmete Berron vor allem den dezenten Einschüben seine besondere Aufmerksamkeit. So ergab sich im "Tempo moderato" dank individueller Registrierung und steter Steigerung bis zum trotz der moll-Tonart voluminösen Schlussakkord ein facettenreiches Klanggemälde.

Weich und dezent in liebenswürdiger Melodik danach der Einstieg ins "Intermezzo". Durch aufhellende Register legte es an Leuchtkraft zu, um erneut im melodischer Transparenz zu enden. In der klar ausgewiesenen "Fuga cromatica" zeigte Jürgen Berron wieder einmal, wie sehr er mit seiner Orgel verwachsen ist. Das Thema im Bass wanderte durch alle Register als Sinnbild einer musikalischen Turmbesteigung. Trotz der klar ausgewiesenen Akzentuierung ließ Berron den Melodien ihren Lauf, enge Passagen lösten sich auf, um damit in satten Klangfolgen die Sonate abzurunden.

Mit einem bittenden, melodisch wohlgefälligem Kyrie beginnt die Missa brevis in G-Dur von Josef Rheinberger. Auch hier zeigte sich der Wohllaut des harmonisch agierenden Motettenchors. Organisch wachsende Steigerungen wechselten mit zarten Piano-Passagen, um die Intensität der Bittrufe zu steigern. Kleine Fugen, von den Männerstimmen ausgehend, prägten das Gloria. Solistische Partien einzelner Chorstimmen fügten sich gut in den allgemeinen Chorklang ein, um danach auch dem Credo mit seinen exakt ausgewiesenen Eckpunkten bis zum strahlenden Amen sein besonderes Gepräge zu verleihen. Rheinbergers Sanctus lebt von durchdacht ausgearbeiteten Gegensätzen, sein sich anschließendes Benedictus in weiten Bereichen von spürbarer Innerlichkeit. Nach dem abschließenden Agnus Dei mit seiner empfindsamen Ausstrahlung galt der Dank der Zuhörer dem Chor und dem Organisten für die Gestaltung einer beeindruckenden Feierstunde in gleichem Maße.

© Schwäbische Zeitung 19.04.2016

Stich­wort: Re­li­gi­ons­frei­heit

In Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Die Beziehungen zwischen dem Staat und den Religionsgemeinschaften werden durch das Religionsverfassungsrecht geregelt. Artikel 4 des Grundgesetzes garantiert: "Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet." Dieses Grundrecht gilt nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes gleichermaßen für alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Der Staat darf sich daher nicht mit einem bestimmten Bekenntnis identifizieren, sondern muss allen Religionsgemeinschaften neutral und tolerant gegenüberstehen. "Niemand darf wegen seines (…) Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden", erklärt dazu der Grundgesetz-Artikel 3. Um Rechtsfähigkeit zu erlangen, kann sich eine Religionsgemeinschaft als Verein eintragen lassen.

© Schwäbische Zeitung 14.04.2016

Das Vorbereitungsteam für den „interreligiösen Frauenweg“ bei der Arbeit (von links): Marlene Müller, Anne Mielitz, Franziska Elsner, Petra Hahn und Patricia Engling. SZ-FOTO: EVA WINKHART

Zehn Jah­re "in­ter­re­li­giö­ser Frau­en­weg"

Reale und spirituelle Erfahrungen auf dem Weg zum Eichenwäldle


Riedlingen - Der "interreligiöse Frauenweg" steht in diesem Jahr unter dem Leitgedanken "Aufbrechen". Bereits seit zehn Jahren sind Frauen mit oder ohne eine Religionszugehörigkeit oder Glaubensausrichtung eingeladen, sich gemeinsam über etwa eineinhalb Stunden auf den Weg zu machen. Sie wollen am kommenden Freitag die Umgebung des Eichenwäldles zwischen Riedlingen und Daugendorf mit allen Sinnen erfahren.

Als ökumenischer oder spiritueller Frauenweg, als Abendweg, auch einmal als Winterweg wurden in den vergangenen zehn Jahren diese Veranstaltungen durchgeführt. Meist ein Mal pro Jahr, unter einem bestimmten Begriff als Thema. Beim ersten Treffen 2006 führte der Weg durch das Eichenwäldle. In diesem Jahr wieder.

Jede hat ihre Aufgaben

Fünf Frauen bereiten den spätnachmittaglichen Spaziergang vor: Marlene Müller (Mitglied im Arbeitskreis Ökumene), Anne Mielitz (evangelische Pfarrerin), Patricia Engling (katholische Gemeindereferentin der Seelsorgeeinheit Riedlingen), Petra Hahn (Agrarwissenschaftlerin) und Franziska Elsner (Leitungsteam Frauenbund). Jede von ihnen hat dabei einen bestimmten Aufgabenbereich. Petra Hahn sagt: "Ich bin dabei, um einen gewissen Naturaspekt reinzubringen." Sie erkundete den zu gehenden Weg bereits und ist froh, dass es in den vergangenen Tagen wieder recht kühl war: Die Frühlingsblüher sind noch nicht verblüht, die Blätter kommen gerade heraus. "Wir haben den Zeitpunkt genau richtig gewählt." Und sie hofft, dass dann der Lerchensporn üppig blüht. Mit gutem Schuhwerk sei der ungeteerte Pfad gut zu begehen; allerdings ist er nicht für Kinderwagen und Rollatoren geeignet. Der alte Fußweg nach Daugendorf - leider inzwischen ohne die Bänkchen, die morsch und baufällig geworden waren. Für Freiwillige und Trittsichere bietet Hahn eine Erweiterung des geplanten Weges an; sie führt über ein etwas steileres Stück zu einem besonders schönen Platz am Wasser der Donau.

