© Evang. Gemeindeblatt Nr. 44 vom 30.10.2011

Günther Garlin vor dem Komödienhaus. Der dramatische Verein ist das älteste Amateurtheater in Deutschland und wurde im 17. Jh. aufgeteilt in einen evangelischen und katholischen Theaterverein

 

Gute Sitten im Theater lernen

Biberach – Der Dramatische Verein in Biberach hat eine 325 Jahre alte, bewegte Geschichte. Für Protestanten besonders spannend: die Trennung des Vereins in eine Evangelische und Katholische Komödiantengesellschaft von 1725 bis 1804.

Biberach an der Riß wurde zur freien Reichsstadt im Jahre 1281. Es war eine kleine aufstrebende Stadt, der Handel förderte die Finanzkraft und es bildete sich ein einflussreiches Bürgertum heraus, das ein vielfältiges Kulturleben nach sich zog. Die Bevölkerung bestand in Biberach im 16. Jahrhundert aus circa 80 Prozent evangelischen und etwa zehn Prozent römisch-katholischen Bürgern. Bedingt durch die Reformation wurden in einigen konfessionell  gemischten Gebieten die Herrschaft zwischen Katholiken und Protestanten paritätisch aufgeteilt. Vier Städte bekamen 1648 diese Parität verordnet, darunter Biberach. „Diese Parität führte damals dazu,  dass in religiösen wie auch weltlichen Belangen es zu kuriosen Lösungen führte“, erklärt Stadtkirchenpfarrer Ulrich Heinzelmann, als Beispiel: Ämter wurden doppelt besetzt, es gab einen katholischen und einen evangelischen Friedhof. Das Biberacher Schützenfest wurde sogar zweimal gefeiert. Die älteste und größte Kirche, St. Martin und Maria wurde allerdings von beiden Konfessionen genutzt und dies blieb bis zum heutigen Tag. „Diese Zeit war stark geprägt von Umbrüchen, von daher könnte die vorläufige Trennung des Theatervereins damit zusammenhängen“, vermutet Pfarrer Heinzelmann.
 
Trotz der Parität in der Stadt, schlossen sich 18 Bürger beider Konfessionen am 20. Oktober 1686  zu einer „Bürgerlichen Komödiantengesellschaft“ zusammen. Ihr Ziel war die Ausübung guter Sitten und Tugenden sowie die Erlernung einer höflich-bescheidenen, beherzten Redensart. Ihr erster Direktor war der Apotheker und kaiserlich gekrönter Dichter Georg Ludwig Rauh. Er war ein Urgroßvater Christoph Martin Wielands wie auch der Sophie La Roche, recherchierte Dr. Kurt Diemer, Kreisarchivar a.D.

Es war eine spannende Zeit, die geprägt von tiefen gesellschaftlichen Umwandlungen war. „Auf der einen Seite die Reformation, auf der anderen Seite blühte das Barock auf“, beschreibt Ulrich Heinzelmann die Lage. Die Reformation bezeichnet im engeren Sinne eine kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentums führte. Die Barockzeit wird auch als Gegenreformation bezeichnet. Es galt die Gläubigen festzuhalten, die Volksfrömmigkeit zu hegen und das Barock konnte die Augen mit Prunk und Pracht fesseln. So wurden den Barockkünstlern weiterhin die Errichtung und Ausgestaltung von Kirchen als Aufgabe übertragen. Der Hauptanteil der kirchlichen Barockkunst findet sich so in den katholischen Gebieten.


Bei der Gründung des Theatervereins zur "Bürgerlichen Komödianten Gesellschaft" im Jahr 1682 ging es vor allem um die Qualität der Stücke - anfangs andachtsvoll,  später mehr weltlich. Im Jahr 1725 wurde die Komödiantengesellschaft aufgeteilt in einen evangelischen und in einen katholischen Verein.  Die Katholische Gesellschaft spielte  weiterhin Stücke aus der Bibel und der Geschichte, die Evangelische Gesellschaft war Neuem sehr aufgeschlossen, recherchierte Diemer. Der erste Bühnenauftritt einer Frau war 1741. Bis dahin waren alle Frauenrollen von Männern gespielt worden.
 
Der Höhepunkt in der damaligen evangelischen Komödiantengesellschaft war die Leitung des Kanzleiverwalters und Dichters Christoph Martin Wieland im Jahr 1761. Er verblüffte alle, als er ein von ihm selbst übersetztes Stück des englischen Dramatikers William Shakespeare vorschlug. Und so kam im September 1761 "Der Sturm" auf die Bühne. Es war dies die erste originalgetreue Darstellung eines Shakespeare Stückes auf deutschem Boden in deutscher Sprache. Es folgten noch weitere Shakespeare-Stücke wie „Macbeth“ und „Romeo und Julia“. Doch die Evangelische Bürgerliche Komödiantengesellschaft erlangte überregionale Bekanntheit nicht nur durch die Aufführungen sondern auch durch den Komponisten Justin Heinrich Knecht. Dieser komponierte Singspiele und Opern, fand der Historiker Diemer heraus.

Trotz der unterschiedlichen Ausrichtungen arbeiteten die beiden Theatervereine freundschaftlich zusammen. „Es wurden teilweise dieselben Spieler, Musikanten und Requisiten genutzt und dies im selben Haus, dem heutigen Komödienhaus“ erzählt Edeltraud Garlin, die ebenfalls in den Archiven recherchiert, um die historischen Heimatstunden-Stücke als Regisseurin auf die Bühne zu bringen.

Im Jahre 1804 verschmolzen die beiden Vereine wieder zur „Vereinigten Dramatischen Gesellschaft“. Biberach fiel kurze Zeit an Baden, danach wieder zur Württemberg. Doch seit 1804 war es wieder offiziell die „Vereinigte Dramatische Gesellschaft“ und seit 1832 heißt der Verein wie heute „Dramatischer Verein“.

Das Ehepaar Garlin ist seit vielen Jahren sehr eng mit dem Dram, wie er liebevoll genannt wird, verbunden. Günther Garlin ist seit 24 Jahren Vorsitzender des Vereins und seit 33 Jahren im Vorstand. Für ihn spielt es keine Rolle welche Konfession die Theaterspieler haben. Er lacht: „Wir werden nicht müde werden um Musicals, heitere und ernste Theaterstücke, Soireen, Matineen, Lesungen, hochdeutsch oder auch Mundart, historisches oder neuzeitliche Stücke aufzuführen. Es beeindruckt mich immer wieder wie die Spieler in ihre Rollen schlüpfen und diese ausfüllen“.

von Inge Veil-Köberle

© Schwäbische Zeitung - 18.10.2011

Höchst amüsant: Sören Schwesig und Peter Schaal-Ahlers.Fotos: ray

„Gott will uns heiter sehen“


Beim Kirchenkabarett „Die Vorletzten“ im Wainer Gemeindehaus bleibt kein Auge trocken

Von Roland Ray

WAIN - Das Evangelium könne nicht ohne Humor gepredigt werden, sagte Martin Luther. Sören Schwesig und Peter Schaal-Ahlers beherzigen dies nach Kräften. Sie sind Pfarrer der Württembergischen Landeskirche – und hinreißende Kabarettisten. Bei ihrem Auftritt am Freitag im Wainer Gemeindehaus nehmen sie manche menschliche Schwäche und Eitelkeit, auch manche Mühsal aufs Korn, bürsten die Amtskirche gegen den Strich – und werben doch stets für Gelassenheit und Zuversicht, denn: „Gott will uns heiter sehen.“ Darauf lässt sich bauen.

Beide Seelsorger sind begnadete Schauspieler, die Rollen wirkungsvoll verteilt. Schwesig ficht feinsinnig, gleichsam mit dem Florett, Schaal-Ahlers pflegt die schwäbisch-kernige Schwertgosch. Da bleibt kein Auge trocken.

„Und nimm mein Herz mit“, heißt das aktuelle Programm, die Geschichten kreisen um unterschiedliche Aggregatzustände des Organs. Das „wankelmütige Herz“ mag stottern im Dschungel moderner Heilslehren, dem „schwachen Herz“ droht lebenslanges Mittelmaß. Obschon: Schaut euch David an, der erst Schafhirte war und schwarzes Schaf, dann König! „Das könnte für Sie die Nachricht des Abends sein“, sagt Schwesig und hebt schmunzelnd Augenbrauen und Finger: „Wer zu Hause nichts gilt, der gilt vielleicht bei Gott.“

Das ist tröstlich, und „Die Vorletzten“, wie sich Schwesig und Schaal-Ahlers nennen, drehen den Stoff mit Wonne weiter in Richtung Kirchenkritik: Ist dort nicht (zu) oft Mittelmäßigkeit das Maß der Dinge, wird nicht (zu) viel in Karteikästen und Paragrafen gezwängt, grad wie bei Behörden? Kaum macht das Denken Angst, folgt ein konstruktiver Rat: „Welcher Arbeit Sie auch nachgehen, machen Sie Ihre Sache gut!“

Zu Hochform läuft Peter Schaal-Ahlers auf, wenn er Tipps zum Umgang mit dem Altern gibt. Er entwirft das Bild von Maria (83) und Josef (87), die in Ermangelung von Kindern rollatorengestützt zum Krippenspiel schlurfen, und empfiehlt einen selbstironischen Ansatz, der auch gesundheitlich von Vorteil sei: „Sie werden viel von dem Muskat-Trollinger, den Sie eigentlich trinken wollten, verschütten.“ Sören Schwesig glänzt mit Nummern, die das häusliche Leben beleuchten, erzählt von der Wehmut des Vaters, dessen Töchter flügge werden, und von einem Pascha, der Teilzeit arbeitet, seine Frau Vollzeit arbeiten lässt und hundert Ausreden findet, um sie daheim nicht entlasten zu müssen: „Am Samstagabend ist Brigitte immer so müde. Also, an mir kann’s nicht liegen, ich schone ja mein Herz.“

Die finale Botschaft der Kabarettisten lautet: „Verschenken Sie Glück.“ Beglückt haben sie ihr Publikum und besonders den Pfarrerkollegen Ernst Eyrich, denn der Erlös des Abends ist für die Renovierung der Wainer Michaelskirche bestimmt. „Jeder Cent, der übrig bleibt, kommt dem Kirchendach zugute“, versichert Volkhard Held von der Trachtengruppe des Obst- und Gartenbauvereins, die die vergnügliche Veranstaltung organisiert hat.