Ein idyllischer Weg, sind sich alle fünf Organisatorinnen einig. Sie möchten hier den teilnehmenden Frauen viele Sinneseindrücke vermitteln: Kräuter zum Riechen, das Gezwitscher der Vögel, die aufblühende Natur, der Geschmack des Tees an der letzten Station - aber auch Denkanstöße mit Texten und Liedern zur Natur, zum menschlichen Dasein in und mit der Natur. Das Thema "Aufbrechen" möchten sie im positiven wie im negativen Sinne verstanden wissen. "Ich breche auf, nehme und trage aber auch andere und anderes mit", ergänzt Marlene Müller. Sie möchte durch die Lieder, die Flötenmusik, die gelesenen Texte aufmerksam machen auf die Natur und dabei gleichzeitig jede auf sich selber. "Wie geht es mir, wenn ich da am Wasser stehe?", sagt dazu Anne Mielitz. An einer Stelle mit Brackwasser, dunkel und trübe, sieht Patricia Engling ihre Station, auf die sie hinweisen möchte. In dieser Ruhe und relativen Dunkelheit könne sich manches klären, im realen Sinne - der Schlick setzt sich ab, das Wasser wird klar - wie im geistigen. Bei Anne Mielitz' Wegstück am Anfang eines Abhanges gehe es um die Ungewissheit und das Entscheiden: "Es ist ein Weg, der anfangs gar nicht so attraktiv ist und man überlegt: Will ich mich darauf einlassen?" Petra Hahn sieht ihre Stelle an der Donau auch als Weg zu neuem Leben:
Die Donauschwaben fuhren mit den Ulmer Schachteln, viele Flüchtlinge übers Mittelmeer in ein neues Dasein. Die wärmste Stelle des Weges sei hier: "Wärme, Licht, Wasser, Nährstoffe - alle guten Bedingungen sind da." Und das Hören von Texten im Freien sei ein besonderes Erlebnis, ganz anders als in einem geschlossenen Raum, wissen die fünf aus eigener Erfahrung. Dabei ist ihnen wichtig, alle Frauen anzusprechen, egal welcher Glaubensausrichtung. "Die Welt trifft sich in Riedlingen", sagt Marlene Müller mit Blick auf die hier angekommenen Flüchtlinge und Patricia Engling ergänzt: "Riedlingen ist bunt." Nun freuen sie sich auf möglichst viele Frauen aus unterschiedlichen Religionen.

Der "interreligiöse Frauenweg" ist am Freitag, 15. April von 17 bis 19 Uhr. Treffpunkt ist unterhalb der Berufsschulen, am "alten Krankenhaus": über die Fußgängerampel an der Zwiefalter Straße. Mit festem Schuhwerk und passender Kleidung wird der Weg bei jedem Wetter begangen - außer bei starkem Regen.

© Schwäbische Zeitung 14.04.2016

Die Kreisräte wie Thomas Fettback (links) und Pfarrer Matthias Ströhle (Bildmitte) machen sich in der Gemeinschaftsunterkunft in Kellmünz selbst ein Bild von der Wohnsituation der Flüchtlinge. SZ-FOTO: TANJA BOSCH

So le­ben die Flücht­lin­ge im Kreis

Kreisräte und Mitarbeiter des Landratsamts sehen sich Gemeinschaftsunterkünfte an

Region -
Im Biberacher Kreistag müssen die Räte seit Monaten über die Unterbringung von Flüchtlingen entscheiden. So viel zur Theorie. Um auch in der Praxis mitreden zu können, hat Landrat Heiko Schmid die Kreisräte und die Mitarbeiter des Landratsamts zu einer zweitägigen Besichtigungsfahrt zu verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis eingeladen. Am ersten Tag standen unter anderem die Gemeinschaftsunterkunft "Waidägle" in Ummendorf, das "Blaue Haus" in Tannheim und die Unterkunft in Kleinkellmünz auf dem Programm. Heute führt die Tour von Biberach nach Riedlingen und Umgebung.

Für Heiko Schmid ist es wichtig, dem Gremium zu zeigen, wo und wie die Flüchtlinge im Kreis leben: "Die Räte sollen die Bilder auf sich wirken lassen, dann können sie besser Entscheidungen treffen." Denn das Thema Flüchtlinge werde den Kreistag weiter beschäftigen. "Auch wenn sich die Lage bezüglich der Unterbringung gerade etwas entspannt hat, die große Herausforderung Integration wartet auf uns."

Wertschätzung für die Menschen

"Wir reden in den Sitzungen so viel über Flüchtlinge und die Unterkünfte, da ist es natürlich wichtig, dass wir uns selbst ein Bild vor Ort machen", sagt Kreisrätin Anja Reinalter (Frauen). "Das ist auch eine Wertschätzung für die Menschen. Wir interessieren uns dafür, wie sie leben." Und die Freude über die Gäste war vor allem in Kleinkellmünz, einem Ortsteil von Dettingen, zu spüren. Dort wurden erst einmal alle mit Handschlag und auch Küsschen begrüßt. "Die Menschen hier sind sehr aufgeschlossen und herzlich, das finde ich schön", sagt Kreisrätin Gabriele Kübler (SPD). "Vor allem, wenn man bedenkt, wie schwer es für sie gewesen sein muss, ihr Land zu verlassen."

Diese Gemeinschaftsunterkunft ist eine ganz besondere, denn Kleinkellmünz hat etwa 70 Einwohner und aktuell 34 Flüchtlinge. "Die Akquise für diese Unterkunft war sehr schwer, der Gemeinderat war erst total dagegen", sagt Sozialdezernentin Petra Alger. "Aber seit die Menschen hier leben, wurden viele Vorurteile beseitigt und es funktioniert sehr gut." In dem Wohnhaus leben ausschließlich Familien, die vier große Wohnungen zur Verfügung haben.

Ein weiterer Stopp war das "Blaue Haus" in Tannheim. Auch dort warteten schon die Bewohner auf den Bus. Aktuell leben dort ausschließlich Syrer, 16 alleinstehende Männer und neun Familien. Einige wohnen zu viert in einem Zimmer, manche auch nur zu zweit. Ahmad Alrefai und Hazzaa Aldaher teilen sich ein Zimmer. "Es ist schön hier", sagt der 28-jährige Ahmad Alrefai. "Die Menschen sind gut." Er ist seit ein paar Monaten in Tannheim und spricht bereits sehr gut deutsch, ab nächster Woche gibt er sogar französische Sprachkurse. "Wir sind sehr froh, dass es bei uns so gut funktioniert", sagt Josef Wellen vom Helferkreis in Tannheim. "Die Bewohner werden von den Menschen aus dem Ort akzeptiert."

Auch die Gemeinschaftsunterkunft "Waidägle" gehört mittlerweile einfach dazu in Ummendorf. Das Besondere an dieser Unterkunft: es leben neben 37 erwachsenen Flüchtlingen auch zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in einer Wohngemeinschaft zusammen. "Hier haben wir unsere erste UMA-Gruppe integriert", erklärt Petra Alger. Denn für die UMAs (unbegleitete minderjährige Ausländer) gelten besondere Bestimmungen. Sie werden klassisch in Obhut genommen und dürfen nicht wie Erwachsene in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht werden. Im "Waidägle" funktioniert das so gut, weil es zwei separate Eingänge gibt. Ein Betreuer ist für die zehn Jugendlichen zuständig. Eine weitere Besonderheit in Ummendorf sind die vielen alleinerziehenden Männer, die dort untergebracht sind.