© Schwäbische Zeitung - 13.10.2011

Ehrenamtliche wollen Sterbenden „ein wenig Licht bringen“

Kirchengemeinde St. Magnus und Christuskirche würdigen Arbeit der Bad Schussenrieder Hospizgruppe

Bad Schussenried (sz) - Mit Gläubigen beider Kirchengemeinden hat die Hospizgruppe Bad Schussenried einen Gottesdienst in St. Magnus gefeiert – für die Ehrenamtlichen eine großartige Anerkennung ihrer ökumenisch geprägten Arbeit.

In vielen Treffen hatten die Mitglieder der Hospizgruppe den Gottesdienst mit Pfarrerin Dorothee Moser und Diakon Klaus Maier vorbereitet, ohne auch nur die leiseste Vorstellung zu haben, wie viele Gottesdienstbesucher kommen würden. „Unsere 120 Liederhefte und die 150 Rosen waren rasch an die Besucher verteilt“, freut sich Hans Klein von den Johannitern, Koordinator der Hospizgruppe über den überwältigenden Zuspruch.

Die Mitarbeiterinnen der Hospizgruppe hatten sich im Gottesdienst mit vielen persönlichen Gedanken eingebracht. Angelehnt an die Predigt Pfarrerin Mosers, in der sie die „Werke der Barmherzigkeit“ in den Vordergrund stellte, äußerten sich die Hospizbegleiterinnen zu den Beweggründen ihres Engagements.

Menschliche Wärme schenken

„Ich bin bei der Hospizbegleitung engagiert, weil ich den Sterbenden und den Angehörigen Beistand anbieten will“, antwortete etwa Carmen Klein: „Ich will ihnen durch mein Dasein auch ein Stück Entlastung sein, ein wenig Licht bringen und menschliche Wärme schenken.“

Charlotte Flaischlen kam zur Hospizarbeit, weil sie bereits drei nahe stehende Menschen beim Sterben begleitet hat und dabei bemerkte, „wie wichtig und tröstlich es für die Sterbenden ist, wenn sie nicht allein sind.“ „Im Sterben fügt sich alles, was wir im Leben erfahren haben, zu einem großen Ganzen“, findet eine andere Hospizbegleiterin. In ihrer letzten Lebensphase sollten Menschen „ganzheitlich mit Geist, Leib und Seele wahr- und ernst genommen werden“. Auch ihr Glaube, war immer wieder zu hören, spielt für die Sterbebegleiter eine große Rolle. So unterschiedlich und doch vom selben Gedanken der Barmherzigkeit getragen, verrichtet die Hospizgruppe seit über zwölf Jahren ihren Dienst am Nächsten. Gerade dieser praktizierte Glaube ist es auch, der von den Trägern der AG Hospiz – evangelische und katholische Kirchengemeinde, Johanniter, Abt-Siard-Haus des ZfP und Seniorenzentrum Haus Regenta – große Achtung erfährt.

Informationen zur Hospizarbeit erteilt Hans Klein unter Telefon 07583/19214 oder per E-Mail unter hans.klein@juh-bw.de.

© Schwäbische Zeitung - 12.10.2011

Die Evangelische Kantorei trat an der einstigen Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs auf. Foto: pr

Evangelische Kantorei singt in der berühmten Thomaskirche

 

Chor tritt unter der Leitung von Ralf Klotz in Leipzig auf – Biberacher tragen geistliche Lieder vor

 

Biberach (sz) - Kaum eine Stadt kann auf eine so reiche Tradition in der Musikkultur verweisen wie Leipzig. Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner haben von Leipzig aus das musikalische Leben Europas dominiert.

 

Die Evangelische Kantorei Biberach hat nun in der berühmten Kirche, der einstigen Wirkungsstätte Bachs, einen konzertanten Auftritt gehabt. Das Konzert war der Höhepunkt des dreitägigen Ausflugs, organisiert von Eva Werner.

 

Die mehr als 50 Sängerinnen und Sänger lernten bei einer Stadtführung die wechselvolle Geschichte der Leipzigs kennen. Leipzig gilt als die heimliche Hauptstadt des Historismus. Ein Großteil der mehr als 10000 Einzeldenkmale aus den Jahren 1871 bis 1914 ist nach der Wende hochwertig saniert worden und Leipzig damit wieder ein Juwel des gründerzeitlichen Städtebaus.

 

Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort geht auf das Jahr 1190 zurück. Viele, heute zu Wohnungen umgebaute Messehäuser, etwa der Speck‘s Hof, erinnern an diese Zeit. Bereits Anfang der 80er Jahre begannen die Montagsgebete in der Nikolaikirche, aus denen sich die Montagsdemonstrationen entwickelten, die schließlich mit zur Wende führten.

 

Die Biberacher nutzten auch das kulturelle Angebot der Stadt: Beethoven-Konzert im Gewandhaus, Pfeffermühle und Acadmixer, bekannte Namen aus der Kabarett-Szene, Motetten-Gottesdienst in der Thomaskirche mit dem berühmten Thomanerchor und dem Gewandhausorchester, Bach-Museum und Mendelssohn-Haus lockten zu einem Besuch.

 

Höhepunkt der Reise war der Auftritt der Evangelischen Kantorei in der Thomaskirche. „Ein 20-minütiges a-capella-Konzert mit geistlichen Liedern aus dem Repertoire des Chores unter der Leitung von Ralf Klotz fand bei den Zuhörern große Resonanz“, berichtet Eva Werner.

 

Auf der Rückfahrten machten die Biberacher noch Halt in Naumburg und ein Führung durch die Ausstellung der „Naumburger Meister“ und den Naumburger Dom.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Heiter: Gottes Bodenpersonal pflegt den Humor

Auf Einladung der Trachtengruppe gastiert das Kirchenkabarett „Die Vorletzten“ in Wain Erlös fließt in die Sanierung der Michaelskirche

Von Roland Ray

WAIN - Holz, das zwischen den Fingern zerbröselt; Sparren, die auf nichts mehr aufliegen: Der mehr als 300 Jahre alte Dachstuhl der Michaelskirche war ein dringender Sanierungsfall. Über Wochen rückten dieses Jahr die Handwerker an und erneuerten das Gebälk und auch die Elektrik. Kosten: knapp 300 000 Euro. Etwa die Hälfte davon muss die Evangelische Kirchengemeinde Wain aufbringen.

Die Trachtengruppe des Obst- und Gartenbauvereins möchte einen Beitrag leisten, die finanzielle Last zu lindern: mit einem Kabarett-Abend der besonderen Art. Am Freitag, 14. Oktober, treten um 20 Uhr im Wainer Gemeindehaus „Die Vorletzten“ auf. Der Erlös ist für die Renovierung der Michaelskirche bestimmt.

„Die Vorletzten“ sind zwei Seelsorger der Württembergischen Landeskirche: Peter Schaal-Ahlers, Pfarrer für Citykirche und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbezirk Esslingen, und Sören Schwesig, Schuldekan für die Bezirke Ditzingen und Leonberg. Auf der Bühne schlüpfen sie in die Rolle des Mesners und des Kirchenmusikers und ziehen durch den Kakao, was im kirchlichen Alltag oft ziemlich humorlos daherkommt. Kraft ihres Berufes können sie dabei aus dem Vollen schöpfen. Seit zehn Jahren treten die Hobby-Kabarettisten zusammen auf, 2010 erheiterten sie auch die Delegierten der EKD-Synode in Ulm. In Wain präsentieren sie ihr neues Programm „Und nimm mein Herz mit“.

Dem Initiator der Wainer Trachtengruppe, Volkhard Held, hatten Bekannte von den pfiffigen Pfarrern erzählt: „Sie waren voll des Lobes. Also habe ich Kontakt aufgenommen und die Beiden zugunsten unserer Kirchensanierung für ein Gastspiel in Wain engagiert.“ Interview

Karten für das Kirchenkabarett können im Vorverkauf zum Preis von 9 Euro bei Volkhard Held (Telefon 07353 / 701) bestellt werden. Am Freitag gibt es eine Abendkasse. In der Pause werden die Besucher bewirtet.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Am Freitag in Wain zu Gast: Sören Schwesig (am Klavier) und Peter Schaal-Ahlers, evangelische Pfarrer und Kabarettisten. Foto: pr

Interview

Der evangelische Pfarrer Sören Schwesig über sein Wirken als Kabarettist

Unsere Geschichten sind aus dem prallen Leben gegriffen“Sören Schwesig und Peter Schaal-Ahlers sind Pfarrer mit Leib und Seele. Das Lachen haben sie – vielleicht gerade deswegen? – nie verlernt. Unter dem Namen „Die Vorletzten“ treten sie als Kabarettisten auf, nehmen ihr Amt und kirchliches Leben auf die Schippe. „Humor weitet den Blick und verhilft zu einer Leichtigkeit, die gut tut“, sagt Schwesig im Gespräch mit Roland Ray.

SZ: Herr Schwesig, wenn Sie mit Ihrem Partner auf der Bühne stehen, lacht der Herrgott im Himmel zuweilen mit?

Schwesig: Bestimmt. Der liebe Gott hat so viel Geduld mit uns Menschen. Dazu braucht es Humor, gerade auch dann, wenn es um seine Kirche geht.

Ist Kabarett für Sie die Fortsetzung der Predigt mit anderen Mitteln?

Nein, das muss man trennen, unbedingt. Wenn ich auf der Kanzel stehe, kann die Botschaft nur das Evangelium sein, von nichts überlagert. Natürlich wird auch bei mir im Gottesdienst geschmunzelt und gelacht, aber ich lege es nicht darauf an. Ich möchte stets eine klare Rolle einnehmen, das ist mir wichtig.

Welche Botschaft vermitteln Sie als Kabarettist?

Dass man sich selbst nicht zu ernst nehmen sollte. Humor weitet den Blick und verhilft zu einer Leichtigkeit, die gut tut.

Sie nehmen kirchliche Themen aufs Korn. Auch sich selbst?

Immer! Unsere Geschichten sind aus dem prallen Leben gegriffen. Wir wenden den Kunstgriff der Überspitzung an, bringen einen Hauch Absurdität hinein. Unsere Zuhörer merken: Hoppla, bei uns läuft manches doch ganz ähnlich. Das kann von der Arbeit der Pfarramtssekretärin handeln, vom Pfarrer, der am Freitag in der sechsten Stunde eine Hauptschulklasse unterrichten soll, vom lieben Geld oder von hoch betagten Kirchenchormitgliedern. Wichtig ist uns in jedem Fall, nie verletzend zu sein. Idealerweise bringen wir die Menschen über sich selbst zum Lachen.

Riskieren Sie auch einen Blick auf die katholischen Brüder und Schwestern?

Ja klar. Eine unserer Nummern heißt „Haben Sie’s gut, dass Sie katholisch sind“. Wir stellen übrigens fest, dass ein katholisches Publikum schneller lacht. Das hat womöglich mit der Fastnachtstradition zu tun: Vor dem Fasten wird gefeiert. Bei evangelischen Zuhörern muss man sich manchmal ganz schön abstrampeln.

Was bedeutet der Name „Die Vorletzten“?

Wir nehmen damit Bezug auf den Theologen Dietrich Bonhoeffer, der zwischen den letzten und den vorletzten Dingen unterschieden hat. Bei den Letzteren ist die Kirche zu verorten, im Hier und Jetzt.

Wie sind Sie zum Kabarett gekommen?

Peter Schaal-Ahlers macht seit vielen Jahren Kleinkunst. 2001 hat er mich zu einem Auftritt in Schwäbisch Hall überredet. Statt in der üblichen Art von kirchlicher Seite gegen verkaufsoffene Sonntage zu protestieren, wollten wir die Konsumgesellschaft einmal kabarettistisch aufs Korn nehmen. Die Resonanz war erstaunlich. Das war der Anfang des Kirchenkabaretts „Die Vorletzten“. Dieses Jahr haben wir 23 Auftritte.

Wie sind die Rollen verteilt?

Mein Kollege schreibt das Gros der Texte. Die bearbeiten wir dann zusammen. Ich bin der Mann am Klavier.



© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Das „neue Bonhoefferhaus“ soll zu einer Anlaufstelle für Gläubige und für Menschen mit Behinderung werden. SZ-Foto: Mägerle

Lösung: Bonhoefferhaus erhält neues Konzept

Zieglersche übernehmen Gebäude der evangelischen Gesamtkirchengemeinde

Von Gerd Mägerle

Biberach - Seit rund zwei Jahren sucht die evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach nach Wegen, die Zahl ihrer Immobilien zu reduzieren. Ein Grund dafür sind die Einnahmen aus der Kirchensteuer, die in den kommenden Jahren demografisch bedingt zurückgehen werden. Außerdem weisen die 27 kirchlichen Gebäude einen teilweise erheblichen Sanierungsbedarf auf, wie Analysen ergaben.

Für das Areal der Bonhoefferkirche scheint nun eine Lösung gefunden, die den evangelischen Christen auf dem Mittelberg auch künftig ein wohnortnahes kirchliches Gemeindeleben ermöglicht. So sollen die Zieglerschen Anstalten (kurz: Zieglersche) mit Sitz in Wilhelmsdorf den Gebäudekomplex Bonhoefferkirche am Köhlesrain übernehmen. Dazu haben der evangelische Gesamtkirchenrat am 27. September und der Aufsichtsrat der Zieglerschen am 8. Oktober „grundsätzlich grünes Licht“ gegeben, wie es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung von Kirchengemeinde und Zieglerschen heißt.

Entstehen soll auf dem Mittelberg ein „innovatives Gemeindekonzept“, so der evangelische Dekan Hellger Koepff gegenüber der SZ. So planen die Zieglerschen dort Wohnraum und Tagesstrukturangebote für Menschen mit Behinderung. Geplant ist ein stationärer Wohnbereich für 15 Menschen sowie ambulant betreute Wohnungen für bis zu zehn Personen mit Assistenzbedarf. Hinzu kommen ein Förder- und Betreuungsangebot und ein Seniorenbereich für Menschen mit geistiger Behinderung. Darüber hinaus wird auch die Diakonie-Sozialstation, die ebenfalls in Trägerschaft der Zieglerschen ist, Räume im neuen Bonhoefferhaus beziehen. Pfarr- und Mesnerhaus weichen in diesem Zusammenhang einem neuen Anbau.

„Das Gemeindeleben der Bonhoeffergemeinde kann weitergehen, aber es wird sich verändern“, so Ulrike Werthmann, Vorsitzende des Gesamtkirchengemeinderats. So wird der Kirchenraum energetisch saniert und mit einer Faltwand versehen, so dass er während der Woche für die Behindertenarbeit genutzt werden kann. Im unteren Teil des Gebäudes werden Pfarramt und Sozialstation untergebracht sein. Die Kirche erhalte im Gebäude ein unbefristetes, mietfreies Nutzungsrecht, sagt Koepff,

Derzeit laufen die Bauplanungen, die Verhandlungen mit Kostenträgern, Stadt und Oberkirchenrat stehen an. Baubeginn soll Ende 2012/Anfang 2013 sein.

„Das Projekt ist sehr komplex“, sagt Koepff, der aber überzeugt davon ist, dass diese Kooperation Strahlkraft über den Stadtteil Mittelberg hinaus entfalten wird. „Im neuen Bonhoefferhaus wird Inklusion lebendig gestaltet werden können", sagt Prof. Harald Rau, Vorstandsvorsitzender der Zieglerschen. Kommentar


© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Kommentar
Ein Anfang ist gemacht

Von Gerd Mägerle

Die evangelischen Christen auf dem Mittelberg werden mit Erleichterung vernehmen, dass sich die Kirche nicht von dort verabschiedet. Denn ein solches Szenario war in den vergangenen beiden Jahren durchaus wahrscheinlich. Gleichwohl wird sich das Gemeindeleben durch die Kooperation mit den Zieglerschen verändern – was nicht negativ sein muss, ganz im Gegenteil! Ein Anfang ist gemacht. Der evangelischen Gesamtkirchengemeinde möchte man auch für die anderen Gebäude, die zur Disposition stehen, innovative Lösungen wünschen, die eine dezentrale Struktur der Kirche gewährleisten.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Der Biberacher Pfarrer Peter Schmogro (l.) nimmt den Preisträgerscheck in Empfang. Foto: pr

Diakonie vergibt Integrationspreis nach Biberach

Das Projekt „GESTaltEN“ der evangelischen Gesamtkirchengemeinde gilt bei der Jury als Vorbild beim Thema „Integration im Alter“

Stuttgart/Biberach (sz/gem) - Das Projekt „GESTaltEN“ des Diakonie-Ausschusses der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach hat in Stuttgart, zusammen mit weiteren Projekten, den Integrationspreis der evangelischen Landeskirche und der Diakonie Württemberg erhalten. Der Preis ist mit insgesamt 3500 Euro dotiert. 17 Initiativen oder Einzelpersonen wurden dafür vorgeschlagen.