Weitere Bilder und ein Video von der Besichtigungsfahrt gibt es im Internet unter

www.schwaebische.de/unterkunft-kreis-bc

© Schwäbische Zeitung 13.04.2016

Die Jugendkapelle Mengen macht beim Konzert in der Pauluskirche Mengen beste Werbung in eigener Sache. FOTO: VERA ROMEU

Ju­gend­ka­pel­le Men­gen gibt An­lass zur Hoff­nung

Abwechslungsreiches Konzert in voll besetzter Pauluskirche - Lob für Dirigentin Daniela Schleifer

Mengen -
Die Jugendkapelle Mengen (Jukame) hat sich unter der Leitung von Daniela Schleifer mit einem schönen Konzert in der voll besetzten Pauluskirche erfolgreich präsentiert. Jugendleiter Philipp Hierlemann hatte recht, als er am Ende des Konzerts den jungen Musikern zurief: "Ihr seid die Zukunft der Stadtkapelle, und wenn man euch hört, muss man sich keine Sorgen machen." Er dankte außerdem der Dirigentin, die mit ihren Musikern eine gute Mischung aus schweren und klangvollen Stücken einstudiert hatte. "Du bist von der Jukame nicht mehr wegzudenken, der Erfolg ist mit deinem Namen verbunden", sagte Hierlemann.

Für die Jugendkapelle Mengen war es das zweite Kirchenkonzert. Hierlemann dankte Pfarrer Wolfgang Raiser für die so unkomplizierte Zusammenarbeit. Es entstehe ein ganz besonderes Flair beim Musizieren im Kirchenraum. Pfarrer Raiser hatte in seinem Grußwort mit viel Sympathie die jungen Musiker und das Ziel ihres Konzerts gewürdigt und auf den Apostel Paulus bezogen. Die Worte "der eine trage die Last des anderen" erklärte er damit, dass die Spende des Publikums für die Jugendarbeit der evangelischen Kirche und der Stadtkapelle geteilt wird. Und die Worte "Jeder bringe sich nach seinen Gaben ein" könne auf die Begabung der jungen Musiker, ihr Publikum zu erfreuen, gedeutet werden.

Praller Klang

Den feierlichen Auftakt machte das Blasorchester mit der "Royal Fanfare" von Ivo Kouwenhoven. Der pralle Klang erfüllte den Kirchenraum. Und mit dem Werk "My Heart Will Go On", arrangiert von Paul Lavender, begeisterten die Jugendlichen das Publikum. Auch das mitreißende "Trumpet Tune" von Jeremiah Clarke und das beliebte "Pomp and Circumstance", von Michael Sweeney arrangiert, wurden exzellent interpretiert.

Die jungen Musiker traten aber auch aus dem Blasorchester hervor, um solo oder in kleiner Formation zu spielen. So wurde das Konzert zum besonderen Ereignis für die Musiker und ihre Familien. Das Saxophontrio - Anna Allmaier, Jochen Müller und Julia Rometsch - glänzte mit viel Ausdruck: Es bekam viel Applaus für das Stück "Ki Mytzion" von Coen Wolfgram.

Der ganz junge Trompeter Michael Dillner spielte sich mit dem "Floh" ins Herz des Publikums. Er hatte zuvor selbst erklärt, wie der kleine Floh einen großen Sprung machen sollte, große Gefühle der Angst empfinde und dann aber mutig den Sprung wagen werde.

Das Spiritual "Go Down, Moses" trugen die Posaunisten Niklas Frank und Urs Schneider temperamentvoll vor. Die Trompeter Tobias Metzler und Fabian Lott spielten "Joshua fit me the Battle of Jericho". Sie setzten gekonnt und präzise den Schlussakkord. Mit seinem Horn ließ Dominik Lott das "Ave Maria" von Franz Schubert erklingen. Das Duo Stefan Lutz und Lorenz Stökler am Tenorhorn bekam viel Beifall für den beschwingten "Trompetenruf".

Den Höhepunkt im Reigen der Auftritte bildete das Flötenduo Ida Bleicher und Hannah Schneider: Die begabten Flötistinnen spielten ein "Rondo" von Wolfgang Amadeus Mozart und ein "Adagio" von Gottlieb Heinrich Köhler. Sie gestalteten die Musik mit viel Gefühl und Eleganz. Das Konzert endete mit "Free Day" von Brian Connery, das die Jugendkapelle überzeugend spielte.

© Schwäbische Zeitung 13.04.2016

Zum Nachtisch ein Kuchen: Diese Besucher fühlen sich wohl in der Vesperkirche und schätzen die gemeinsamen Gespräche. FOTO: CHRISTOPH KLAWITTER

"Es könn­ten noch mehr Leu­te kom­men"

Auftakt der Vesperkirche mit etwa 60 Besuchern - Miteinander ins Gespräch kommen

Mengen -
Schon beim Betreten der Pauluskirche ist das Mittagessen zu riechen. Mit einem Lächeln auf den Lippen begrüßen die Helfer die ankommenden Besucher, und vom Mittelschiff her dringt das angeregte Geplauder der anderen Gäste. Es herrscht eine einladende, offene Atmosphäre in der Pauluskirche - und zwar noch die restliche Woche über: Noch bis einschließlich Freitag, 15. April, findet mittags von 11 bis 14 Uhr die Vesperkirche in der evangelischen Pauluskirche statt.

An Dienstag sind die Bierbänke in der Kirche besetzt, die Kirchenbänke hingegen leer. "Es könnten schon noch viel mehr Leute kommen", sagt Pfarrer Wolfgang Raiser, der mit der Resonanz bislang nicht ganz zufrieden ist. Horst Reinauer, einer der Helfer, erinnert daran, dass es bei der vergangenen Vesperkirche von Tag zu Tag mehr Besucher gewesen seien. Für diesen Dienstag schätzt er die Besucherzahl auf etwa 60, an einem gut besuchten Tag könnten es bis zu 100 Besucher sein - dann würden die Besucher auch auf den Kirchenbänken Platz nehmen.

Doch diejenigen, die da sind, unterhalten sich angeregt, bei einem Gemüseeintopf mit Brot und einem Kuchen als Nachtisch. Auch drei Frauen und ein Mann nehmen an einer Bierbank Platz. "Das ist Kirche mal ganz anders. Eine lebendige Kirche", freut sich eine der Frauen.

Aus allen Schichten

Wie Horst Reinauer berichtet, kämen die Besucher der Vesperkirche aus allen Schichten. "Bis zum Bürgermeister", ergänzt er mit Humor. "Was hier gut ankommt, ist die Atmosphäre. Das ist etwas anderes als in einem Gemeindesaal", sagt Reinauer. Der Hauptgrund für die Vesperkirche sei nicht das Essen, ergänzt Wolfgang Raiser. Es gehe darum, dass sich Menschen aus allen Schichten treffen und miteinander ins Gespräch kommen könnten. Allerdings, das Essen an sich hat trotzdem auch eine wichtige Funktion, wie Raiser hinzufügt. "Kirche ist nicht nur für das seelische Wohl da", sagt er. "In unserem Glauben gehören Leib und Seele zusammen."