Das Biberacher Preisträger-Projekt „GESTaltEN“, das 1000 Euro Preisgeld erhält hat nach Meinung der Jury Pionierarbeit beim Thema Integration im Alter geleistet. Vielerorts lasse sich beobachten, dass nur wenige dieser Menschen die Angebote von Kirchengemeinden und kirchennahen Pflegediensten in Anspruch nehmen, so die Jury. Die Preisträger haben bei den Betroffenen in 50 Interviews nach den Gründen dafür gefragt. Dabei ging es unter anderem darum, ob diese Menschen auch im Alter in Deutschland bleiben oder welche Bedeutung die Kirche im Alter für sie hat. Mit dem Projekt wollen die Initiatoren das Verständnis für ältere Menschen mit Migrationshintergrund vergrößern und Wege für ein besseres Miteinander aufzeigen. Eine Ausstellung über das Projekt ist derzeit beim Diakonischen Werk in Stuttgart zu sehen.

Auszeichnung auch nach Riedlingen

Ausgezeichnet wurde auch Gudrun Fauler vom Ökumenischen Freundeskreis Riedlingen für herausragende, persönliche Verdienste um das Thema Integration. Seit über 20 Jahren setzt sie sich mit großem Engagement für Menschen ein, die in Deutschland eine neue Heimat suchen.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, betonte bei der Preisverleihung, dass Integration ein Prozess bedeute, der nie als abgeschlossen gelten könne. Integration brauche immer wieder neue Motivation und das unablässige Bemühen um Chancengleichheit und Partizipation. „Ich bin beeindruckt, wie Sie sich für andere Menschen einsetzen“, hob Bilkay Öney, Integrationsministerin des Landes Baden-Württemberg, in ihrem Grußwort hervor.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2011

Meister an der Posaune: Das Quartett Tromposi.sz-foto: schwarz

Musiker spielen zugunsten der Stiftung Christuskirche

Von Michael Schwarz

Bad Schussenried - Das Posaunenquartett Tromposi hat am Samstag ein Benefizkonzert unter Leitung und Moderation des Musikers Peter Schad in der Christuskirche Bad Schussenried gegeben. Und das für einen guten Zweck: Vor 40 Jahren wurden Kirche und Gemeindezentrum erbaut und dienten seitdem der evangelischen Kirchengemeinde Bad Schussenried als Zentrum ihres Gemeindelebens. Nun muss etwas getan werden zum Erhalt und zur Erneuerung des Gebäudekomplexes. Um die Mittel dafür sicher zu stellen, wurde Ende 2010 die Stiftung Christuskirche ins Leben gerufen. Pfarrerin Dorothea Moser ist glücklich, dass diese Stiftung heute von mehr als 40 Menschen getragen wird.

„Peter Schad war mein Musiklehrer“, erzählte sie vor Beginn des Konzerts: „Ich traf ihn vor einiger Zeit wieder und fragte, ob er wohl ein Benefizkonzert für den Zweck des Kirchenerhalts spielen wolle. Er sagte spontan zu.“

Mit einer Suite von Tielmann Susato aus dem 16. Jahrhundert stieg das Quartett dann ins Programm ein und offenbarte mit seinem fülligen Posaunenklang die akustischen Eigenschaften des Kirchenraums.

In der Folge schlugen die drei Tenorposaunisten Matthias Stärk, Klaus Merk und Frank Martin und der Bassposaunist Karl Bertsch mit ihren Stücken einen Bogen durch die Jahrhunderte. Aus dem 17. Jahrhundert hörten die Besucher etwa „Le basque“ von Marin Marais, es folgten die Canzona von Samuel Scheidt und schließlich „Dream“ des Japaners Konagaya aus dem Jahre 1949. Dann ging es wieder zurück zu Haydns Schöpfung aus dem 18. Jahrhundert. Vielseitig griff die Musikliteratur dieses Abends über die Kontinente und ließ das Publikum lächeln bei „Hey Jude“ von den Beatles und wippen bei dem bekannten Gospel „The battle of Jericho“. Weich erklang „What a wonderful World“ von G. D. Weiss, und zum Abschluss gab es „Tired Bones“ von Leonhard Paul.

Die Künstler nahmen den Zuschauer gefangen mit einer großen Bandbreite von orchestralen und polyphonen Klängen, so dass man die Zeit vergaß. Der lang anhaltende Schlussapplaus war verdient.

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2011

Thomas Katzenmayer, Mitglied im Vorstand der Evangelischen Kreditgenossenschaft (links), und Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg (rechts), gratulieren der Preisträgerin Gudrun Fauler. Foto: Diakonisches Werk

Vorbildlich: Gudrun Fauler packt für andere an

Für ihr herausragendes persönliches Engagement ist sie mit dem Integrationspreis ausgezeichnet worden

Riedlingen (sz) - „Sie kennt fast alle Aussiedlerfamilien hier mit Namen und scheut ungewöhnliche Zeiten und Aufgaben nicht. ,Da müssen wir was tun’, sagt sie dann und packt an.“ So hat es das Team des Ökumenischen Freundeskreises Riedlingen der Jury geschildert, und mit diesem Zitat würdigte der Laudator das mehr als 20-jährige Engagement von Gudrun Fauler für Migranten. Wie bereits am Samstag gemeldet, ist Fauler mit dem Integrationspreis der Diakonie und der evangelischen Landeskirche Baden-Württemberg ausgezeichnet worden.

Der Preis für Einzelpersonen wurde ins Leben gerufen, weil die Möglichkeit, ein besseres Zusammenleben zu schaffen, vom Einsatz einzelner Personen abhängt, die oft kein großes Aufheben um ihre Leistung machen. Außer Fauler als Einzelperson haben die Projekte „Global Players – Theater der Kulturen Göppingen“, „Aufeinander zugehen – Begegnung von Muslimen und Christen in Stuttgart-Zuffenhausen“ sowie „GESTaltEN“ des Diakonie-Ausschusses der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach den mit insegesamt 3500 Euro dotierten Preis gewonnen. Die vier Preisträger wurden aus 17 Bewerbungen ermittelt. Aus eigener Erfahrung gespeist

„Da müssen wir was tun“, das sagte Gudrun Fauler auch 1990/91, als viele Spätaussiedler in Riedlingen ankamen. Damals gründete sie gemeinsam mit Gleichgesinnten den Ökumenischen Freundeskreis, um den Neuankömmlingen zu helfen. Fauler kannte die Situation der Migranten aus eigener Erfahrung, denn sie kommt selbst aus Ostpreußen. Sie ist 1937 in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, geboren. Schon vor 1990 hatte sie in Riedlingen Asylbewerbern das Einleben erleichtert.

So setze sie sich „seit mehr als 20 Jahren kontinuierlich und mit großem Engagement für Menschen ein, die bei uns eine neue Heimat suchen“, heißt es in der Lobrede. Heute ist die Preisträgerin treibende Kraft in einer Vielzahl von Projekten: Mit Gleichgesinnten organisiert sie den offenen Kindertreff auf der „Klinge“, Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe. Damit fördere sie die Integration von benachteiligten Kindern aus Spätaussiedlerfamilien schon im Grundschulalter. Mit großem Engagement organisiert die Preisträgerin aber auch Exkursionen mit dem BUND in die Natur oder einen Heimatkundeausflug an den Bodensee, um den Kindern die regionale Geschichte und Bräuche zu erklären. Außerdem engagiert sie sich für die Kleiderkammer, den Tafelladen und in mehr als zehn weiteren Projekten. Fazit der Jury: „Während ihrer langjährigen Tätigkeit hat sie eine beinahe unerschöpfliche Vitalität gezeigt und ein beeindruckendes Gespür dafür, was Menschen brauchen, die neu ihre Heimat finden müssen.“

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg, betonte, dass Integration ein Prozess sei, der nie als abgeschlossen gelten könne. Integration brauche immer wieder neue Motivation und das unablässige Bemühen um Chancengleichheit und Partizipation. „Deshalb bin ich froh, dass es Sie alle gibt – aus der Mitte der Gesellschaft und aus der Mitte der Kirche.“ Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney sagte: „Ich bin beeindruckt, wie Sie sich für andere Menschen einsetzen.“ Integration verlange, sich auf den Weg zu machen, aufeinander zuzugehen. Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun erinnerte in seinem Festvortrag daran, dass die Bundesrepublik lange Zeit mehr Zuwanderer aufgenommen habe als die klassischen Einwanderungsländer USA und Kanada zusammen – und gleichzeitig lange die „Lebenslüge“ aufrechterhalten habe, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Jahrzehntelang hätten Deutsche und Migranten, wenn auch ohne große Konflikte, „nebeneinander her gelebt“. Rückblickend lasse sich aber auch sagen. „Es hat immer schon beides gegeben: Verständnis und Ablehnung – auf beiden Seiten.“

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2011

Schreiner Hans Hochmann hat sich vor 500 Jahren mit seinem Namenszug an der Kanzel von St. Martin verewigt. Foto: pr

Zum Kanzel-Jubiläum predigen die Pfarrer im Dialog

Seit 500 Jahren wird von der Kanzel in der Stadtpfarrkirche das Evangelium für beide Konfessionen verkündet


Biberach (sz) - Seit 500 Jahren dient sie dazu, das Evangelium zu verkünden – und zwar für beide Konfessionen: Die Biberacher Kanzel in der Stadtpfarrkirche St. Martin feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag.

Im Jahr 1511 (so steht es noch heute auf der Kanzeltreppe zu lesen) hat sie der Biberacher Schreiner Hans Hochmann gefertigt, eine schöne spätgotische Kanzel mit fein durchbrochenem Vierpassgeländer.

Ursprünglich war der Korb der Kanzel mit Portraitbüsten der vier lateinischen Kirchenlehrer verziert: Hieronymus, Gregor der Große, Ambrosius von Mailand und Augustinus von Hippo. Im Übereifer der Reformation wurden diese beim sogenannten Bildersturm entfernt und später durch Maßwerk ersetzt.

Die Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Ulrich Heinzelmann nehmen das Kanzel-Jubiläum zum Anlass, am Sonntag, 16. Oktober, um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst die Kanzel der Stadtpfarrkirche zu würdigen. In einer Dialogpredigt stellen sie den Kirchenvater Augustinus in den Mittelpunkt und erinnern an den großen Lehrer der Kirche, an dessen hohe Predigtkunst und tiefen Glauben. Für beide Konfessionen ist er bis heute von großer Bedeutung: als geistlicher Lehrer, der in seinen „Bekenntnissen“ den eigenen Weg des Glaubens beschreibt – und als einer der Theologen, die den Augustinermönch Martin Luther in seinen reformatorischen Gedanken bestärkt hat.


© Schwäbische Zeitung - 10.10.2011

Nach dem Gottesdienst bot der Posaunenchor ein Platzkonzert. Foto: Niederer

Geschenk: Zum Geburtstag scheint die Sonne

Posaunenchor Wain feiert sein 60-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst

Von Sonja Niederer

Wain - 60 Jahre alt ist er geworden, der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde in Wain. Am Sonntag wurde das Jubiläum im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Michaelskirche gefeiert. Zu Gast waren auch rund 60 Bläser anderer Posaunenchöre des Biberacher Kirchenbezirks, die gemeinsam mit den Wainern in der Kirche und beim anschließenden Platzblasen vor dem Gemeindehaus musizierten.

„Das schenkt uns Gott“, war einer der Choräle, mit denen die Musiker die Feier umrahmten. „Kein Mensch kann sich ein gutes Leben kaufen“, sagte Posaunenchorleiter Markus Schließer in Anlehnung an den Text des Chorals. Das Leben lasse sich nicht erzwingen. „Alles was uns unmöglich erscheint, schenkt uns Gott.“ Wie ein symbolisches Gottesgeschenk waren die ersten Sonnenstrahlen, die bei seinen Worten, nach trübem Morgen, plötzlich durch die Kirchenfenster leuchteten.

Die Festpredigt hielt Pfarrer Ernst Eyrich unter der Thematik „Der starke Trost“. „Nach Dissonanz kommt ein erlösender Klang“, sagte Eyrich. „Die Klage hat sich in Lob verwandelt“. Manchem Bläser wird es oft nicht zum Spielen zu Mute sein, er stelle sich aber immer wieder in diesen Dienst.

„Die Bläser empfangen Gottes Trost, indem sie mit ihrem Spiel andere trösten. Auf einmal ist der Trost da, wie ein Regenbogen“, verglich er. Posaunenchöre seien ein evangelisches Markenzeichen, sagte Pfarrer Eyrich. Beweglich und überall einsetzbar, spendeten sie Trost für jedermann. Und Trost zu haben sei bitter nötig. „Das Leben hält Bitteres bereit.“ Der Weg in den Posaunenchor sei weit, viel Üben gehöre dazu. „Eine Herausforderung, so wie das Leben“, sagte Pfarrer Eyrich.

Nach dem Gottesdienst trafen sich Gläubige und Bläser vor dem Gemeindehaus zum gemeinsamen „Platzblasen“. Peter Obrist, der stellvertretende Bürgermeister, gratulierte dem Posaunenchor und bedankte sich für dessen vielseitige Bereicherung des Gemeindelebens.

Blech reden könnten viele, aber Blech blasen nicht alle, so Obrist. „In den Jahren seines Bestehens ging der Posaunenchor konsequent den Weg des Erfolges und er schafft es immer, wieder seine Hörer zu begeistern.“

Begeistert war auch Posaunenchorleiter Markus Schließer. Die Wettervorhersagen seien so schlecht gewesen. „ Ich finde es den Hammer, dass heute die Sonne scheint.“ In diesem Sinne spiele der Gesamtchor den Choral, „Sei du mein Licht“.


© Schwäbische Zeitung - 10.10.2011 (Kopie 1)

Vor 60 Jahren gründete sie den Chor: (vorne von links) Gerhard Schließer, Wilhelm Schließer und Georg Schließer. Ganz links Posaunenchorleiter Markus Schließer, rechts Pfarrer Ernst Eyrich, der die Ehrung vornahm. Foto: Niederer

Drei Gründungsmitglieder erhalten besondere Ehrung

Zum Jubiläum zeichnet der Posaunenchor seine langjährigen Mitglieder aus

Wain (son) - Beim Posaunenchor Wain gibt es Ehrungen nur bei besonderen Anlässen. So wie jetzt auch zum Jubiläum. Es erhielten alle, die zehn Jahre oder mehr dabei sind, eine Urkunde und als Geschenk ein T-Shirt des Posaunenchors.

Geehrt wurden für 12 Jahre: Jonathan Schließer, David Ruopp, Stephan Kaspar, Christian Kaspar, Michael Unterweger. Für 15 Jahre: Jürgen Hammel, Stephan Schließer, Manuel Mussotter, Markus Neuhauser, Anja Huber, Silvia Bühler, Silvia Bunz, Christian Eyrich, Frieder Eyrich. Für 19 Jahre: Markus Hammel, Phillip Schließer. 30 Jahre dabei ist: Hansjörg Frey. .33 Jahre: Markus Schließer. 35 Jahre: Martin Walcher, Gerhard Schließer, Andreas Frey. Geehrt für 40 Jahre wurden: Bernhard Schließer, Theo Böhringer. Für 47 Jahre: Gerhard Walcher, Hans Schließer.

Drei Gründungsmitglieder des Posaunenchores erhielten eine besondere Ehrung. Es waren die drei Söhne des ersten Posaunenchorleiters Jakob Schließer. Sie waren auch die ersten Mitglieder im 1951 gegründeten Posaunenchor. Gerhard, Wilhelm und Georg Schließer erhielten je ein Foto der Scheune, die als erster Proberaum diente. Den Rahmen dazu hatte Otto Stetter aus mehr als 300 Jahre altem Holz gefertigt, das bei der Dachstuhlsanierung der Michaelskirche entfernten wurde.


© Schwäbische Zeitung - 07.10.2011

Die Stadtpfarrkirche braucht eine neue Heizung und eine Außensanierung. Foto: Archiv

Handtmann: „Damals bröckelte der Putz von den Wänden“

Thomas Handtmann wurde in der Stadtpfarrkirche getraut – nun übernimmt er den Vorsitz des Vereins Bauhütte Simultaneum

Noch hat der Verein Bauhütte Simultaneum wenig gesammelt für die Sanierung der Stadtpfarrkirche: die Heizung, Teile der Elektrik und der Außenfassade müssen renoviert werden. Der Verein will große Teile des Geldes dafür sammeln, weil die beiden Kirchengemeinden die nötigen Mittel nicht haben. Handtmann-Geschäftsführer Thomas Handtmann hat kommissarisch den Posten des ersten Vorsitzenden übernommen –

 

Constanze Kretzschmar hat mit ihm und dem zweiten Vorsitzenden Hans Beck gesprochen.

In der Kirche gibt es einen Lichtschalter für Protestanten und einen für Katholiken. Wie finden Sie als Vorsitzende eines Vereins für die gesamte Kirche das?

Hans Beck: Wir setzen uns nicht für die Kirchengemeinden ein, sondern für den Erhalt der Stadtpfarrkirche. Den Schuh, uns mit den Lichtschaltern zu beschäftigen, ziehen wir uns nicht an.

Was haben Sie an der Kirche alles entdeckt, seit Sie kommissarisch den Vorsitz übernommen haben?

Thomas Handtmann: Man lernt die Kirche noch mal neu kennen. Ich war zum Beispiel auf der Bühne, da sieht man schöne Fresken, die man sonst nicht sieht. Außerdem habe ich mir die Heizung angeschaut. Es ist traurig, dass sie nach zehn Jahren überarbeitet werden muss.

Wieso muss sie das denn?

Handtmann: Über den Sitzbänken wird stark geheizt und über dem Chorraum nicht. So kommt es zu starken Zugerscheinungen.

Beck: Und es kann Staub aufgewirbelt werden, der den Deckengemälden schadet. Dazu besteht die Gefahr, dass sich Kondenswasser bildet.

Wieso haben Sie kommissarisch den Vorsitz übernommen, Herr Handtmann?

Handtmann: Ich bin gefragt worden.