Die Vesperkirche in Mengen wird ökumenisch getragen, selbstverständlich helfen auch Katholiken mit. Bei der nächsten Vesperkirche beziehungsweise dem nächsten Lichtblickvesper - Vesperkirche ist ein geschützter Begriff, die Veranstaltung muss in einer Kirche stattfinden - sind wieder die Katholiken als Ausrichter an der Reihe.

Die ökumenische Vesperkirche kann sich auf einen Kreis von etwa zehn bis zwölf Helfern stützen. Hinzu kommen bei dieser Vesperkirche zwei Helferinnen aus der Sparkasse und drei Schülerinnen der Realschule, wobei jeden Tag neue Realschüler helfen. Bei der letzten Vesperkirche im vergangenen Herbst waren Mitarbeiter der Volksbank sowie Schüler der Sonnenlugerschule dabei.

Wer möchte, kann der Mengener Vesperkirche Geld spenden, ein Spendenbehältnis ist aufgestellt. Wer hingegen wenig Geld hat, braucht nichts zu geben. Mit der bisherigen Spendenbereitschaft sind die Verantwortlichen zufrieden. "Jetzt gerade trägt sich die Vesperkirche selbst", sagt Pfarrer Raiser über die Finanzen.

© Schwäbische Zeitung 13.04.2016

Dieter Georgii (Mitte) las den Text von Schiller. Links steht Cornelia Sikora, die Initiatorin der Lesung, rechts die Hausherrin, Pfarrerin Birgit Schmogro. SZ-FOTO: GÜNTER VOGEL

Die Ge­schich­te des Aus­zugs von Schil­ler in­ter­pre­tiert

Der christlich-muslimische Frauentreff hat zu einer szenischen Lesung in die Friedenskirche eingeladen


Biberach - Was hat der Dichter Friedrich Schiller mit Moses zu tun? Diese Frage ist am Montag bei einer szenischen Lesung in der Friedenskirche beantwortet worden. Initiiert hatte die Veranstaltung der christlich-muslimische Frauentreff Biberach.

In der Bibel steht, dass Moses die Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft führte. Der Dichter Friedrich Schiller hat sich mit dieser Begebenheit in dem Text "Die Sendung Moses" befasst.

Dieter Georgii las am Montag in traditionellem Gewand und nackten Füßen auf einem orientalischen Stuhl sitzend die Rede des Dichters. Ideengeberin Cornelia Sikora hatte neben und vor dem Altar symbolischen Wüstensand aufgeschüttet. Viele Kerzen in Bodengläsern und auf hohen Leuchtern erhellten die Szene.

Unvollendetes Werk

Sikora führte in einer kurzen Rede in die Thematik ein: "Der Schiller-Text wird von Literaturwissenschaftlern als unvollendetes Werk eingestuft. Schiller sieht in Moses einen Vater der modernen Aufklärung." Sikora weiter: "An der Mutmaßung, dass die Entstehung der Religion eine Vernunftsmaßnahme war, ist nichts Verwerfliches. Vielmehr stellt sich die Frage, weshalb es den drei großen Religionen noch nicht gelungen ist, sich miteinander zu versöhnen."

Schiller stellt in seinem Text seine eigene Interpretation der biblischen Geschichte des Auszugs aus Ägypten dar: Die "Hebräer" werden als Sklaven ausgenutzt und werden immer mehr. Der Pharao zwingt sie in die Isolation, Aussatz bricht aus. Moses kommt dann die Rolle zu, sein Volk zu retten. Er wird von seiner Mutter durch einen Trick in die Obhut der Tochter des Pharao gegeben und am Hof erzogen, später geht er in die Schule bei den Priestern und lernt die "Mysterien der Isis" kennen. In diesen Mysterien wird die Lehre von der einen allmächtigen Gottheit und der Unsterblichkeit der Seele seit Jahrhunderten bewahrt.

Um sein Volk aus der Gefangenschaft zu führen, "erfindet" Moses auf Basis der Gottheit aus den Mysterien den neuen Gott "Jehova", der der einzige Gott sein soll. Von ihm erzählt Moses seinem Volk und gibt ihnen genügend Mut, aus dem Land zu fliehen.

Die Publizistin Ursula Homann schrieb dazu: "Bei Schiller, der Moses als säkularisierten Aufklärer mit politischen Wirkungsabsichten zeichnet, erscheint dieser wie ein psychologisch geschulter Religionsstifter, der den Hebräern ein neues kulturelles Selbstverständnis verschafft. Um sein Volk aus der Sklaverei zu erlösen und in einem Staat zu vereinen, benötigte Moses ein wirksames Instrument moralischen Zusammenhalts. Dieses Instrument sah er in der Religion."

Schiller dazu: "Er (Moses) will die Wohltat vollkommen machen, die er auf dem Wege ist, seinem Volk zu erweisen. Er will sie nicht bloß unabhängig und frei, auch glücklich will er sie machen und erleuchten. Er will sein Werk für die Ewigkeit gründen. Moses war aus einem kleinen Zirkel, dem er seine bessere Idee von dem höchsten Wesen zu danken hatte."

Und weiter: "Er ist der erste, der es wagt, dieses bislang geheim gehaltene Resultat der Mysterien zur Grundlage eines Staats zu machen. Er legt seinem Gott diejenigen Eigenschaften bei, welche die Fassungskraft der Hebräer und ihr jetziges Bedürfnis eben jetzt von ihm fordern. Er passt seinen Gott dem Volke an, dem er ihn verkündigen will, und so entsteht sein Jehova."

© Schwäbische Zeitung 10.04.2016

Herta Däubler-Gmelin FOTO: DPA

Däu­bler-Gme­lin spricht über Frei­han­dels­ab­kom­men

SPD-Politikerin kommt nach Ravensburg


Ravensburg - Bringt mehr Freihandel wirklich Nutzen für alle Menschen? Oder verdrängen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA die Gesetzgebung von Parlamenten und die Mitbestimmung der Bürger? Stärken sie den Einfluss der globalen Konzerne zu Lasten von Umwelt, Arbeitnehmern und Mittelstand?
Um solche Fragen geht es beim Vortrag "CETA, TTIP & Co.", den Ex-Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (Foto: pr) am Montag 25. April, hält.

Die Juristin und SPD-Politikerin kommt auf Einladung des Evangelischen Bildungswerks Oberschwaben um 19 Uhr ins Matthäus-Gemeindehaus in Ravensburg. TTIP steht für Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA (englisch Transatlantic Trade and Investment Partnership). CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) wiederum bezeichnet das Wirtschafts- und Handelsabkommen der EU mit Kanada. Noch wird an TTIP gefeilt, noch ist zumindest teilweise eine Einflussnahme möglich, denn die Vereinbarungen sind umstritten - etwa, was die Chancen von Mittelstand und Arbeitsplätzen oder die Sondergerichte betrifft. Doch welche Einflussmöglichkeiten gibt es? Darauf geht Däubler-Gmelin auch ein.

Der Eintritt ist frei. Herta Däubler-Gmelin bittet aber als Schirmherrin der Deutschen Hospizbewegung DHPV um eine Spende für ein Hospiz in der Umgebung.

© Schwäbische Zeitung 09.04.2016

Heidemarie Wieczorek-Zeul (Foto: Tanja Bosch)

Heidemarie Wieczorek-Zeul (Foto: Tanja Bosch)

In­ter­view: "Vie­le Flucht­ur­sa­chen sind ,made in Eu­ro­pe'"
Heidemarie Wieczorek-Zeul spricht über Zuwanderung, die EU und Fluchtursachen

Biberach - Die ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (Foto: Tanja Bosch), ist am Donnerstag für einen Vortrag zum Thema "Die Welt FairBessern - aber wie?" zu Gast in Biberach gewesen. Tanja Bosch hat mit ihr über die Bekämpfung von Fluchtursachen und das EU-Türkei-Abkommen zur Flüchtlingsrückführung gesprochen.

Eine große Debatte wird derzeit über die Bekämpfung von Fluchtursachen geführt. Was muss aus Ihrer Sicht getan werden?


Zunächst muss einem klar sein, dass die Bekämpfung von Fluchtursachen ein sehr langfristiger Prozess ist, in den man vor Jahren stärker hätte einsteigen sollen. Jetzt wirkt es nicht sofort, als ob wir einfach einen Hebel umlegen müssten. Aber wie wir uns heute verhalten, hat auch noch in den nächsten 50 Jahren Auswirkungen, das muss jedem klar sein. Unsere Art zu wirtschaften und wie wir bisher die Probleme outgesourced haben - Waffenexporte, Agrarexporte, CO2-Emissionen - das geht nicht mehr, ohne dass die Auswirkungen zum Beispiel in Form von zunehmenden Flüchtlingszahlen spürbar werden. Die Probleme erreichen uns irgendwann selbst. Viele Fluchtursachen sind "made in Europe".

Welche zum Beispiel?

Allein der "Export" von Elektroschrott ist erschreckend. Wenn man sieht, wie Kinder aus diesem Schrott versuchen Ressourcen herauszuholen und dabei ihre Gesundheit ruinieren. Das ist schrecklich, da müssen wir etwas tun. Wir müssen auch dafür sorgen, dass es in den Industrieländern eine wirklich grundlegende Klimaschutz- und Energiepolitik gibt, die auf regenerative Energien setzt. Alles natürlich langfristig, aber man kann nicht sagen, wir lassen es halt dann lieber bleiben, weil es zu lange dauert.

Was halten Sie vom Abkommen zwischen EU und der Türkei?

Zunächst einmal würde ich gerne sagen, dass ich es zutiefst unmoralisch und falsch finde, dass die Balkanstaaten die Balkanroute geschlossen haben. Die Bilder der Kinder, Frauen und Flüchtlinge in Idomeni, die da im Schmutz und Regen leiden, sind unerträglich. Dass da keine Regelung gefunden wird, ist eine Schande. Diese Menschen hätte man sofort aufnehmen müssen. Vorschläge dazu gab es ja. Es entsteht der Eindruck, mit diesen Bildern will man die Menschen abschrecken aus ihrer Heimat zu fliehen, und das ist wirklich widerwärtig.

Kann die Menschenwürde bei diesem Abkommen gewahrt werden?

Man kann noch gar nicht einschätzen, wie das real abläuft, deshalb bin ich da sehr vorsichtig. Wichtig ist, dass das Grundrecht auf Asyl respektiert wird und auch die Genfer Menschenrechtskonvention. Und weiterhin müssen natürlich Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen werden. Den "Deal" beobachte ich mit großer Zurückhaltung.


© Schwäbische Zeitung - 08.04.2016

Heiko Bräuning

Heiko Bräuning (Foto privat)

In­ter­view: "Wie kann man mit so et­was le­ben?"
Der Aulendorfer Schulseelsorger Pfarrer Heiko Bräuning holt Samuel Koch nach Aulendorf


Aulendorf - Einen ganz besonderen Gast bringt Aulendorfs Schulseelsorger Heiko Bräuning am kommenden Montag, 11. April, um 14 Uhr in die Stadthalle. Samuel Koch ist seit seinem Unfall am 4. Dezember 2010 in der Fernsehsendung "Wetten dass...?" vom Hals abwärts gelähmt. Paulina Stumm hat mit Heiko Bräuning über den Besuch von Deutschlands wohl bekanntestem Rollstuhlfahrer gesprochen.

Herr Bräuning, woher kennen Sie ihren Gast?

Noch gar nicht. Für so interessante Gäste kommt der Kontakt oft über den Fernsehgottesdienst der Zieglerschen "Stunde des Höchsten" zustande. Mit Samuel Koch werden wir nach der Veranstaltung in der Stadthalle noch für den Gottesdienst ein Interview aufzeichnen.

Und wie haben Sie Samuel Koch nach Aulendorf gelockt?

In diesem Fall habe nicht ich ihn gelockt. Ich wurde angefragt, ob er nicht als Gast zur "Stunde des Höchsten" kommen kann. Da habe ich dann aber sofort auch an meine Schüler gedacht. In Aulendorf herrscht eine große Offenheit für Neues. Ich hoffe, dass auch noch andere Gäste nach Aulendorf kommen werden. Ich denke etwa an Rainer Schmidt, Paralympics-Teilnehmer und Tischtennisweltmeister. Er kam ohne Arme auf die Welt.

Was fasziniert Sie an Samuel Koch?

Er ist ein sehr authentischer Mensch, der keinen Hehl daraus macht, dass sein Glaube ihm hilft. Wir sind als Zieglersche in Aulendorf angekommen. Wir wollen vermitteln, dass man sein Leben auch mit Behinderung meistern kann und Samuel Koch hat seit seinem Unfall unübersehbar eine Behinderung. Da stellt sich die Frage: wie kann man mit so etwas leben und glücklich sein?

Schicksalsschläge erschüttern mitunter den Glauben an Gott. Spielen Zweifel auch eine Rolle bei der Veranstaltung?

Ich habe mit den Schülern darüber gesprochen, was sie Samuel gerne fragen würden, und es hat sich gezeigt, Zweifel ist ein Thema. Warum glaubst du heute noch an den lieben Gott? Man kann den Glauben an das Gute durchaus verlieren, ich hoffe, dass er darauf eingehen wird.