Beck: Ja. Wir müssen Geld auftreiben für die Sanierung der Kirche und werden dafür in Kontakt mit der Industrie treten. Dafür brauchten wir einen Vorsitzenden, der mit der Industrie auch auf Augenhöhe sprechen kann. Wir sind froh, dass Thomas Handtmann zugestimmt hat.

Handtmann: Die Kirche steht für Biberach, sie ist wichtig. Ich bin dort getraut worden.

Ach, wann denn?

Handtmann: Das war 1980. Da sah die Kirche noch ganz anders aus. Auf dem Hochzeitsbild kann man sehen, dass da noch der Putz von den Wänden abbröckelte.

Was haben Sie als Vorsitzende vor?


Handtmann: Ich setze mich natürlich für den Erhalt der Kirche ein.

Beck: Wir müssen uns als Nächstes auf einen Heizungsentwurf einigen. An der Entscheidung sind ja viele Parteien beteiligt: die beiden Gemeinden, die Gemeinschaftliche Kirchenpflege, der die Kirche gehört, die Stadt. Ohne zu wissen, was für eine Heizung gebaut wird, lassen sich kaum Spenden sammeln. Dann steht man an der Box vor der Kirche, und wird gefragt, wofür genau wir das Geld brauchen. Dann bleibt man die Antwort schuldig.

Handtmann: Wir würden das schon entscheiden.

Beck: Ja, aber wir dürfen ja nicht.

Der Verein hat sich für eine Heizungsvariante ausgesprochen: Er will eine Heizung mit Grundwasser, wie in Ochsenhausen. Das ist die teuerste Variante. Was machen Sie, wenn sich die Parteien nicht für diese Variante entscheiden?

Beck: Wir meinen es ernst, dass wir uns für die Kirche einsetzen wollen. Ich würde als zweiter Vorsitzender auch dann weitermachen.

Handtmann: Das, was die Gemeinschaftliche Kirchenpflege entscheidet, dafür müssen wir uns dann einsetzen. Wenn wir überzeugt sind, dass das etwas taugt, machen wir uns dafür stark.

Der Verein Bauhütte Simultaneum hat einen Internetauftritt: www.simultaneum.de

© Schwäbische Zeitung - 07.10.2011

Thomas Handtmann und Hans Beck

Hans Beck ist zweiter Vorsitzender und Thomas Handtmann

kommissarisch erster Vorsitzender des Vereins Bauhütte Simultaneum. Handtmann gilt als kommissarischer Vorsitzender, so lange der Verein ihn nicht offiziell zum Vorsitzenden bestimmt hat – er trifft sich erst wieder im November. Der Verein Bauhütte Simultaneum versucht, Spenden für die Sanierung der Stadtpfarrkirche zu sammeln.

© Schwäbische Zeitung - 06.10.2011

„Es ist katastrophal, wenn aus Mais Energie gewonnen wird“

 

Der evangelische Pfarrer Gebhardt Gauß blickt im Erntedank-Gottesdienst am Sonntag auf die Energiegewinnung aus Lebensmitteln:

Aulendorf / sim

Die evangelische Kirchengemeinde Aulendorf veranstaltet am Sonntag, 9. Oktober, einen Gottesdienst zum Erntedank. Beginn ist um 9.45 Uhr in der evangelischen Kirche. Das Thema des Gottesdienstes lautet „Aus deutschen Landen frisch in den Tank – oder wenn der Wunsch nach Ökologie zum Sündenfall wird“. Simone Harr hat mit Pfarrer Gebhardt Gauß über die Energiegewinnung aus Mais und deren Folgen gesprochen.

SZ: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Thema in einem Erntedank-Gottesdienst zu thematisieren?

Gauß: Brot für die Welt hat eine Aktion, die nennt sich „Teller statt Tonne“. Sie möchten damit auf die Verschwendung von Lebensmitteln aufmerksam machen. Ich habe daraus „Teller statt Tank“ gemacht.

SZ: Welche Auswirkungen befürchten sie für die heimische Landwirtschaft, wenn Mais zur Energiegewinnung angepflanzt wird?

Gauß: Ich befürchte, dass die Pachtpreise für die Ackerflächen hoch gehen. Sie sind dann für die normalen Landwirte, die in der Lebensmittelproduktion tätig sind, nicht mehr bezahlbar. Außerdem haben wir dadurch eine Monokultur, was auch ästhetisch kein schöner Anblick ist.

SZ: Wie werden Sie das Thema im Gottesdienst aufgreifen?

Gauß: Ich habe Jörg Messner vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg eingeladen. Er ist dort Biogasberater. Mit ihm werde ich zum Einstieg ein kurzes Interview führen.

SZ: Welche Denkanstöße möchten sie geben?

Gauß: Ich möchte, dass die Verbraucher über ihren eigenen Energieverbrauch nachdenken. Wir müssen etwas an unserem Verhalten ändern. Das fängt beim Autofahren an und hört beim Stromverbrauch auf. Ich habe nichts dagegen, wenn Landwirte in Biogasanlagen Mist und ähnliches verbrennen, was sowieso anfällt. Allerdings halte ich es für katastrophal, wenn darin aus Mais Energie gewonnen wird.


© Schwäbische Zeitung - 06.10.2011

Jubiläum: Mit einem Flügelhorn fängt alles an

Der Posaunenchor Wain feiert am kommenden Sonntag sein 60-jähriges Bestehen

Von Sonja Niederer

Wain - Seinen 60. Geburtstag feiert der Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Wain. Der Festgottesdienst zu diesem Jubiläum findet am Sonntag, 9. Oktober, um 9.30 Uhr in der Michaelskirche in Wain statt. Zu Gast werden zehn Posaunenchöre des Kirchenbezirks Biberach sein. Rund 80 Bläser werden nach dem Gottesdienst gemeinsam im Freien ihre Instrumente beim „Platzblasen“ erschallen lassen. Zugunsten der Kirchenrenovierung wird das Original der Zeitschrift „Kikeriki“ versteigert, welche die Kinder der Kinderkirche gestaltet haben.

Die Festpredigt wird Pfarrer Ernst Eyrich mit dem Thema „Der starke Trost“ halten. Für ihn bedeuten die Posaunenchöre ein Stück Heimat. „Da ist es egal, an welchem Ort oder in welcher Stadt ich einen höre.“

In den 60 Jahren Posaunenchor in Wain hat erst der dritte Dirigent den Taktstock ergriffen. Markus Schliesser hat diesen vor neun Jahren von seinem Onkel Gerhard Schliesser übernommen. Dieser hatte das Amt des Chorleiters nach seinem Vater Jakob Schliesser 39 Jahre lang weitergeführt.

Mit dem Kauf eines gebrauchten Flügelhorns am 4. Juni 1951 hat alles angefangen. Jakob Schliesser hatte es bei einer Ausstellung erstanden. Die Entstehungsgeschichte des Wainer Posaunenchores ist nachzulesen in einem kleinen Büchlein, das Jakob Schliesser akribisch geführt und an seinen Sohn Gerhard weitergegeben hat. Gerhard Schließer kann sich noch gut an den Tag erinnern, als sein Vater mit dem Instrument nach Hause gekommen ist. Die Freude sei groß bei ihm und seinen Brüdern gewesen und jeder wollte einmal hineinblasen. Aber keiner hätte einen Ton herausgebracht. „Wir bliesen hinein wie in eine Flöte. Auch mit viel Anstrengung, viel Luft und dicken Backen blieb das Instrument stumm.“ Dann wollte es seine Mutter auch einmal probieren und sie brachte den ersten Ton heraus. Sie hätten gemerkt, dass der Ton mit den Lippen gemacht werden müsse.

Zuerst hat Jakob Schliesser mit seinen drei Söhnen abwechselnd auf dem Flügelhorn geübt. Jeden Tag wurde gespielt und an manchen Sonntagen seien sie sogar auf sechs Übungsstunden gekommen, erinnert sich Gerhard Schliesser. Im gleichen Jahr kamen eine Trompete und eine Ventilposaune hinzu. Der erste dreistimmige Choral konnte erklingen und der Posaunenchor Wain war gegründet. Der erste öffentliche Auftritt war bei der Weihnachtsfeier der Kinderkirche am 25. Dezember 1951. Als Übungslokal diente die Küche bei Strassbauers, später wurde im Wohnzimmer gespielt. Nachdem dies für die stetig wachsende Schar der Bläser zu klein geworden war, wurde in der Scheune der Strassbauers geprobt und später im Kindergarten Paulinenpflege. Seit 1957, als das Gemeindehaus gebaut wurde, ist der Posaunenchor dort zu Hause.

Höhen und Tiefen

In den Jahren seines Bestehens habe der Posaunenchor auch manche Höhen und Tiefen miterlebt, erinnern sich Pfarrer Ernst Eyrich und Gerhard Schliesser. Die Mitgliederzahlen sanken. „Früher haben die Jugendlichen im Dorf nach der Schule eine Lehre gemacht und sind hiergeblieben“, sagt Eyrich. Heute machten viele Abitur und gingen weg zum Studieren.