Was sollen die Besucher aus der Veranstaltung mitnehmen?

Im Unterricht habe ich oft den Eindruck, dass sobald ich eine schwere Frage stelle, viele Schüler das Gefühl haben: ich kann das alles gar nicht. An sich zu glauben, dafür ist Samuel Koch ein Extrembeispiel. Ich hoffe, er vermittelt den Impuls weiter: Auch wenn ich anders bin als andere und es schwer habe, kann ich es schaffen.

Die Veranstaltung ist eine Musiklesung. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Samuel Koch kommt mit seinem Bruder, Jonathan Koch, und seiner Verlobten, der Sängerin und Schauspielerin Sarah Elena Timpe. Mit Jonathan Koch am Klavier singt sie einfühlsame Balladen und fröhliche Gospels. Samuel holt auch gerne Gäste auf die Bühne, die Fragen stellen können. Die Musiklesung geht maximal eineinhalb Stunden, Einlass in die Stadthalle ist ab 13.30 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

© Schwäbische Zeitung -08.04.2016

Astrid Harzbecker und Hans Jürgen Schmidt gestalten festliches Kirchenkonzert in Bad Buchau.

Astrid Harzbecker und Hans Jürgen Schmidt gestalten festliches Kirchenkonzert in Bad Buchau. Foto: Kurt Zieger

Got­tes Schöp­fung in Wort und Lied
Astrid Harzbecker gestaltet festliches Kirchenkonzert
Von Kurt Zieger 8. April 2016

Bad Buchau - Glockenklang hat für einen stimmungsvollen Einstieg in ein geistliches Konzert gesorgt, in dem Astrid Harzbecker in der evangelischen Kirche Bad Buchau die Schöpfung Gottes mit Perlen der Liedkunst und christlichen Bekenntnissen verherrlichte.

"Gott, der Herr, hat in seiner Schöpfung den Menschen das Wort und die Musik geschenkt", lautet eine der zentralen Botschaften, die Astrid Harzbecker ihrem mit viel Liebe ausgestalteten Kirchenkonzert zugrundelegte. Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Konzertpianisten Hans Jürgen Schmidt, will sie in ökumenischer Weise vor allem in Kirchenkonzerten in Wort und Lied den Dank und die Verehrung von Gottes Schöpfung weitergeben. Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme in vielen Tonschattierungen vermag sie Perlen der Konzertliteratur zum Leuchten bringen. Ihr musikalischer Begleiter sorgt mit der Registervielfalt des Keyboards für die passende Mitgestaltung.

Bereits beim einleitenden "Ich bete an die Macht der Liebe" spürten die vielen Konzertbesucher etwas von der Ausstrahlung, die von der Stimme der Künstlerin und ihrer Art der Interpretation ausgeht. Sie spürt dem Text nach und kleidet ihn, wie etwa bei Michael Kunzes "Alles Große lebt im Kleinen", in ein melodisches Gewand und berührt ohne viel Aufhebens durch kleine Gesten die Zuhörer.

Für sie ist jedes Kind ein Stück Zukunft, für das es sich lohnt, nach Kräften im Einklang mit der Natur zu leben. Diese Botschaft im Blick auf die Zukunft kleidete sie in das sehnsuchtsvolle "Lied der Taiga". Damit verschaffte sie ihrem Partner den Übergang zu einem instrumentalen Medley altrussischer Weisen, mit viel Tremolo und Crescendi ausgeführt, bis hin zu der Frage: "Hast du dort oben vergessen auf mich?" Dazu passte der "herrliche Baikal" oder der "Abendklang", bei dem die Sängerin den Wohllaut ihrer Stimme mit der Variationsbreite ihrer Schattierungen aufleuchten lassen konnte.

Persönliche Glaubenszeugnisse ("Wenn ich träume, bist du da") verband Harzbecker mit einem wenig bekannten doch melodieschönen "Ave Maria" zur Verehrung der Gottesmutter wie auch der lateinischen Wiedergabe von Mozarts "Ave verum". Besonders die dunkel gefärbten Sequenzen übten eine intensive Ausstrahlung auf die Besucher aus. Bei Bachs "Jesu meine Freude", bei Chopins "In mir klingt ein Lied" und einer persönlichen freien Improvisation zeigte Hans Jürgen Schmidt auch als Organist sein technisches und gestalterisches Können.

Musikalische Perlenkette

Einer musikalischen Perlenkette gleich band danach die Sängerin ausgewählte Kleinode der Liedkunst zu der abendlichen Feierstunde. Mozarts "Schlafe mein Prinzchen, schlaf ein" reichte sie mit den "Engeln der Berge" als stilles Gebet weiter zu einer ihrer Eigenkompositionen "Mutter, mein Herz ruft nach dir". Händels "Largo" aus dessen Oper "Xerxes", das ausdrucksstarke "Panis angelicus" von Cesar Franck oder Schuberts "Ave Maria" in einem selten gehörten deutschen Text verdeutlichten die Absicht und den Wunsch beider Künstler, die christliche Botschaft in Wort und Lied in feierlicher, jedoch zu Herzen gehender Art und Weise zu bezeugen.

Der herzliche, lang anhaltende Beifall konnte als Bestätigung verstanden werden, dass Astrid Harzbecker ihr stimmliches Können und ihre facettenreiche Ausstrahlung gerne als "Stimme der Liebe" bezeichnet.

© Schwäbische Zeitung -07.04.2016

Nach Pfarrer Wolfgang Raiser soll es in der kommenden Woche von 11 bis 14 Uhr die Kirche stark besucht werden.

Beim Fototermin ist die Pauluskirche leer. Wenn es nach Pfarrer Wolfgang Raiser geht, soll sie in der kommenden Woche von 11 bis 14 Uhr stets gut gefüllt sein. Foto: Vera Romeu

Beim Es­sen en­ste­hen Ge­sprä­che wie von selbst
Evangelische und katholische Kirche laden vom 11. bis 15. April zur Vesperkirche in die Pauluskirche ein


Von Vera Romeu 7. April 2016

Mengen - Während der kommenden Woche laden die evangelische und katholische Kirche zur Vesperkirche ein. Von Montag bis Freitag wird es zwischen 11 und 14 Uhr in der Pauluskirche einen Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen geben. Alle Bürger sind eingeladen vorbeizukommen, sich an den gedeckten Tisch auf die Kirchenbank zu setzen und mit anderen Bürgern zusammen zu essen.

Die Idee der Vesperkirche ist, dass Bürger, die sich aus finanziellen oder persönlichen Gründen an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen, durch Begegnungen und Kennenlernen wieder in die Mitte geholt werden, sagt der evangelische Pfarrer Wolfgang Raiser. Man kommt und isst zusammen, das sei ganz locker. Gespräche ergeben sich von selber. Vesperkirchen sind ein Konzept der evangelischen Kirche. Es gibt sie auch in Großstädten, dort wird medizinische Versorgung und Körperpflege dazu angeboten.