Derzeit hat der Posaunenchor rund 25 Mitglieder im Alter zwischen 15 bis 61 Jahren. Seit zirka 20 Jahren dürfen auch Frauen mitspielen. „Der Posaunenchor, der übrigens eine typisch evangelische Einrichtung ist, kann überall, ob drinnen oder im Freien, auftreten“, sagt Pfarrer Eyrich. „Er ist unsere bewegliche Orgel.“ Aber auch mit der Orgel in der Kirche kann wunderbar gespielt werden. „Alle Musikstücke sind auf die Tonart C abgestimmt“, sagt Gerhard Schliesser. „Wichtig ist uns, dass durch die Musik das Evangelium verkündet und das Lob Gottes verbreitet wird.“

Der Posaunenchor hat seine Auftritte in den Gottesdiensten, an Silvester nach dem Mitternachtsläuten und Gemeindefesten. Es wird aber auch bei Ständchen, Taufen, Konfirmationen und Geburtstagen gespielt. Ein besonderer Höhepunkt ist für die Bläser die Teilnahme am Posaunentag in Ulm. „Das ist der Himmel auf Erden“, sagt Pfarrer Eyrich.


Programm am 9. Oktober: 9.30 Uhr Gottesdienst mit Festpredigt von Pfarrer Ernst Eyrich; Grußworte und Ehrung verdienter Musiker; Sektempfang und Platzblasen der Posaunenchöre vor dem Gemeindehaus; Mittagessen für Aktive und Ehemalige.


© Schwäbische Zeitung - 06.10.2011 (Kopie 1)

Bild links: So war es einmal: Die Musiker proben in einer Scheune – im Jahr 1953. Foto: privat

Bild rechts: Gerhard Schliesser (links) und Pfarrer Ernst Eyrich mit dem Büchlein von Jakob Schliesser. Foto: Niederer

© Schwäbische Zeitung - 06.10.2011

Die Kinder des Kindergartens Paulinenpflege haben den Gottesdienst mitgestaltet. Foto: pr

Kinder spielen die Zeit in Noahs Arche nach

 

Die evangelische Kirchengemeinde

in Wain feiert Erntedankgottesdienst

Wain (sz) - Erntedank – ein Fest aus Dankbarkeit für Gottes Barmherzigkeit für die Menschen: Das war das Hauptthema im Erntedankgottesdienst in der evangelischen Kirche in Wain. Ein abwechslungsreiches Programm erwartete die Besucher während des Festgottesdienstes in der festlich geschmückten Michaelskirche, welcher vom Kindergarten Paulinenpflege aus Wain und dem Wainer Kirchenchor mitgestaltet wurde.

Nach dem Einzug der Kinder, welche jeweils ein Körbchen mit Erntegaben trugen, erfreute der Kirchenchor die Besucher mit seinem Können. Danach waren die Kinder an der Reihe. Mit musikalischer Untermalung spielten sie die biblische Geschichte „Die Arche Noah“ nach. Zuerst konnte man hören, wie Noah seine Arche baut, wie er das Holz dafür gesägt und die einzelnen Bretter schließlich zusammengenagelt hat. Danach sah man verschiedene Tiere – Vögel, Pferde, Elefanten, Hunde, Katzen und Mäuse – in die Arche gehen. Dafür hatten die Kinder gebastelte Masken auf. Als alle Tiere wohlbehalten in der Arche angekommen waren, konnten die Gottesdienstbesucher nachempfinden, wie lange die Flut angedauert hatte. Sie konnten den Regen und den Donner hören, wie er immer schlimmer wurde und schließlich wieder verebbte. Schließlich, als das Wasser wieder zurückgegangen war, erschien der Regenbogen am Himmel als Zeichen für Gottes große Barmherzigkeit für die Menschen. Dieser Regenbogen war von den Dekorateuren der Kirche kunstvoll in den Schmuck aus Erntegaben eingebaut worden.Jedes Jahr säen und ernten

Auch in seiner Predigt ging Pfarrer Albrecht Schmieg auf die Geschichte von Noah und seiner Familie ein. In seiner Predigt, in die er die Kinder des Kindergartens immer wieder mit einbezog, legte er vier Aspekte dar, weshalb Erntedank gefeiert wird. Gott gibt mit dem Regenbogen den Menschen die Garantie dafür, dass sie jedes Jahr säen und ernten dürfen.

Ein gelungener Familiengottesdienst, wie die Besucher im Anschluss feststellten. Die gespendeten Erntegaben kommen, wie auch schon in den vergangenen Jahren, den Heggbacher Einrichtungen zugute.


© Schwäbische Zeitung - 06.10.2011 (Kopie 1)

Tromposi unterstützen die Christuskirche musikalisch. Foto: pr

Tromposi spielen für die Christuskirchengemeinde

Benefizkonzert des Posaunenquartetts in Bad Schussenried kommt der Stiftungsgründung zugute

Bad Schussenried (sz/grü) - Das in Oberschwaben bekannte Posaunenquartett Tromposi unter Leitung von Peter Schad tritt am Sonntag, 9. Oktober, in der evangelischen Christuskirche Bad Schussenried, Saulgauer Straße 22 auf. Konzertbeginn ist um 19.30 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

Die Hälfte des Konzerterlöses ist für das Vorhaben der evangelischen Kirchengemeinde bestimmt, für das Gemeindezentrum Christuskirche eine Stiftung zu gründen (SZ berichtete). Auf diese Weise möchte die Kirchengemeinde für die Zukunft des Gemeindezentrums sorgen.

Vielen liegt Kirche am Herzen

Mittlerweile sind 98000 Euro für die Stiftung zusammengekommen, berichtet Pfarrerin Dorothee Moser. 37 Menschen hätten ihren Beitrag zugesagt, nun fehle nur noch ein weiterer Stiftungsgründer. „Innerhalb eines Jahres ist die Stiftungsgründung in trockenen Tüchern“, zeigt sich Moser zuversichtlich, dass bis zum Gründungstermin am ersten Advent die angestrebte Zielmarke von 100000 Euro Stiftungskapital erreicht wird. „Es war eine schöne Erfahrung, zu spüren: Vielen Menschen liegt die Christuskirche am Herzen“, blick Moser zurück.

Das Benefizkonzert biete nun eine gute Gelegenheit auch für diejenigen, die keine so hohen Summe beisteuern können, „ihre Verbundenheit mit der Stiftungsgründung zum Ausdruck zu bringen“, findet die Pfarrerin. Den Musiker Peter Schad kennt Moser noch aus ihrer Schulzeit am Salvatorkolleg in Bad Wurzach. Im vergangenen Jahr habe sie ihren früheren Musiklehrer dann bei einem Konzert wieder getroffen. „Und er war gleich bereit, unser Vorhaben zu unterstützen“, freut sich die Pfarrerin.

Schad wird das Konzert am Sonntag moderieren und den Zuhörern Interpreten und Stücke nahebringen. „Er ist jemand, der einen guten Zugang zur klassischen Musik vermitteln kann“, erinnert sich Moser an Schads Musikunterricht.

Die Tromposi-Mitglieder stammen ebenfalls aus der Region. Kennengelernt haben sich Matthias Stärk (Wangen), Klaus Merk (Bad Wurzach), Frank Martin (Ochsenhausen) und Karl Bertsch (Laupheim) beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und im Sinfonischen Jugendblasorchester Baden-Württemberg. Mit drei Tenorposaunen und einer Bassposaune werden sie mit Stücken von der Renaissance bis zur Gegenwart zu hören sein – und so ihren Teil zur Stiftungsgründung beitragen.

Karten für Tromposi gibt es an der Abendkasse für 14, im Vorverkauf in der Alten Apotheke, bei Elektro Mayerföls oder in der Buchhandlung Eulenspiegel in Bad Schussenried für zwölf Euro.

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2011

Gestalteten die interreligiöse Feier (v.l.): Diakon Damian Walosczyk, Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner, Imam Hakki Yildiz, der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins Bülent Kasap, Pfarrerin Birgit Schmogro und Pfarrer Peter Schmogro. sz-Foto: Müller

Feier: Christen und Muslime suchen das Miteinander

In der Biberacher Friedenskirche lesen Geistliche aus der Bibel und dem Koran

Von Wolfgang Amadeus Müller

Biberach - Die Friedenskirche in Biberach war gut gefüllt bei der ersten „interreligiösen Feier“ der christlichen und muslimischen Gemeinden.

Der Einladung der dortigen evangelischen Pfarrerin Birgit Schmogro waren neben ihrem Mann Peter Schmogro eine große Zahl evangelischer Besucher gefolgt. Die Katholiken waren vertreten mit Diakon Damian Walosczyk und Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner und katholischen Besuchern. Die muslimische Gemeinde war mit Frauen, Kindern und Männern jeden Alters anwesend. Ihr religiöser Vertreter Imam Hakki Yildiz wurde vom Vorsitzenden der türkisch-muslimischen Ditib-Gemeinde, Bülent Kasap, begleitet.

Offenes Miteinander

Die interreligiöse Feier fußt auf der über zehnjährigen Vorarbeit von Birgit Schmogro und dem christlich-muslimischen Frauentreff. Im Rahmen der Biberacher „Interkulturellen Wochen“ bot die Friedenskirche einen würdigen Rahmen, auch im religiösen Umfeld zu einem offenen Miteinander zu finden. In Vorgesprächen waren Kompromisse gefunden worden, auf religiöse Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen, ohne die jeweiligen Eigenheiten ganz aufzugeben.

So las etwa der Imam der türkisch-muslimischen Ditib-Gemeinde, Hakki Yildiz, aus dem Koran vor einem evangelischen Altar mit Kruzifix und Bibel sitzend. Die Ängste, die manche Gemeindemitglieder hatten, dass etwa der Kirchenraum durch Gebetszeremonien der Muslime entweiht werden könnten, erwiesen sich als unbegründet. Es war kein Gottesdienst und so verzichteten die christlichen Geistlichen auf liturgische Elemente wie das Bekreuzigen, das Vaterunser oder den Segen.

Die etwa 45-minütige Feier war ein Wechselspiel aus Lesungen aus der Bibel und dem Koran. Die evangelischen und katholischen Pfarrer suchten zu beschreiben, dass ein Miteinander in der Gesellschaft und in der Religion stattfindet – und stattfinden muss. „Wir lassen uns nicht auseinander spielen“, sagte der katholische Stadtpfarrer Baumgärtner. „Der Samstagabend um 17 Uhr ist ein guter Ort geworden!“

Imam Yildiz hatte Texte (Suren) ausgewählt, die den Besuchern die Gemeinsamkeiten zwischen christlicher und muslimischer Religion aufzeigen sollten. Und der Vorsitzende der türkisch-muslimischen Ditib-Gemeinde, Bülent Kasap, erläuterte die Texte, indem er sie in die Sprache des 21. Jahrhunderts brachte. Aus der Sure 2,136: „Wir sind überzeugt von Allah und von dem, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen und ihm sind wir Ergebene“ formulierte Kasap „Unser Gott ist euer Gott; alle Bücher sind gültig“.

Die Lesungen wurden durch Musik verbunden. So spielten die Gebrüder Andreas und Martin Graz auf Flöte und Gitarre Lieder wie etwa „Danke, für diesen schönen Abend“. Die Organistin Dr. Ulrike Werthmann zauberte eine Collage von Kirchenmusik. Der musikalische Vertreter der Muslime brachte mit türkischer Saz-Musik neue Klänge in die Friedenskirche.

Die Feier klang aus mit einem opulenten Büfett. Auch hier fanden die Gebrüder Andreas und Martin Graz und der Saz-Musiker interessierte Zuhörer.

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2011

Dialog: Integration verlangt Interesse

OB Fettback eröffnete Fotoausstellung „Reisen durch die Türkei und Istanbul“ in der VHS

BIBERACH (sanp) - Im Rahmen der Interkulturellen Wochen ist am Samstag in der Biberacher Volkshochschule (VHS) eine Fotoausstellung von zwei unterschiedlichen Reisen durch die Türkei eröffnet worden. Die prägenden Fotos zeigen einerseits die Eindrücke aus der Sicht der Bürgergruppe und anderseits die Erfahrungen der Begegnungsgruppe des Christlich-Muslimischen Frauentreffs.

Biberachs Oberbürgermeister Thomas Fettback betonte in seiner Eröffnungsrede: „Man soll voneinander lernen und das ist dann ein großer Mehrwert. Bürgerreisen sind intensiv und lehrreich und haben das Ziel, die Kultur und Lebensweise eines Landes kennenzulernen, aus dem unsere Mitbürger stammen“. Die Idee für Bürgerreisen ist 1985 entstanden und kommt von den zwei ehemaligen türkischen Gastarbeiter Ramazan Eroglu und Allaettin Dagli. Danach wurden die Bürgerreisen in die Heimat von Gastarbeitern organisiert, für die man sich immer wieder begeistert. Thomas Fettback beschreibt die aus anderen Ländern stammenden Mitbürger: „dieGastarbeiter sind keine Gäste, sie sind auch Biberacher“.

Die zweite Reise wurde durch den Christlich-Muslimischen Frauentreff um Birgit Schmogro, Ayse Cakar (inzwischen Emine Yüksel) und Ilkgül Yigin organisiert. Sie treffen sich regelmäßig und unternehmen Vieles zusammen wie etwa gemeinsam Plätzchen backen oder türkisch kochen sowie lehrreiche Diskussionsrunden über Kultur, Religion oder Soziales.

Diese Begegnungsgruppe organisiert die Reisen mit dem Hintergrund, sich kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Brücken zwischen zwei Kulturen und Glaubensrichtungen zu bauen. Ilkgül Yigin meint, es habe beiden Seiten gut getan: „Es gibt keine Hemmschwellen mehr, Menschen sind offener geworden. Dadurch werden alle bereichert und wir haben viel voneinander gelernt“.

Pfarrerin Birgit Schmogro fügte erläuternd hinzu: „So lernt man die Kultur und Mentalität des Landes der in Biberach lebenden türkischen Frauen besser kennen. Dies ist uns sehr wichtig“. Der Christlich-Muslimische Frauentreff feiert nächstes Jahr sein zehnjähriges Jubiläum. Der Auslöser für das Entstehen dieser Begegnungsgruppe ist das Geschehen am 11. September 2001 gewesen. Die christlichen und muslimischen Frauen fügten einen afrikanischen Spruch als ihre Überzeugung hinzu, dass „viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten das Gesicht der Welt verändern können“ und mit diesem Glauben halten sie fest zusammen.

Ilkgül Yigin (ganz links) und Birgit Schmogro (ganz rechts) engagieren sich in der Christlich-Muslimischen Frauengemeinschaft und organisieren u. a. die Reisen in die Türkei und haben bei der Fotoausstellung mitgewirkt. Auf dem Bild eine bunte Gruppe aus christlichen und muslimischen Frauen. SZ-Foto: Pavlovic

Die Fotoausstellung „Reisen durch die Türkei und Istanbul 2010/2011“ kann man bis 25. Oktober im Foyer der Biberacher VHS besichtigen.

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2011

Der Gospelchor Boehringer Ingelheim bescherte den Zuhörern einen unterhaltsamen Abend. Foto: Hofmann

 

Gospel: Auftritt sorgt für gute Laune


Gospelchor Boehringer Ingelheim bringt das Kulturhaus zum Swingen


Von Diana Hofmann


Laupheim - Brechend voll ist das Kulturhaus beim Benefizkonzert des Gospelchores Boehringer Ingelheim zugunsten des neuen evangelischen Gemeindehauses gewesen. Mit den Biberacher Sängern hat die evangelische Kirchengemeinde einen Partner mit großem Namen ins Boot geholt, und so gab es gleich zwei gute Gründe, den Samstagabend auf dem Schlossberg zu verbringen: die Aussicht auf einen unterhaltsamen Abend und die Gelegenheit, der Gemeinde bei der Finanzierung des Neubaus ein Stück zu helfen.

Auch die beiden Pfarrer, Hermann Müller und Martina Servatius-Koch, zeigten sich glücklich über diese Kombination: „Wir sind stolz, dass dieser Chor für uns singt – im doppelten Sinne“, sagte Servatius-Koch in ihrer Begrüßung.

Begleitband glänzt

Im ersten Teil stellte der Chor unter Leitung von Oliver Haux Stücke aus dem Jazz- und Pop-Bereich vor, die seit einiger Zeit sein Gospel-Stammrepertoire ergänzen. Mit Jazz-Standards wie „It don’t mean a thing“ von Duke Ellington und „Fly me to the moon“ brachten die Sänger den Saal zum Swingen, unterstützt von der vierköpfigen Begleitband. Diese glänzte zudem mit zwei Instrumentalstücken aus der Feder ihres Pianisten Alexander Braun. In „My inner voice“ lieh Saxofonist Helmuth Müller der inneren Stimme eindrucksvoll die seines Instruments.

Seine stärksten Momente hatte der Chor allerdings bei A-cappella-Stücken und solchen mit Klavierbegleitung. Bobby McFerrins „Don’t worry, be happy“ war ein solcher Höhepunkt. Solist Wolfgang Schmitt fand zunehmend zu seiner eigenen Interpretation des Ohrwurms, der sichtbar für gute Laune im Publikum sorgte.

Hamma singt wie eine Diva

Überhaupt mangelte es dem Chor nicht an guten Solisten. Vor allem mit Danijela Hamma verfügt er über eine Solistin vom Format einer Blues-Diva. Mit ihrer Stimme verlieh sie dem Spiritual „Sometimes I feel like a motherless child“ das passende „schwarze“ Timbre.

Der zweite Teil des Programms war dann ganz dem Evangelium, englisch „Gospel“, gewidmet – dem Nutznießer des Abends durchaus angemessen. Verstärkt durch die Stammbesetzung des ehemaligen Thomae-Chores gewann das Ensemble noch mal an Volumen, was dem Klassiker „Amen“ zu seiner kraftvollen Wirkung verhalf.

Ende nach zwei Zugaben

Leisere Töne schlugen die Sänger mit „Deep River“ an, bevor das Programm mit „Du bist mein Gott“, einem abwechslungs- und temporeichen Satz, seinem Ende entgegen ging: Mit dem Abba-Hit „Thank you for the music“ sprachen sie sicher auch dem begeisterten Publikum aus dem Herzen, das sich noch zwei Zugaben erklatschte.