Seit fünf Jahren laden die Kirchen der Stadt Mengen zum Lichtblickvesper ein, im Wechsel im katholischen Gemeindehaus und in den Räumen für Jung und Alt.

Das Lichtblickvesper dauerte früher nur zwei Tage, aber das sei zu kurz, um sich kennen zu lernen und ins Gespräch zu kommen, sagt Pfarrer Raiser. Der Gedanke der Vesperkirche hat sich inzwischen etabliert, sodass jetzt der Tisch in der Pauluskirche bereits im zweiten Jahr von Montag bis Freitag fünf Tage lang gedeckt sein wird. "Am Anfang hatten wir Bedenken, weil wir die Bänke in der Pauluskirche nicht ausbauen können. Aber die Leute setzten sich ganz unkompliziert in die ganze Kirche. Beim Essen in der Kirche entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Es ist das große Gefühl der Geborgenheit", sagt er. Um zwölf Uhr werde ein Tischgebet gesprochen, sonst gebe es kein Programm, die Leute sollen miteinander ins Gespräch kommen.

Viele sollen erreicht werden

Die Veranstalter haben mit Plakaten und Handzetteln unter anderem im Diakonieladen, Martinslädele und Fairkaufhaus aktiv geworben, um viele Menschen zu erreichen. Rund 40 Ehrenamtliche helfen bei der Vesperkirche mit. 15 Realschüler sind an drei Tagen dabei, diesmal schickt auch die Kreissparkasse täglich zwei Mitarbeiter. Sie servieren das Essen und räumen wieder ab. Gespült wird im darunterliegenden Gemeindesaal.

"Wir sind zum Kochen in der Kirche natürlich nicht eingerichtet, das Essen wird von Sankt Ulrika geliefert", sagt Raiser. Das Essen ist kostenlos, jeder spendet, was in seinen Möglichkeiten steht. "Bisher war es immer so, dass die Spenden die Kosten des Essens gedeckt haben."

Die Vesperkirche gibt es zweimal im Jahr. Im vergangenen November sei sie an den ersten Tagen zögerlich besucht worden, gegen Ende sei das Essen fast ausgegangen, berichtet Raiser. "Wir sind gespannt, wie es dieses Mal sein wird. Wir freuen uns auf viele Besucher gleich am ersten Tag", lädt er ein.

Die Vesperkirche findet von Montag, 11. April, bis Freitag, 15. April, zwischen 11 und 14 Uhr in der Pauluskirche statt. Eingeladen sind alle Bürger. Das Essen, der Kaffee und Kuchen sind kostenlos. Jeder spendet nach seinen finanziellen Möglichkeiten.

© Schwäbische Zeitung -05.04.2016

Pfarrer Ernst Eyrich (v. l.) segnete und entsendete Benjamin Wolf, Matthias Schließer und Michael Wahl zu ihrem dreimonatigen Hilfsdienst nach Kenia.

Pfarrer Ernst Eyrich (v. l.) segnete und entsendete Benjamin Wolf, Matthias Schließer und Michael Wahl zu ihrem dreimonatigen Hilfsdienst nach Kenia. Foto: Mussotter

Eine "gute Nach­richt für Afri­ka"
Drei junge Männer aus Wain arbeiten ehrenamtlich in einem Kinderheim in Kenia

Von Manuel Mussotter 5. April 2016

Wain - Ein besonderer Gottesdienst ist am vergangenen Sonntag in der Wainer Michaelskirche gefeiert worden. Matthias Schließer, Michael Wahl und Benjamin Wolf wurden von Pfarrer Eyrich gesegnet und für einen dreimonatigen Aufenthalt nach Kenia ausgesendet. Dort werden sie mit der Missionsgesellschaft Diguna für drei Monate ehrenamtlich arbeiten. Zu ihren Aufgaben gehöre unter anderem die Mitarbeit bei der Renovierung von Gebäuden, das Erbauen eines Gemeinschaftshauses und die Instandhaltung landwirtschaftlicher Maschinen.

Wahl, der Bauingenieur und Zimmerermeiser ist, Schließer und Wolf, die beide in Reutlingen Fahrzeugtechnik studiert haben, sind diesen Aufgaben sicher bestens gewachsen. Diguna bedeutet aber auch "Die gute Nachricht für Afrika", gemeint ist damit das Evangelium von Jesus Christus. Die drei jungen Männer betonten, dass es ihnen auch ein Anliegen sei, nicht nur technische Hilfe zu leisten, sondern auch mit den Menschen einer anderen Kultur in Kontakt zu treten und ihnen von Jesus zu erzählen. Weiter führten sie in ihren kurzen Ansprachen aus, dass es ihnen wichtig sei, durch den Dienst etwas zurückzugeben, denn sie fühlten sich in ihrem bisherigen Leben privilegiert.

Bei dem Projekt handelt es sich um das Kinderheim Ngechek, in dem Kinder leben, die mit HIV infiziert sind und oft Waisen sind. Ihnen soll es ermöglicht werden, liebevoll aufwachsen zu können, verwurzelt in ihrer Kultur. Zudem erhalten sie Schulbildung, und ein sinnvoller Umgang mit der HIV-Infektion soll ihnen vermittelt werden, etwa bei der Medikation oder der Ernährung. Um den Kindern auch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, wollen sich die drei auch auf die Kinder- und Jugendarbeit einlassen, zum Beispiel durch Musikunterricht, Bibelarbeiten und vieles mehr.

Pfarrer Ernst Eyrich gab den jungen Männern abschließend einen Vers aus dem Epheserbrief mit. Dort ermahnte der Apostel Paulus die Gemeinde zu einer Einigkeit im Geist, zu Friedfertigkeit, und er erinnert an die Hoffnung der Christen. Es sei vor allem auf einer abgelegenen Missionsstation sicher oft hilfreich, sich diese Worte in Erinnerung zu rufen, so Pfarrer Eyrich.

Nachdem der Posaunenchor ein Segenslied gespielt hatte, konnten die Gottesdienstbesucher in Wain noch viele Fragen und gute Wünsche an die drei Ehrenamtlichen beim anschließenden Kirchenkaffee im Gemeindehaus loswerden.

© Schwäbische Zeitung -05.04.2016

Die Pfarrerinnen Andrea Luiking, Dorothee Sauer, Martina Servatius und Isabella Lehnert-Werner (von links) haben sich mit Argula von Grumbach, einer Zeitgenossin Luthers, beschäftigt. Foto: matthias ströhle

Die Pfarrerinnen Andrea Luiking, Dorothee Sauer, Martina Servatius und Isabella Lehnert-Werner (von links) haben sich mit Argula von Grumbach, einer Zeitgenossin Luthers, beschäftigt. Foto: matthias ströhle

Ge­gen alle Kon­ven­tio­nen
Vier Pfarrerinnen gestalten einen "Frauengottesdienst zur Reformation damals und heute"


Laupheim - Ein "Frauengottesdienst zur Reformation damals und heute" wird am Sonntag, 10. April, in der Evangelischen Kirche in Laupheim gefeiert. Der Titel lautet: ",Nehmen sie mir Gut, Ehr, Kind und Weib' - vom Preis für neue Ideen".

Was ist von der Reformation bis heute geblieben? Gibt es etwas, das speziell für Frauen von Bedeutung ist? Gab es herausragende Frauen in der Reformationszeit? Über diesen Fragen haben sich im Rahmen des Theologinnenkonvents im Kirchenbezirk Biberach vier Pfarrerinnen zusammengetan: Martina Servatius (Laupheim), Dorothee Sauer (Erolzheim-Rot), Andrea Luiking (Ummendorf) und Isabella Lehnert-Werner (Referentin beim Dekan). Entdeckt haben sie eine beeindruckende Frau, eine Zeitgenossin Luthers: Argula von Grumbach, geborene von Stauff.

"Beeindruckend ist, wie sie es gewagt hat, gegen alle Konventionen der damaligen Zeit, in die Öffentlichkeit zu treten", sagt Isabella Lehnert-Werner. "Sie hat die neuesten Medien verwendet, um ihre Anliegen bekannt zu machen." Andrea Luiking ist beeindruckt, "dass es die Kraft des Evangeliums ist, die über Jahrtausende die gestaltende Kraft im Leben von Menschen war und immer noch ist".

Argula von Grumbach war eine entschiedene Anhängerin der Reformation. Aber auch das kann man finden: "Sie hat mit Luther über das Abstillen gesprochen", fand Martina Servatius heraus, als sie einen Brief Luthers an seine Käthe studierte.

Argula blieb ihren Überzeugungen treu. Doch dann verschwand sie im Dunkel der Geschichte; sie zahlte einen hohen Preis für ihre Überzeugungen. Dieser Punkt ist für Dorothee Sauer bemerkenswert. "Auch heute zahlen Frauen, ebenso wie Männer, einen hohen Preis. Doch der Druck kommt auch von innen, von den inneren Antreibern."

Entstanden ist ein Gottesdienst, der am vergangenen Sonntag bereits in Biberach und Ummendorf gefeiert wurde und am 10. April in Laupheim zu erleben ist.

Den Gottesdienst am Sonntag, 10. April, in der Evangelischen Kirche Laupheim (Radstraße 12) hält Pfarrerin Martina Servatius. Beginn ist um 10 Uhr.

© Schwäbische Zeitung -04.04.2016

Werner Krug, Rosa Hillmer, Klaus Pfalzer, Marion Martin, Ingrid Hüttl, Stefanie Wörz und Petra Kern bei der Scheckübergabe.

Luther war einst ganz schön viel unterwegs. Welche Orte Schüler mit Luther in Verbindung bringen, das sollen sie in Fotos zeigen. Montage: Walz

"Play­mo­bil-Lu­ther" geht auf Rei­sen
Jugendliche sollen eine Luther-Figur mit in den Urlaub nehmen und fotografieren


Biberach - Welche Orte haben noch heute eine Verbindung zu Martin Luther? Und wo hätte Luther im 15. Jahrhundert etwas zu sagen gehabt? An diese Orte sollen Schüler der ersten bis zwölften Klasse eine Playmobilfigur des Theologieprofessors mitnehmen - und fotografieren. Für die besten Bilder winken dann Geldpreise.

Initiiert hat das Luther-Projekt die evangelische Pfarrerin Isabella Lehnert-Werner. "Ich habe mich gefragt, wie man Jugendliche dazu bringen könnte, sich mit Luther auseinanderzusetzen", sagt sie. "Ich fand die Idee lustig, dass die Schüler Luther im Urlaub fotografieren." Schließlich war Luther selbst viel unterwegs - zwar hauptsächlich in Mitteldeutschland, seine Ideen sind jedoch in der ganzen Welt bekannt.

Die Pfarrerin und Referentin beim Dekan in Biberach hat dann das Evangelische Jugendwerk, das Wieland- und das Pestalozzi-Gymnasium mit ins Boot geholt. "Wir waren ganz offen für die Idee", sagt Julia Wiedmann. Sie unterrichtet am Pestalozzi-Gymnasium (PG) evangelische Religion und Latein. Schon im vergangenen Jahr haben sich PG-Schüler mit Luther in einem Theater-Projekt beschäftigt.

Der Fotowettbewerb ist ein Projekt, das für die Organisatoren gut zum aktuellen Themenjahr passt, das am 31. Oktober 2015 ausgerufen wurde. Dabei beschäftigt sich die evangelische Kirche intensiv mit dem Thema "Reformation und die eine Welt". Vor allem die globale Dimension der Reformation steht im Mittelpunkt. Das Projekt soll auch hinführen auf das eigentliche Lutherjahr: 2017 jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug.

© Schwäbische Zeitung -01.04.2016

Werner Krug, Rosa Hillmer, Klaus Pfalzer, Marion Martin, Ingrid Hüttl, Stefanie Wörz und Petra Kern bei der Scheckübergabe.

Werner Krug, Rosa Hillmer, Klaus Pfalzer, Marion Martin, Ingrid Hüttl, Stefanie Wörz und Petra Kern bei der Scheckübergabe. Foto: privat

Öku­me­ni­sche Flücht­lings­hil­fe: Will­kom­mens­fei­er ge­lingt

Biberach - Die Willkommensfeier für Flüchtlinge kürzlich im Martin-Luther-Gemeindehaus ist gut angekommen. Das teilen die Organistoren mit. Aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Waldseer Straße und den umliegenden kleinen Wohneinheiten für Flüchtlinge kamen viele Familien, aber auch alleinstehende Menschen zum Begegnungsnachmittag der ökumenischen Flüchtlingshilfe. Auch Biberacher Bürger hatten sich Zeit zur Begegnung genommen. Der Helferkreis bereitete die Feier vor und hatte tatkräftig für die Bewirtung gesorgt. Die musikalischen Beiträge der Bruno-Frey-Musikschule erfreuten das Publikum. Der Musikverein spendete Einnahmen aus einem Konzert. Werner Krug überreichte der ökumenischen Flüchtlingsarbeit von Caritas und Diakonie einen Scheck über 500 Euro. Das Geld wird für die pädagogischen Angebote in der Gemeinschaftsunterkunft eingesetzt werden.